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Ladendiebstahl in Höhe von 53 Euro

| 13.12.2019 12:33 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,

Ich wurde heute dabei erwischt, als ich Klamotten im Wert von 53Euro bei H&M entwendet habe.
Ich bin 25 Jahre alt und bin bisher noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten.
Der Ladendetektiv hat mich vor der Tür abgefangen und gebeten mit mir in ein Büro zu gehen. Dort hat er meine Personalien aufgenommen, die Höhe des Wertes der entnommenen Ware aufgenommen und meinen Personalausweis kopiert. Er hat nicht viel gesagt, mir nur eine Kopie des zwei jährigen Hausverbotes mitgegeben. Auf dem Tisch habe ich ein Strafanzeigen Schreiben gesehen, zu dem er aber nichts gesagt hat.

Ich habe gelesen, dass ein ähnlicher Vorfall (in Höhe von 55 Euro) hier auf der Seite schon einmal vor 6 Jahren geschildert wurde. Da es schon eine Weile her ist, wollte ich fragen, ob sich bis dato vielleicht irgendwas geändert hat, was die Strafe angeht?
Wie könnte die (Geld-)Strafe im schlimmsten Fall aussehen? Kann es zu einem gerichtlichen Verfahren oder Eintrag ins Führungszeugnis kommen? Ich habe große Angst, da ich gerade mein Studium beendet habe und mich im kommenden Jahr auf Stellen bewerben möchte.
Kann ich irgendwasim Voraus tun oder soll ich einfach warten, bis ich Post von der Polizei bekomme? Und wie soll ich dann weiter vorgehen?
Vielen Dank im Voraus für ihre Hilfe!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die entwendeten Sache liegt knapp über der Geringwertigkeitsgrenze von 50 €, die allerdings auch nur ein Richtwert ist. Auf jeden Fall klingt es schon mal gut, dass Sie sonst nichts gesagt oder unterschrieben haben, was aber auch nichts daran geändert hätte, dass in einem Gerichtsverfahren Ihnen ein Diebstahl nachgewiesen werden müsste. Das wäre nur mit der Aussage des Detektive, der Sie offenbar beobachtet hatte, durchaus schwierig, denn ohne Video-Beweis stünde Aussage gegen Aussage, und es ist nicht so, dass einem Kaufhausdetektiv von vornherein mehr geglaubt würde als einem unbescholtenen Bürger.

Ich nehme nicht an, dass es hier zu einer Anzeige kommt, denn dieser Weg ist auch für das Kaufhaus mit Mühen und Zeitaufwand verbunden (was natürlich nicht heißen soll, dass Ihr Verhalten hinnehmbar wäre, aber Sie sind ja schon ärgerlich über sich selbst genug).

Und selbst wenn Sie ein Schreiben von der Polizei erhielten, müssten Sie darauf nicht reagieren, nur wenn die Polizei Sie im Auftrag (das muss auch so drinstehen) der Staatsanwaltschaft vorlädt oder aber die Ladung zur Vernehmung gleich von der Staatsanwaltschaft kommt. Dann müssen Sie hingehen, aber Sie müssen und sollten keine Aussage machen oder gar alles zugeben!

Wenn Sie sich dann besser fühlen, dann machen Sie das, aber ich rate Ihnen, sich darauf zu berufen, dass Sie nicht wissen, was da passiert ist, und was Ihnen denn überhaupt vorgeworfen werde. Erfahrungsgemäß wird Ihnen nichts einfach so verziehen, wenn Sie sich selbst belasten - Sie verlieren dann den Schutz der Unschuldsvermutung, die ja auch besagt, dass Sie sich nicht selbst belasten müssen, sondern dass Ihnen ein Fehlverhalten nachgewiesen werden muss.

Dass es zu einem Gerichtsverfahren kommt, glaube ich nicht, denn Sie sind ja - wenn Anklage erhoben würde - sog. Ersttäterin, so daß eher eine Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft (wenn es wie gesagt überhaupt zu einem Ermittlungsverfahren gegen Sie kommt) gemäß § 153 oder § 153 a StPO käme. Letzteres bedeutet, dass Sie eine Geldauflage zahlen oder aber Sozialstunden leisten müssten, da Sie ja nicht viel Geld zur Verfügung haben dürften, was Sie dann auch sagen müssten.

Einen Eintrag in das Führungszeugnis gäbe es erst ab einer Geldstrafe in Höhe von mehr als 90 Tagessätzen, und eine so hohe Strafe ist ausgeschlossen. Weder von einer geringen Bestrafung noch von einer Einstellung des Verfahrens würde also irgendjemand erfahren.

Warten Sie bitte erst einmal ab!

Ich hoffe, Sie etwas beruhigt zu haben, und verbleibe mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 18.12.2019 | 10:53

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