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Umstrukturierung der Firma - was wird aus meinem Job?

| 20.12.2020 15:06 |
Preis: 64,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Ich bin seit gut 5 Jahren Teamleiter (ca. 10 Mitarbeiter) in einer größeren Firma (>200 MA) und zusammen mit einigen weiteren Teamleitern einem Fachabteilungsleiter - nennen wir ihn mal "Chef A" - unterstellt. Aus betrieblichen Gründen wird die Firma umstrukturiert und die Fachabteilung von Chef A wird aufgelöst. Die Teamleiter werden mit ihren Teams verschiedenen anderen Fachabteilungen zugerdnet. Meine Team wird der Fachabteilung von Chef B unterstellt. Bezüglich meines Verbleibs habe ich bisher folgende mündliche Aussagen erhalten:
Chef A hat mir mitgeteilt, dass mein Team (unter einem neuen Namen) in die Fachabteilung von Chef B eingeliedert wird und er dort den Teamleiterposten übernimmt.
Chef B hat mir erklärt, dass ich nicht Teamleiter des in seiner Abteilung aufgegangenen Teams bleiben werde. Eine andere Stelle ist mir weder Von Chef A noch von Chef B angeboten worden, sie haben mir lediglich Ihre Unterstützung zugesagt. Etwas schriftliches habe ich bisher von der Firma nicht erhalten.
Ich habe meinen Job immer gut gemacht, hatte gute Zeugnisse und habe mir nichts zu schulden kommen lassen. Gerne würde ich weiterhin für die Firma arbeiten, am liebsten auf meiner bisherigen Position. Wie reagiere ich in dieser Situation am besten?

20.12.2020 | 17:00

Antwort

von


(555)
Throner Str. 3
60385 Frankfurt am Main
Tel: 069-4691701
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt beantworte:


Umstrukturierungen sind in vielen Betrieben eine Maßnahme die für Arbeitnehmer immer eine gewisse Veränderung mit sich bringen.

Generell sind Umstrukturierungen aus betrieblichen Gründen für den Arbeitgeber zulässig.

Bezüglich der Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen kommt es für die Zulässigkeit zunächst auf die bestehenden Regelungen des Arbeits- und Tarifvertrags an.


Mit anderen Worten: Die konkreten Änderungen wären zu überprüfen, ob Sie nach dem Inhalt ihres Arbeitsvertrages, oder eines gültigen Tarifvertrages zulässig sind, oder nicht.

Dabei ist bei ihrer gegenwärtigen Lage auch zu beachten: Soweit ich dies richtig verstehe, wird die Umstrukturierung gegenwärtig bzw. in der nahen Zukunft erst umgesetzt. Daher sind die erwähnten mündlichen Aussagen möglicherweise erst vorläufiger Natur und es bleibt abzuwarten, was konkret in welcher Form überhaupt umgesetzt wird.

Ich würde Ihnen daher zunächst empfehlen abzuwarten, welche konkreten Entscheidungen bzgl. ihrer Tätigkeit überhaupt getroffen werden.


Wenn konkrete Entscheidungen vorliegen wäre wie zuvor erwähnt der Inhalt des Arbeitsvertrages zu überprüfen.

Soweit daher eine Änderung grundsätzlich zulässig wäre, ist das Direktionsrecht des Arbeitgebers zu beachten:

㤠106 Weisungsrecht des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Ausübung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen."


Die Vorschrift bedeutet, der Arbeitgeber hat grundsätzlich das Recht – im Rahmen des bestehende Arbeits- und Tarifvertrags – Änderungen anzuordnen, muß dabei jedoch die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers berücksichtigen.


Ob er dies bei der konkreten Anordnung in ausreichendem Maße getan hat, kann ggf. auch gerichtlich überprüft werden.

Die Zuweisung von geringwertigerer Arbeit ist regelmäßig nicht vom Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt.

Wie zuvor erwähnt würde ich Ihnen empfehlen zunächst die Auswirkungen auf ihren Arbeitsbereich abzuwarten und die konkreten Änderungen anhand der o.g. Grundsätze zu überprüfen.

Wenn sich Anhaltspunkte für eine unrechtmäßige Änderung ergeben, sollten Sie dies noch einmal rechtlich überprüfen lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt



Rückfrage vom Fragesteller 20.12.2020 | 18:31

Sehr geehrter Herr Mack,
herzlichen Dank, dass Sie Sich am Wochenende Zeit für die detailierte Ausführung Ihrer Antwort genommen haben. Das war sehr hilfreich. Etwas möchte ich aber noch nachfragen:
Kann die Zuweisung einer anderen Arbeit schriftlich oder mündlich erfolgen?
Gibt es eine Frist in der ich (mit anwaltlicher Unterstützung) gegen eine unrechtmäßige Zuweisung widersprechen muss?
Was mache ich, wenn mich die Chefs ignorieren, d.h. mir keine Arbeit zuweisen?

Über eine abschließende Klärung dieses Sachverhaltes würde ich mich freuen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.12.2020 | 18:46

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich kann eine Anweisung auch mündlich erfolgen, wenn sich jedoch eine tiefgreifende Änderung ihrer Arbeitsstelle andeutet – z.B. wie von Ihnen erwähnt eine Aberkennung von Führungsverantwortung – sollten Sie auf eine schriftliche Bestätigung bestehen.

Sollte es sich nicht mehr um eine vom Direktionsrecht gedeckte Anweisung handeln, sondern etwa um eine Änderungskündigung haben Sie eine Klagefrist von 3 Wochen nach § 2 KSchG: Änderungskündigung .


Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20.12.2020 | 18:51

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