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Ich habe in einem Drogeriemarkt einen Lippenstift im Wert von 20 € gestohlen und wurde prompt von de

| 11.01.2008 08:21 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo erstmals,
ich habe vor zwei Tagen eine sehr große Dummheit begangen. Ich habe in einem Drogeriemarkt einen Lippenstift im Wert von 20 € gestohlen und wurde prompt von der Ladendetektivin gestellt. Ich wurde ins Büro geführt und durchsucht, ob ich noch andere Waren gestohlen habe. Ich musste mich ausweisen und meine Personalien wurden aufgenommen. Strafanzeige wurde gestellt. Diese musste ich unterschreiben. Ich habe den Diebstahl unumwunden zugegeben und war kooperativ und freundlich.

Dies war mein erster Ladendiebstahl überhaupt in meinem Leben aus purer Dummheit und ohne Vorsatz. Mich belastet das Ereignis nun sehr und ich habe am nächsten Tag einen Entschuldigungsbrief an die Geschäftsleitung des Drogeriemarktes gesendet und mich entschuldigt und Wiedergutmachung angeboten.
Mein Alltagsleben ist nun ziemlich beeinträchtigt, meine Arbeit leidet darunter und auch mein Privatleben, die Sache geht mir nicht mehr aus dem Kopf, beschäftigt mich rund um die Uhr, alles spult sich immer wieder wie ein Film vor meinen Augen ab, da ich mir das Warum des Diebstahls einfach nicht erklären kann, da ich noch nie gestohlen habe.
Zum meiner Person: Ich bin 41 Jahre alt und wie gesagt Ersttäterin.

Was kommt in dieser Sache denn nun im einzelnen auf mich zu?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar und dann vielleicht auch etwas beruhigter, wenn ich weiss, was nun kommt.

Vielen Dank und Grüße
Realicious

11.01.2008 | 09:48

Antwort

von


(68)
Roßmarkt 12
60311 Frankfurt am Main
Tel: 069 36605388
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Sehr geehrte Fragestellerin,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst bitte ich höflich um Verständnis, dass ohne Kenntnis der Ermittlungsakte keine abschließende und seriöse Einschätzung der zu erwartenden Strafe möglich ist. Ich empfehle Ihnen dringend, einen Strafverteidiger mit Ihrer Vertretung zu beauftragen und über diesen Akteneinsicht zu nehmen.

Ein paar grundsätzliche Ausführungen zu dem von ihnen beschriebenen Sachverhalt möchte ich Ihnen jedoch nicht schuldig bleiben.

Der einfache Diebstahl wird nach § 242 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wobei es sich vorliegend um einen Diebstahl geringwertiger Sachen handelt, der in der Regel durch die Staatsanwaltschaft nur bei Vorliegen eines Strafantrags des Geschädigten verfolgt wird.

Die Folgen eines Ladendiebstahls können vielfältig sein. Je nach Art der Umstände (Wert des Diebesgutes, Vorstrafen des Täters, Art der Begehung) kann die Staatsanwaltschaft unter anderem das Verfahren nach § 153 StPO einstellen.

Voraussetzungen für eine solche Verfahrenseinstellung sind, dass
1. die Schuld des Täters gering ist und
2. kein öffentliches Interesse an einer Verfolgung besteht.

In manchen Bundesländern werden alle Ladendiebstähle von Ersttätern bis 50 Euro Diebstahlswert sanktionslos eingestellt.

Zudem kann der Staatsanwalt auch das Verfahren nach 153 a StPO einstellen.
Im Gegensatz zur Einstellung nach § 153 StPO bejaht die Staatsanwaltschaft bei dieser Einstellungsweise das öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung.
Das Verfahren wird dann vorläufig unter Auflagen und Weisungen (§ 153a Abs. 1 Nr. 1-6 StPO ) eingestellt. Diese müssen geeignet sein, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen. Meistens ist von den Tätern dann ein Geldbetrag an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen. Erfüllt der Beschuldigte die Auflagen und Weisungen innerhalb des vorgesehen Zeitraumes ist das Verfahren dann endgültig beendet.

Ansonsten hat der Staatsanwalt auch die Möglichkeit, das Verfahren über das sog. Strafbefehlsverfahren zu beenden. Den Erlass eines Strafbefehls beantragt die Staatsanwaltschaft bei Gericht. Zuständig ist der Strafrichter des Amtsgerichts.
Gegen einen erlassenen Strafbefehl kann der Angeschuldigte dann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen und dadurch erreichen, dass eine mündliche Hauptverhandlung stattfindet. Legt er keinen Einspruch ein und akzeptiert er die im Strafbefehl benannte Strafe, so wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht in der Wirkung einer Verurteilung gleich.
Das Strafbefehlsverfahren wird in der Praxis vor allem in Fällen der so genannten Massenkriminalität angewendet. Typische durch Strafbefehle geahndete Delikte sind Verkehrsdelikte wie Trunkenheit im Verkehr, Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Gefährdung des Straßenverkehrs oder Fahren ohne Fahrerlaubnis, Diebstähle (insbesondere Ladendiebstähle von einigem Gewicht) und einfache Körperverletzungen nach § 223 StGB .

