1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbschaft, Pflichtteil, Testament, Konto

| 28.11.2020 10:50 |
Preis: 55,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Vorgeschichte:
Meine Eltern erbten von meiner Großtante, welche in den USA, einen Betrag unbekannter Größe. Ich erfuhr von diesem Erbe von anderer, weitläufiger Verwandtschaft. Meine Eltern und meine Schwester, welche den Brief (Testament?) aus Amerika übersetzte, hielten es vor mir geheim. Auf Nachfrage erzählten sie mir dann von der Erbschaft, über die Höhe erfuhr ich nichts, meine Mutter sagte mir allerdings, dass sie für die Erbschaft ein neues Konto eröffnet hätten. Kurz darauf unterzeichneten meine Eltern, meine Schwester und ich ein handgeschriebenes Dokument, inhaltlich ging es darum, dass wir Kinder bei Versterben eines Elternteils den Pflichtteil nicht einfordern und erst nach Versterben des zweiten Elternteils zu gleichen Teilen erben werden. Da ich den Betrag des Erbes aus Amerika nicht kenne, ist mir die Höhe des Pflichtteils aber nicht mal ansatzweise bewusst. Anmerken hierzu muss ich, dass das Verhältnis zu meinem Vater nicht gut ist.

Nun verstarb meine Mutter, beim Bestatter machte zunächst mein Vater die Angabe, dass kein Testament existiere, meine Schwester widersprach dem und so wurde dann doch ein vorhandenes Testament eingeräumt, mein Vater sagte dann weiter, dass es nur ein Konto gäbe, obwohl meine Mutter mir zu Lebzeiten sagte, dass das Erbe aus Amerika auf ein zweites Konto ging.
Leider ist es beschämend, dass ich solche Frage hier überhaupt stellen muss, ich möchte auch nicht pietätlos sein, aber ich habe das Gefühl, dass ich über die Hintertür den meisten Teil des Erbes verlieren werde.

Was kann ich machen ohne pietätlos zu wirken und noch mehr Öl ins Feuer zu gießen?
Wie erfahre ich die Höhe des Erbes aus Amerika?
Was geschieht ab jetzt mit Schenkungen meines Vaters an andere Personen?
Gibt es Fristen zu beachten?
Wie erfahre ich die tatsächliche Anzahl der Konten meiner Eltern ohne Wissen meines Vaters?

Einsatz editiert am 28.11.2020 12:39:14

Einsatz editiert am 28.11.2020 16:12:52

Einsatz editiert am 28.11.2020 17:04:41

Einsatz editiert am 29.11.2020 17:01:36

29.11.2020 | 19:46

Antwort

von


(201)
Schevenstr. 1 a
01326 Dresden & Köln
Tel: 0351 65 888 350
Web: http://www.kanzleifricke.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Ratsuchender,

zunächst sei erwähnt, daß ein Pflichtteilsverzicht nur dann wirksam ist, wenn derselbe notariell berurkundet worden ist. Sie sprachen von einem handschriftlichen Dokument, was so erst einmal nicht ausreichen würde. Für diesen Fall wären Sie nun pflichtteilsberechtigt, wenn einer der Eltern gestorben ist, selbst wenn zuvor von den Eltern ein Berliner Testament geschlossen worden ist. Bei dem Pflichtteilsrecht stehen Ihnen Ansprüche gegen den / die Erben zu, die vordergründig umfangreich erst einmal mit einer Auskunft zu bedienen sind.

Ich gehe daher von folgendem bei Ihnen vorläufig aus:

a.) Ihr Vater wird die Auffassung vertreten, daß Sie bis zu seinem Ableben überhaupt nichts bekommen sollen und auch nicht werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er möglicher Weise auch noch vor, Vermögenswerte vorzeitig durch Schenkungen an Dritte zu übertragen, um Ihren späteren Erbschaftsanspruch nochmalig zu schmälern.

b.) Sie sind heute aber schon pflichtteilsberechtigt und offenbar auch kein Erbe Ihrer Mutter. Den Auskunftsanspruch in Ihrem Fall regelt damit § 2314 BGB: Auskunftspflicht des Erben - für Sie kommentiert - wie folgt:

Ist der Pflichtteilsberechtigte ( wie Sie ) nicht Erbe, so hat ihm der Erbe ( der Vater ) auf Verlangen über den Bestand des Nachlasses ( alles ) Auskunft zu erteilen. Der Pflichtteilsberechtigte kann verlangen, dass er bei der Aufnahme des ihm nach § 260 vorzulegenden Verzeichnisses der Nachlassgegenstände zugezogen und dass der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt wird. Er kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten oder Notar ( dazu würde ich anraten ) aufgenommen wird.

c.) [/b]Auf diese Weise wird abgesichert, daß alles, aber auch wirklich alles von einem Notar aufgenommen und aufgelistet wird. Der Anspruchsgegner und damit Auskunftsverpflichtete ist natürlich nur Ihr Vater, soweit keine weiteren Erben in Betracht kommen. Auskünfte außerhalb der Person des Vaters werden Sie von niemandem bekommen, so daß natürlich auch Ihr Vater Kenntnis davon erlangen wird, daß Sie nunmehr auf der „Suche" nach den wirklichen und vollständigen Vermögenswerten des nunmehrigen und auch zuvorigen Nachlasses aus Amerike sind.

[b]d.)
Übertragungen, die den Pflichtteil nachträglich schmälern würden, können als Pflichtteilsergänzungsanspruch berücksichtigt werden, wobei hier eine Frist von bis zu 10 Jahren rückwirkend noch mit berücksichtigt werden würde.

e.) In einem ersten Schritt sollte Ihr Vater jetzt mit einem professionellen Anschreiben eines Rechtsanwaltes auf Auskunft in Anspruch genommen werden. Wiederum ein Rechtsanwalt kann dann auch weiteres Ansprüche prüfen, die dem Pflichtteil noch hinzuzurechnen wären, wenn der Vater oder die Mutter zu Lebzeiten irgendwie getrickst oder gar Gelder verschoben haben.

Als erste Auskunft dürfte dieser Wegweiser für Sie wohl zum Grundverständnis reichen. Bitte scheuen Sie nun nicht, noch weitere gezielte Nachfragen zu tätigen. Bei der weiteren Abwicklung der Sache stünde im übrigen meine Kanzlei Ihnen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Fricke
RA


Bewertung des Fragestellers 04.12.2020 | 14:06

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

danke

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Diplom Kaufmann Peter Fricke »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 04.12.2020
5/5,0

danke


ANTWORT VON

(201)

Schevenstr. 1 a
01326 Dresden & Köln
Tel: 0351 65 888 350
Web: http://www.kanzleifricke.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Strafrecht, Steuerrecht, Erbrecht, Verkehrsrecht