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40 Jahre alten Schuldtitel geerbt

| 07.01.2008 21:37 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


14:50
Ich habe einen über 40 Jahre alten Schuldtitel von meinem 2001 verstorbenen Vater geerbt. Ein Inkassobüro hat diesen Titel wohl aufgekauft und verlangt von mir die Begleichung der Schuld. Ich habe weder Kenntnis über den Sachverhalt des Titels, noch weiß ich, ob irgendwelche Verjährungsfristen nicht eingehalten wurden.
Laut dem Schreiben des Inkasso-Büros sind diese bereit zu einem Vergleich.

Muß ich überhaupt etwas zahlen? Wenn ja, welche Möglichkeiten gibt es, de Betrag zu minimieren?
07.01.2008 | 22:52

Antwort

von


(252)
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: http://www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Die im BGB längste Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre. Gemäß § 197 Abs. 1 BGB verjähren rechtskräftig festgestellte Ansprüche innerhalb von 30 Jahren. Ein rechtskräftig festgestellter Titel liegt dann vor, wenn der Anspruch von einem Gericht durch Urteil festgestellt wurde. Nach Ihrer Schilderung ist der Titel bereits 40 Jahre alt. Sollte das Inkassobüro demnach versuchen, einen 40 Jahre alten Titel zu vollstrecken, dürfte es damit erfolglos sein, da der Anspruch verjährt sein dürfte.
2.Diese Aussage gilt jedoch nur dann, wenn der Titel tatsächlich vor 40 Jahren erworben wurde und seither keine Vollstreckung stattgefunden hat oder die Verjährung gehemmt war. Hemmung kann z.B. durch Verhandlung mit dem Schuldner eingetreten sein, § 203ff BGB.
3.Sollte der Anspruch verjährt sein, kann das Inkassobüro von Ihnen keine Zahlung mehr verlangen, § 214 BGB.
4.Sie müssen vor Zahlung den Sachverhalt ermitteln, da Sie ansonsten womöglich eine unberechtigte Zahlung leisten.Sie sollten zunächst prüfen, um welchen Anspruch es sich tatsächlich handelt. Sie sollten mit Hilfe eines Anwalts ermitteln, ob in Ihrem Fall tatsächlich die Verjährung bereits eingetreten ist. Der Anwalt kann Akteneinsicht beantragen, wenn dem Anspruch ein Verfahren vorangegangen ist. Ebenso kann er Auskunft über die Forderung beim Inkassobüro einfordern, um den Anspruch auf seine Rechtmäßigkeit zu prüfen. Machen Sie deutlich, dass Sie die Angelegenheit klären möchten, jedoch ohne Kenntnisse der Umstände keine Zahlung leisten können, insbesondere nicht bei einem derart alten Anspruch.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

info@anwaeltin-heussen.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 07.01.2008 | 23:24

Vielen Dank für Ihre zügige Bearbeitung. Ich gehe davon aus, daß der Titel weiterhin rechtskräftig ist; warum sonst sollte ein Inkasso-Büro diesen Titel von einem Insolvenzverwalter kaufen. Insofern hätte ich gerne Ihren Rat bezüglich dem 2. Teil der Frage. Welche Möglichkeiten habe ich um den Betrag zu minimieren? Oder anders ausgedrückt: Gibt es beispielsweise eine Möglichkeit den Betrag der in dieser Zeit zu 90% aus Zinsen etc besteht, auf den Ursprungsbetrag zu reduzieren?

Ich wäre ihnen dankbar wenn Sie mir auch da noch den einen oder anderen Tip geben könnten.- auch wenn ich um einen Besuch bei einem Rechtsanwalt wohl nicht herumkomme. Gerne hätte ich Ihre Hilfe in Anspruch genommen, aber ich wohne im PLZ-Gebiet 6. Trotzdem vielen Dank. Sie haben mir schon jetzt geholfen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.01.2008 | 14:50

Zunächst sollten Sie nicht unterstellen, dass der Anspruch nicht bereits verjährt ist. Wahrscheinlicher ist, dass der Anspruch verjährt ist.

Da dies aber nun Spekulationen sind, folgende Tipps für die Verhandlung:
- machen Sie sich klar, was der beste ERfolgsfall für Sie wäre.
- rechnen Sie anhand des Prozeßrechners, was die Gegenseite aufwenden muss, um den Anspruch gerichtlich durchzusetzen (einen entsprechenden Rechner finden Sie hier: http://www.allianz-profi.de/).
- weisen Sie die Gegenseite darauf hin, was sie an Aufwendungen betreiben muss, um den Anspruch durchzusetzen. Weisen Sie darauf hin, dass der Anspruch voraussichtlich gar nicht mehr durchsetzbar ist aufgrund der Verjährungsproblematik.
- bieten Sie dann eine sofortige Zahlung an (Barzahlungen sind ebenfalls beliebt) gegen eine schriftliche Erklärung, dass mit der Zahlung sämtliche Ansprüche des Büros gegen den Verstorbenen oder Sie abgegolten ist.

Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

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"Die Antwort hat mir nur unwesentlich weitergeholfen. Sie hat nur bestätigt, was ich schon wußte. Das "wenn ja" wäre der eigentliche Schwerpunkt der Frage gewesen.

Leider wurde das auch in der Nachfrage nicht beantwortet. Ich bin sicher, diese Antwort hätte ich auch für 20 € haben können. "
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Die Antwort hat mir nur unwesentlich weitergeholfen. Sie hat nur bestätigt, was ich schon wußte. Das "wenn ja" wäre der eigentliche Schwerpunkt der Frage gewesen.

Leider wurde das auch in der Nachfrage nicht beantwortet. Ich bin sicher, diese Antwort hätte ich auch für 20 € haben können.


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