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Probleme nach Trennung

| 03.10.2019 21:08 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


sehr geehrte damen und herren, ich habe eine frage zu meiner rechtlichen handhabe in folgender situation:

ich habe mich nach 15 jahren eheähnlicher gemeinschaft von meinem freund getrennt. wir haben eine gemeinsame tochter von 7 jahren und gemeinsames sorgerecht. noch wohnen wir in der wohnung, die wir zusammen angemietet haben. folgende probleme gibt es: nun will mein freund die trennung nicht akzeptieren und
1. die gemeinsame wohnung nicht kündigen
2. nicht zustimmen, dass meine tochter 60 km weit wegzieht und
3. nicht zustimmen, dass sie entsprechend dann die schule wechselt.

was für möglichkeiten habe ich?

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Bezüglich der Wohnung gibt es folgende Möglichkeiten:

Wenn Ihr Freund in der Wohnung bleiben möchte, ist es empfehlenswert, mit dem Vermieter abzuklären, ob er bereit ist, Sie aus dem Mietverhältnis zu entlassen und den Mietvertrag mit Ihrem Freund allein fortzuführen.

Sollte der Vermieter mit dieser Vorgehensweise einverstanden sein, wäre die Problematik des Mietverhältnisses gelöst.

Ist der Vermieter dagegen nicht bereit, das Mietverhältnis nur mit dem Freund weiter zu führen, wird es komplizierter. Dann müssten Sie den Freund auf Zustimmung zur Kündigung des Mietvertrags verklagen. Das Gericht wird den Freund verurteilen, der Kündigung zuzustimmen. D. h., das Gerichtsurteil ersetzt die Kündigung des Vertrags seitens des Freundes.


2.

Da Sie das gemeinsame Sorgerecht haben, haben Sie auch bezüglich der Tochter das gemeinsame Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Bestandteil des Sorgerechts. Diese Rechtslage bedeutet, dass der Freund dem geplanten Umzug zustimmen müsste.

Hier könnten Sie bei Gericht den Antrag stellen, Ihnen das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen. Würde Ihnen das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen, könnten Sie auch ohne Zustimmung des Vaters umziehen.


3.

Der Schulwechsel ist eine Angelegenheit, die unter das Sorgerecht fällt. Wenn Sie gerichtlich das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht erstreiten, wird der Schulwechsel die notwendige Folge sein. Wenn der Schulwechsel dem Kindeswohl, und das steht bei derartigen Problemen im Vordergrund, nicht abträglich ist, wird bei einem Rechtsstreit das Gericht einem Schulwechsel voraussichtlich nicht entgegenstehen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2019 | 21:58

hallo herr raab,
vielen dank für ihre schnelle, kompetente und hilfreiche antwort. ich habe gelesen, dass es sehr schwierig ist, dem vater gerichtlich das sorgerecht zu entziehen. sind denn die aussichten beim aufenthaltsbestimmungsrecht besser und wie lange dauert so ein verfahren in etwa in der regel?
vielen dank,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2019 | 22:15

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Dafür, dass das Sorgerecht einem Elternteil entzogen wird, müssen schon sehr triftige Gründe sprechen. Abgestellt wird stets auf das Kindeswohl. Ohne schwerwiegende Gründe wird das Familiengericht also nicht einem Elternteil das Sorgerecht entziehen.


2.

Anders sieht es dagegen beim Aufenthaltsbestimmungsrecht aus. Dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht einem Elternteil übertragen wird, ist keine Seltenheit. Wichtig ist, dass nachvollziehbare Gründe vorliegen.

Wenn eine Trennung bevorsteht, müssen Sie sich eine neue Wohnung suchen. Das setzt eine gewisse Flexibilität voraus, da Sie höchstwahrscheinlich keine Wohnung in der Nähe der bisherigen Wohnung finden werden. Im Übrigen wird auch niemand von Ihnen verlangen können, dass Sie sich gewissermaßen im "Dunstkreis" des Freundes niederlassen. Vielmehr werden Sie eine räumliche Distanz anstreben.

Eine Entfernung von 60 km ist nun auch nicht so erheblich, als dass dadurch das Umgangsrecht des Vaters mit der Tochter wesentlich eingeschränkt würde.


3.

D. h. im Ergebnis, dass ich einer Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf Sie Erfolgschancen einräume.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 03.10.2019 | 22:18

Noch eine Ergänzung: Ein Verfahren wird zwischen drei und sechs Monaten dauern.

Genauer lässt sich das nicht eingrenzen, da zahlreiche Faktoren für die Verfahrensdauer maßgeblich sind. So kommt es auf die Arbeitsbelastung des Gerichts ebenso an wie darauf, wie sich der Vater verteidigt.

Bewertung des Fragestellers 03.10.2019 | 22:22

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