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Pauschalreise Kanaren im Januar 2021 stornieren, Abflughafen wechselt

10.11.2020 20:57 |
Preis: 25,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


Guten Abend,
wir haben im Juni 2020 eine Pauschalreise von Münster nach Fuerteventura-Münster gebucht.
Corona bedingt, würden wir die Reise gerne kostenfrei stornieren.
Dazu wird sich auch der Abflughafen ändern, da keinerlei Verbindungen ab Januar 2021 ab Münster gehen, erst wieder im Februar 2021.
Laut Reisebüro und FTI kann ich nur mit der normalen 25% Stornoregel stornieren.
Gibt es da noch andere Möglichkeiten, auch bezogen auf den Flughafenwechsel (welcher es wird ist noch nicht bekannt).
Gibt es Möglichkeiten den Urlaub kostenfrei zu stornieren?
Freue mich über Ihre Mithilfe. Vielen Dank.

VG

12.11.2020 | 09:44

Antwort

von


(14)
Heegbarg 4
22391 Hamburg
Tel: (040) 611 69 04-0
E-Mail:

Guten Morgen,

im (Pauschal)reiserecht gilt: Vor Reisebeginn kann der Reisende jederzeit vom Vertrag zurücktreten. Dann verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis, kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen.

Bei vielen Veranstaltern werden - was grundsätzlich zulässig ist - Entschädigungspauschalen festgelegt. Diese müssen sich bemessen nach Zeitraum zwischen der Rücktrittserklärung und dem Reisebeginn,
der zu erwartenden Ersparnis von Aufwendungen des Reiseveranstalters und dem zu erwartenden Erwerb durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen.

Werden im Vertrag keine Entschädigungspauschalen festgelegt, bestimmt sich die Höhe der Entschädigung nach dem Reisepreis abzüglich des Werts der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie abzüglich dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwirbt.

Der Reiseveranstalter ist auf Verlangen des Reisenden verpflichtet, die Höhe der Entschädigung zu begründen.

Insofern mögen die 25 Prozent grundsätzlich in Ordnung gehen. Aber: Der Reiseveranstalter kann keine Entschädigung verlangen, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sie nicht der Kontrolle der Reisenden unterliegt und sich ihre Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären.

Mit letzterem lässt sich in der Corona-Pandemie durchaus erfolgreich argumentieren. Das hängt aber auch klar davon ab, wie sich der Reiseveranstalter aufstellt, ob die Reisenden etwa zur Risikogruppe gehören und inwieweit die Lage bei Vertragsabschluss bereits absehbar und einschätzbar war.

Der Wechsel des Abflugortes dürfte ggf. einen Reisemangel darstellen, der ggf. zu einer Minderung des Reisepreises und Schadensersatz führen kann. Grundsätzlich denkbar wäre, wenn der Wechsel unzumutbar ist, auch eine Kündigung des Reisevertrags.

All dies vorbehaltlich des konkreten bisherigen Schriftverkehrs und insbesondere der Vertragsbedingungen.

Bei Nachfragen melden Sie sich gern.

Freundliche Grüße

Rechtsanwalt Wiese


Rückfrage vom Fragesteller 13.11.2020 | 19:32

Guten Abend,
vielen Dank für die Rückantwort. Gibt es sonst noch Möglichkeiten, die Reisestornierung ohne die 25% Klausel durchzuführen?
Evtl. mit verschärften Einreisebestimmungen, dauernde Maskenpflicht, etc?
Auf welchen § könnte man sich beziehen?
Ein schönes Wochenende und vielen Dank vorab.
VG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.11.2020 | 12:38

Entscheidend ist, rechtzeitig vor Reisebeginn den Rücktritt zu erklären. § 651h BGB sieht ein sogenanntes freies Rücktrittsrecht vor. Ein Rücktrittsgrund ist nicht erforderlich. In Absatz 3 ist geregelt, wann keine Entschädigung verlangt werden kann. Der Rest ist eine Frage der überzeugenden Argumenation. Die von Ihnen genannten Kriterien sind auf jeden Fall entsprechende Anhaltspunkte.

ANTWORT VON

(14)

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22391 Hamburg
Tel: (040) 611 69 04-0
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