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Abrechnung für Erstberatung

| 04.09.2019 18:24 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Wegen eines im Reiserecht aufgekommenen Situation suchte ich eine Anwältin auf, die dieses Rechtsgebiet (laut ihrer Internetseite) vertritt. Es fand ein Erstgespräch statt mit dem Schlusspunkt, dass sie sich über den Sachverhalt schlau machen müsste und mich anschließend kontaktieren würde. Sie konnte mir nichts konkretes zu meinem Anliegen sagen. Nach 3 Wochen erhielt ich eine Rechnung mit einem Höchstsatz von 190,-. Zu vermerken ist, es handelt sich um einen Rechtsstreitwert von 330,- (und die Anwältin wusste es, da wir darüber gesprochen haben).Nach Erhalt dieser Rechnung rief ich in der Kanzlei an und habe um einen Rückruf gebeten, weil ich doch ganz gerne wissen möchte, wofür ich zahlen sollte, da ja mein Anliegen nicht geklärt wurde. Nach einer Woche erhielt ich keine Nachricht und kontaktierte daraufhin die zuständige Rechtsanwaltskammer. Die Schlichtungsstelle deutete an, dass da nichts zu machen sei. Jetzt erhielt ich von der Anwältin per Post eine Antwort zu meinem Anliegen. Darin teilte sie mir mit, dass es keinen Sinn machen würde, diesen Fall weiter zu verfolgen. Das Verhalten der Anwältin (zuerst Rechnung und erst mit Nachdruck eine Antwort erhalten), sowie ihre Argumentation, erscheinen mir sehr fragwürdig.
Frage: Was kann ich in einem solchen Fall tun bzw. wie soll ich mich verhalten?
Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

190 € stellen gemäß § 34 RVG den Höchstsatz für ein erstes Beratungsgespräch gegenüber einem Verbraucher dar. Zumindest nach Ihrer kurzen Schilderung rechtfertigt die Leistung der Anwältin aber nicht den Höchstsatz.

Hinzu kommt, dass die Forderung eines solch hohen Betrages in Anbetracht des geringen Streitwertes unbillig erscheint. Schließlich hätte die Anwältin bei einer Beauftragung zur außergerichtlichen Vertretung, was für die Anwältin deutlich mehr Aufwand bedeutet hätte, nur gesetzliche Gebühren in Höhe von 70,20 € netto verlangen können. Über diese Diskrepanz hätte die Anwältin Sie aufklären müssen.

Entsprechend hat das Amtsgericht Stuttgart bei einem identischen Streitwert (331 €) für ein Erstberatungsgespräch nur ein Honorar von 48,20 € inkl. MwSt. für angemessen erachtet und sich dabei an der Mittelgebühr aus Nr. 2100 VV RVG (Prüfung der Erfolgsaussicht eines Rechtsmittels) orientiert. Ich halte es daher für vertretbar, der Anwältin unter Verweis auf dieses Urteil (AG Stuttgart, Urt. v. 20.03.2014 - 1 C 4057/12) nur diese Summe zu überweisen und es bezüglich der darüber hinausgehenden Forderung auf eine Zahlungsklage ankommen zu lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 06.09.2019 | 13:09

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"Herr Wilking hat für mich alle Bewertungspunkte vollstens erfüllt. Er gibt mir das Gefühl, dass es noch Gerechtigkeit gibt. Ich kann gegenwärtig noch nicht sagen, ob es zum Erfolg führen wird, da es sich im Prozess befindet, aber ich werde seinem Rat Folge leisten. Vielen Dank, Herr Wilking."