Im Bereich der schweren Kriminalität wird die Staatsanwaltschaft jedoch nicht vom Strafbefehlsverfahren gebrauch machen und Anklage beim zuständigen Gericht erheben und damit den Beschuldigten in einem öffentlichen Verfahren verurteilen lassen.

Dies sind alle strafrechtlichen Sanktionsmöglichkeiten, die die Staatsanwaltschaft bei hinreichendem Tatverdacht gegen einen Beschuldigten einer Straftat veranlassen kann und die in Ihrem Fall zunächst möglich wären.

Da Sie angeben, als Ersttäterin gehandelt zu haben und sich der Wert des Lippenstiftes auf „nur“ 20.- € beläuft, wäre aufgrund Ihrer einfachen Fallbeschreibung das Worst-Case-Szenario ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe im Bereich von 10 bis 40 Tagessätzen, wobei sich die Höhe eines Tagessatzes nach Ihren Einkommenverhältnissen bestimmt.

Für eher wahrscheinlich halte ich aber, dass die Staatsanwaltschaft in Ihrem Fall von § 153 StPO gebrauch machen wird und das Ermittlungsverfahren einstellt.
In diesem Fall hätte der Ladendiebstahl für Sie keine strafrechtlichen Konsequenzen und Sie wären auch nicht vorbestraft. Von einem Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis sind Sie als Ersttäterin bei einem einfachen Ladendiebstahl bei Entwendung geringwertiger Waren ebenfalls weit entfernt.

Bevor die Staatsanwaltschaft jedoch darüber entscheidet, wird Ihnen die Möglichkeit gegeben, sich zu dem Vorwurf zu äußern. In der Regel geschieht dies über die Ladung zu einer polizeilichen Vernehmung. Dieser Ladung müssen Sie als Beschuldigte nicht nachkommen und sollten dies auch nicht tun, wenn Sie die Einschaltung eines Strafverteidigers in Erwägung ziehen.

Da Sie den Vorwurf gegenüber dem Kaufhausdetektiv aber auch bereits eingeräumt haben, können Sie diese Angaben aber selbstverständlich auch nochmals bei der Polizei wiederholen, sofern Sie die Kosten eines Strafverteidigers scheuen. Bei der Polizei sollten Sie unbedingt angeben, dass Sie einen Entschuldigungsbrief an die Geschäftsleitung geschrieben haben und Wiedergutmachung angeboten haben. Dies wird die Staatsanwaltschaft bei der anstehenden Entscheidung über den weiteren Verfahrensverlauf strafmildernd berücksichtigen und aufgrund dieser Tatsache und den von Ihnen geschilderten Umständen möglicherweise von einer Verfolgung der Tat absehen.

Ich hoffe, Ihnen durch meine Ausführungen zumindest einen ersten Eindruck gegeben zu haben und Ihnen die Angst vor dem weiteren Verfahren ein wenig genommen zu haben. Sie sollten jedoch meinen Rat annehmen, und einen Rechtsanwalt mit Ihrer Vertretung beauftragen, da eine seriöse und verbindliche Beratung nur anhand der Ermittlungsakte erfolgen kann. Ein Strafverteidiger wird sich mit der Staatsanwaltschaft auch in Verbindung setzen und kann insbesondere darauf hinwirken, dass das Verfahren auch nach § 153 StPO eingestellt wird.

Für Rückfragen oder weiterer Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt


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Rechtsanwalt Michael Euler
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Rückfrage vom Fragesteller 11.01.2008 | 10:21

Ich habe gehört, dass man von der Polizei einen sog. Anhörungsbogen geschickt bekommt, den man zu Hause ausfüllen kann. U.a. kann man dort auch ankreuzen, dass man darum bittet, dass das Verfahren eingestellt wird. Ich würde dann diesen Bogen, den Beleg über die bezahlte Fangprämie sowie mein Entschuldigungsschreiben beifügen und bei der Polizei abgeben. Leitet diese das dann an die Staatsanwaltschaft weiter oder muss ich dies tun?

Danke für Ihre Antwort. Diese hat mir sehr weitergeholfen.

Ergänzung vom Anwalt 11.01.2008 | 10:52

Sehr geehrte Fragestellerin,

wie ich bereits geschildert habe, steht es Ihnen frei, eine Aussage zur Sache zu machen. Einen reinen Anhörungsbogen wie bei einem Verkehrsordnungswidrigkeitenverstoß werden Sie jedoch nicht bekommen. Sie sollten auf Ihre Ladung als Beschuldigte der Polizei mitteilen, dass Sie sich schriftlich zur Sache äußern werden und den Termin zur Vernehmung deshalb absagen. Sämtliche Unterlagen die Sie der Polizei zu dem Tatvorwurf vorlegen, wird diese der Staatsanwaltschaft zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt

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