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Kann bezugsberechtigte Person die Auszahlung der Risikolebensversicherung abtreten?

12.06.2020 18:30 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


22:49

Meine Mutter hat sich in Folge einer schweren (nachgewiesenen) Depression vor Kurzem das Leben genommen. Als Erben gibt es meinen Bruder und mich. Der "Schaden" wurde bereits gemeldet, die Versicherung wartet nun auf die Sterbeurkunde und weitere Informationen, es gab noch keine Auszahlung.

Sie hat 2003 die Risikolebensversicherung über 120.000 Euro abgeschlossen und als bezugsberechtigte Person ist unser Vater benannt. Allerdings haben sich unsere Eltern 2006 scheiden lassen und beide haben vergessen die bezugsberechtigte Person anzupassen.

Als "sonstige" Person (geschiedene Eheleute) hat mein Vater einen Erbschaftsfreibetrag von lediglich 20.000 Euro. Er würde am liebsten die Auszahlung an uns (die gemeinsamen Söhne) abtreten.

Ist dies möglich?

Falls nicht, welche andere Möglichkeiten gibt es um die Auszahlung an uns Kinder umzulenken damit keine Erbschaftssteuer anfällt?
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Vater und das Geld ist so oder so für uns als Kinder der Verstorbenen gedacht.

Vielen Dank!

12.06.2020 | 19:24

Antwort

von


(299)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,


Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Eine bloße Abtretung des Auszahlungsanspruchs durch den Vater dürfte nicht das sein was Sie wollen. In dem Falle wäre der Anspruch nämlich zunächst einmal beim Vater angefallen und würde dort Steuern auslösen.

Vorzugswürdig wäre etwas Anderes: Mit etwas Glück wurde der Versicherungsvertrag damals so abgeschlossen, dass der Versicherungsnehmer den Bezugsberechtigten auch nachträglich noch ändern kann. Anstelle der Mutter als Versicherungsnehmer tritt jetzt die Erbengemeinschaft. Wenn nun die Erben Entweder sich selbst als Bezugsberechtigte eintragen oder den Bezugsberechtigten ganz streichen, dann würde die Versicherungssumme den Erben zu Gute kommen und in den Nachlass fallen.

Auch in dem Falle ist die Versicherungssumme prinzipiell erbschaftsteuerpflichtig. Allerdings würden Sie beide natürlich von den vielen höheren Freibeträgen als Kinder profitieren. Versuchen Sie es auf jeden Fall so und kontaktieren Sie die Versicherung. Eintragen oder die Bezugsberechtigte Person ganz streichen, dann würde die Versicherungssumme den Erben zugute kommen und in den Nachlass fallen.

Auch in dem Falle ist die Versicherungssumme prinzipiell erbschaftsteuerpflichtig. Allerdings würden Sie beide natürlich von den viel höheren Freibeträgen als Kinder profitieren. Versuchen Sie es auf jeden Fall so und kontaktieren Sie die Versicherung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

Rückfrage vom Fragesteller 12.06.2020 | 19:38

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, soweit verständlich.

Falls wir als Erbgemeinschaft nicht die bezugsberechtigte Person ändern können, gäbe es eine andere Möglichkeit die Auszahlung an unseren Vater zu verhindern und den Anspruch an uns zu lenken?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.06.2020 | 22:49

Sehr geehrter Fragesteller,

Zu Ihrer Nachfrage Folgendes:

Das lässt sich ohne Einsicht in den Versicherungsvertrag und gegebenenfalls Fachliteratur nicht beantworten. Man müsste prüfen, was bei diesem Vertrag passiert wenn der Berechtigte auf die Zahlung schlicht verzichtet.

Darüber würde ich mir allerdings keine Sorgen machen bevor nicht die Änderung des Bezugsberechtigten versucht wurde. Das ist auf jeden Fall der einfachste, günstigste und wirksamste Weg.


Mit freundlichen Grüßen,

Lars Winkler
Rechtsanwalt

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