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Ausschluss von Gewährleistung bei defekten Waren (B2C)

11.03.2021 07:42 |
Preis: 45,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


Hallo,
ich habe eine größere Menge von gebrauchten Computerteilen erworben.
Diese teste ich derzeit. Es ist allerdings so, dass nahezu jedes Teil einen Mangel hat. Dies geht von Einschränkungen bis zum Totalschaden (Teil reagiert in keinster Weise).
Diese Teile sind allerdings dennoch interessant für Bastler, weshalb ich sie gerne verkaufen würde.

Kann ich die Gewährleistung bei diesen Artikeln ausschließen wenn ich sowohl in der Artikelüberschrift als auch in der Artikelbeschreibung (und später auf der Rechnung) deutlich klarstelle, dass es sich um Defektware handelt? Ich weiß nicht welche Historie diese gebrauchten Teile haben und tue mich schwer damit Kunden noch 1-2 Jahre Gewährleistung zu bieten, stattdessen würde ich diese entsprechend günstiger als Defekt unter Ausschluss der Gewährleistung anbieten wollen.
Ist das möglich?

11.03.2021 | 09:45

Antwort

von


(2008)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Komplett ausschließen können Sie die Gewährleistung bei einem B2C-Geschäft nicht, dies verbietet das Gesetz in § 476 Absatz 1 BGB.

Sie können aber vertraglich gemäß § 476 Absatz 2 letzter Satz BGB die Verjährungsfrist von zwei Jahren auf ein Jahr verkürzen, was grundsätzlich auch anzuraten sind.

Zudem können Sie über eine Beschaffenheitsvereinbarung die Gewährleistung einschränken. Gemäß § 434 BGB ist die Sache frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat. Eine allgemeine Beschreibung wie "wird als defekt verkauft, da nicht (oder nur kurz) getestet", "gekauft wie gesehen" oder "Bastlergerät" reicht dabei aber in der Regel nicht aus. Wichtig ist, dass Sie dem Käufer nicht bewusst die Hoffnung machen, dass das Bauteil funktionieren könnte, sondern die Mängel so genau und wahrheitsgetreu wie möglich beschreiben. Und Sie sollten auch nur etwas als defekt oder Bastlerteil verkaufen, wenn Sie es nicht mehr für funktionstüchtig halten. Ansonsten läge eine unzulässige Umgehung der Gesetzes vor und es würden volle Gewährleistungsansprüche des Käufers bestehen, vgl. zum "Bastlerauto": OLG Oldenburg, Az. 9 W 30/03.
Bei ordnungsgemäßer Angabe der Beschaffenheit kann sich der Käufer später nicht auf diese angegebenen Mängel berufen und Gewährleistungsansprüche hierfür geltend machen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

ANTWORT VON

(2008)

Brandsweg 20
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