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Aufbewahrung/Verteilung oder Verwertung von Nachlass

| 18.01.2008 21:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Guten Abend,
ich bin mit einer weiteren Person gemeinschaftlicher Erbe. Der andere Erbe hat vor knapp 3 Jahren einen Erbschein beantragt, es wurde daher ein gemeinschaftlicher Erbschein erstellt, Erbteile zu je 1/2. Eine Nachlassauseinandersetzung hat bisher nicht stattgefunden, da der andere Erbe und auch ich bisher diese nicht gefordert haben. Der Nachlasswert beträgt rund 20.000€, davon jedoch nur ein geringer Betrag an Bankguthaben und Bargeld (rund 1000€). Der Rest in Bilder, Möbel, Porzellan usw. den genauen Wert kenne ich allerdings auch nicht, aber es sind darunter einige Bilde mit einem Wert über 1.000€. Die Vermögensübersicht wurde vor rund 4 Jahren von mir selbst erstellt (geschätzt).

Mir ist bekannt, dass erbrechtliche Ansprüche erst nach 30 Jahren verjähren. Daher habe ich versucht, den anderen Erben ausfindig zu machen, dieser ist aber nicht auffindbar. Er ist von A nach B, von B nach C und von C wieder nach A verzogen, aber bei keiner der drei Gemeindem mehr zurzeit gemeldet.

Ich bewahre seit nunmehr über 4 Jahren den Nachlass in meinem Keller auf, kann das aber nicht noch 26 Jahre tun, da ich den Platz jetzt benötige. Im Übrigen wird der Nachlass (besonders die Gemälde) durch die Aufbewahrung im Keller eventuell geschädigt. Daher denke ich nun darüber nach, die aus meiner Sicht nicht wertvollen Gegenstände zu vernichten und die aus meiner Sicht wertvolleren Gegenstände zu verkaufen oder zu einer Kunstauktion zu geben. Den gesamten Erlös würde ich auf ein Sonderkonto einbezahlen.

Fragen:

a) Muss ich vor einer Verwertung des Nachlasses eine weitere Nachlassauseinandersetzung versuchen? D.h. in diesem Fall mit entsprechendem Aufwand zu versuchen, den gemeldeten Aufenthaltsort des anderen Erben zu ermitteln, da dieser an der im Erbschein genannten Adresse sowie an zwei anderen von mir bereits ermittelten Adressen nicht mehr gemeldet ist? Was ist mir ggf. zur weiteren Ermittlung noch zuzumuten bzw. wo wird die zumutbare Grenze gezogen? Sollte ich zur Ermittlung des Aufenthaltsortes des anderen Erben das Nachlassgericht einschalten? Welche Möglichkeiten zur Ermittlung hat ein Nachlassgericht, die z.B. ich nicht habe?

b) Oder kann ich den Nachlass wie beschrieben nun nach der bereits versuchten Ermittlung einfach ohne weitere zusätzliche Ermittlungsaktivitäten verwerten und den Erlös auf ein Sonderkonto anlegen?

c) Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte, ob und in welcher Höhe dann eine Verzinsung des Erlöses erfolgen müsste? Was ist mit der Zinsabschlagsteuer?

d) Falls ich Eine Verwertung nicht so ohne weiteres angehen darf, wie sollte ich dann mit dem Nachlass weiter verfahren? Ich kann ihn schließlich ja nicht weiter auf meine Kosten einlagern lassen.

Nur zum besseren Verständnis. Ich beabsichtige nicht, dem anderen Erben etwas vorzuenthalten. Ich möchte lediglich „Platz schaffen“, und den Nachlass vor ggf. (weiterer) Beschädigung schützen. Sobald der andere Erbe Ansprüche erhebt, werde ich ihm selbstverständlich den zustehenden Anteil des Erlöses aus der Nachlassverwertung bezahlen.

Vielen Dank für einige Informationen dazu.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

a) Außer einer Anfrage bei dem letzten Meldeamt, kann auch das Nachlassgericht keine weiteren Möglichkeiten zur Herausfindung des 2. Erben unternehmen.
b) Wenn Sie die Verwertung zum Schutz, zum Erhalt des Wertes bzw. zur Sicherung des Nachlasses unternehmen, können Sie sich auf § 2038 Abs. S.2, 2. TS BGB (sh. Anhang) berufen und den Erlös auf ein Sonderkonto einzahlen.
c) Die Verzinsung sollte dem derzeit üblichen Zinssatz für eine sichere Geldanlage entsprechen und mit kürzerer Kündigungsfrist angelegt werde. Die Zinsen gehören dann zum Nachlass und Steuern mindern diesen somit wieder.
d) Die notwendigen Kosten für die Aufbewahrung des Nachlasses ist eine Nachlassverbindlichkeit und kann von Ihnen aus dem Nachlass beansprucht werden.

Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.

Gern können Sie von Ihrem Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen. Weitergehende Fragen beantworte ich für Sie im Rahmen einer Mandatsübertragung, ebenso übernehme ich gern weitere Tätigkeiten im Rahmen eines Mandats. Eine Mandatsausführung kann unbeachtlich der örtlichen Entfernung erfolgen und eine Informationsweiterleitung erfolgt dann per E-Mail, Post etc..


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel.: 0351/2 69 93 94
Fax: 0351/2 69 93 95
e-mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de
www.anwaltskanzlei-sperling.de

Anhang

§ 2038 Gemeinschaftliche Verwaltung des Nachlasses

(1) 1Die Verwaltung des Nachlasses steht den Erben gemeinschaftlich zu. 2Jeder Miterbe ist den anderen gegenüber verpflichtet, zu Maßregeln mitzuwirken, die zur ordnungsmäßigen Verwaltung erforderlich sind; die zur Erhaltung notwendigen Maßregeln kann jeder Miterbe ohne Mitwirkung der anderen treffen.
(2) 1Die Vorschriften der §§ 743, 745, 746, 748 finden Anwendung. 2Die Teilung der Früchte erfolgt erst bei der Auseinandersetzung. 3Ist die Auseinandersetzung auf längere Zeit als ein Jahr ausgeschlossen, so kann jeder Miterbe am Schluss jedes Jahres die Teilung des Reinertrags verlangen.

Nachfrage vom Fragesteller 19.01.2008 | 19:03

Vielen Dank für die Beantwortung.

Das heist, ich muss zur nun keine weitere Schritte als die bisher durchgeführten erfolglosen Ermittlungen des Wohnsitzes aus den Melderegistern einleiten, sondern kann nun unmittelbar die Verwertung des Nachlasses angehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2008 | 19:46

Sehr geehrte Damen und Herren,

da die Verwertung zum Erhalt des Nachlasses dienen soll, dann können Sie diesen jetzt verwerten. Jedoch sollten Sie ca. 3 Angebote je Erbstück einholen, damit Sie den besten Preis erzielen können und somit keinen Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sind.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

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