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Widerspruch Seminar

27.09.2019 20:52 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


22:52

Sehr geehrte Damen und Herren,

mir ist gestern etwas sehr Dummes passiert. Ich hatte ein Bewerbungsgespräch für einen Nebenjob. Erst nach dem Gespräch wurde mir bewusst, dass das ein kompletter Schwachsinn war und mir ernsthaft ein Seminar verkauft wurde. Ich wurde vor Ort mehr oder weniger unter Druck gesetzt sofort ein Grundseminar zu buchen und dieses sofort zu bezahlen. Als mir das bewusst war, hab ich gestern gleich noch widerrufen. Unterschrift wurde um 18:00 Uhr geleistet und Widerruf um 23:00 Uhr. Also am selben Tag. Natürlich sagen die jetzt, ich kann nicht widerrufen, da Kosten für die Verpflegung (Essen) anfallen und sie diese dem Hotel bezahlen müssen. Habe ich den kein Widerrufanspruch? Kann ich mein Geld von 52€ zurück verlangen? Ich finde diese Masche einfach nur dreist.

27.09.2019 | 21:40

Antwort

von


(596)
Wichlinghauser Markt 5
42277 Wuppertal
Tel: 0202 697 599 16
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Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Zunächst kommt in Betracht, dass Sie wegen Täuschung oder Drohung nach § 123 BGB: Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung Ihre Erklärung anfechten. Dabei kommt es nicht darauf an, dass Sie den Begriff Anfechtung verwenden. Wenn Sie also den Widerruf erklärt haben, genügt das dieser Vorschrift. Sie haben dann Anspruch auf Rückerstattung des Geldes.

Fraglich ist insoweit vor allem, ob die Art und Weise wie Sie unter Druck gesetzt wurden eine Täuschung oder Drohung war. Das halte ich aber im Kontext Ihrer Situation für sehr wahrscheinlich. Im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung müssten Sie das allerdings beweisen. Vermutlich wird es weitere Personen geben, denen es ähnlich ergangen ist wie Ihnen. Diese müssten im Kontext des "gebuchten Seminars" sicherlich auch ausfindig zu machen sein.

Falls es sich um einen Vertrag handelt, der außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurde (§ 312b BGB: Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge ), dann steht Ihnen auch ein Widerrufsrecht nach § 355 BGB: Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen zu. Auch das hätten Sie mit dem durch Sie getätigten Widerruf fristgerecht ausgeübt.

Ich sehe auf Grundlage Ihrer Schilderung auch keinen Gegenanspruch des "Vertragspartners", das Geld für die Verpflegung einbehalten zu dürfen.

Ferner könnte es sich bei einem Angebot, das eine Schulung von einem Anbieter und Verpflegung von einem anderen Anbieter beinhaltet, um eine Pauschalreise/verbundene Reiseleistung handeln. Dafür wäre regelmäßig ein Sicherungsschein durch den Veranstalter auszugeben. Dass das nicht passiert ist wäre vermutlich einfach nachzuweisen und sicherlich auch für die zuständige Behörde interessant. (Vgl. insoweit § 651t BGB: Vorauszahlungen und vor allem § 147b GewO: Verbotene Annahme von Entgelten für Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen , der einen entsprechenden Ordnungswidrigkeitentatbestand enthält).

Sie können gerne nochmals ergänzende Angaben zum Sachverhalt in der Nachfragefunktion mitteilen, insbesondere besteht die Möglichkeit dort auch die getroffene Vereinbarung als Dokument hochzuladen. Dann kann ich meine Antwort nochmal ergänzen oder Verständnisfragen Ihrerseits beantworten.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 27.09.2019 | 22:33

Sehr geehrte Frau Stadler,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung.

Mir hätte die ganze Geschichte von vornherein komisch vorkommen müssen. Aber wie Sie sich vorstellen können sind die Mitarbeiter (extern) sehr gut geschult und manipulierend.
Ich habe leider einen Vertrag unterschreiben müssen wo folgendes steht „Mir ist bekannt, dass ich bei Nichtbeteiligung den gezahlten Betrag nur insoweit zurückerhalte, wie der oben genannte Veranstalter gegenüber dem Tagungslokal nicht erstattungsfähig ist.". Der Vertrag wurde leider in der Niederlassung unterschrieben. Es wurde auch konkret ausgewiesen, dass ich für die Verpflegung zahle. Aber keine AGB’s. Wie bereits erwähnt wurde der Vertrag im Rahmen eines Kennlerntermins abgeschlossen. Mir wurde auch klargemacht, dass man ohne Grundseminar nicht arbeiten darf und es nur zwei Termine dieses Jahr gibt.

Mir geht es hier nicht vordergründig um mein Geld, sondern um die vielen jungen Leute die jeden Tag über den Tisch gezogen werden. Da werden im Akord Bewerbungsgespräch geführt (beim Gehen ist mir das aufgefallen und da ist der Groschen gefallen), Seminare verkauft und zur Selbstständigkeit gedrängt. Bin ja auch auf den Trick anfangs reingefallen. Bezahlung gibt es bei der Tätigkeit nicht, sondern nur Provision.

Kann ich einen Widerruf vom Seminar gegenüber dem Unternehmen geltend machen? Vorallem weil ja auch anzunehmen ist, dass diese erst heute meine Seminaranmeldung gegenüber dem Hotel angemeldet haben (wenn überhaupt). Welche Schritte empfehlen Sie?

Besten Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.09.2019 | 22:52

Sehr geehrte Fragestellerin,

ja, ich denke dass Sie Ihr Geld zurückverlangen können, weil Sie den Vertrag nach § 123 BGB: Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung anfechten können.

Fordern Sie unter Setzung einer Frist zur Rückerstattung des Geldes auf. Am besten per Einwurfeinschreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Sonja Stadler

ANTWORT VON

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