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Hauskauf - fehlende Angaben im Exposé zur Kanalistion

| 12.06.2019 13:29 |
Preis: 50,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Vor dem Hauskauf einer denkmalgeschützten Immobilie bekamen wir vom Makler ein Exposé vorgelegt, in dem das Anwesen als "kanalisiert" und "voll erschlossen" deklariert war. Auch beim Besichtigungstermin wurde die Frage nach Anschluß ans öffentliche Abwassernetz vom Makler mit "ja, voll kanalisiert" beantwortet. Bei der Heizungsplanung hat sich jetzt herausgestellt, daß eine alte 3-Kammer Klärgrube noch zur Aufnahme der Fäkalien dient und nur die letzte der drei Gruben mit einem Überlauf an die gemeindliche Entwässerung angeschlossen ist. Dadurch ergeben sich im Sommer teils hohe Geruchsbelästigungen. Noch dazu besteht die Vermutung, daß das alte Kammersystem Undichtigkeiten aufweist. Können wir den Verkäufer und /oder den Makler zur Nachbesserung heranziehen oder sind die Erfolgsaussichten bei einem Rechtsstreit eher schlecht (im Kaufvertrag ist eine Sachmängelhaftung seitens des Verkäufers ausgeschlossen, wir sehen das aber eher als einen arglistigen Täuschnungsversuch, der für den Laien nicht erkennbar sein kann) ?
Die Kosten für einen sachgerechten Anschluß an die öffentliche Kanalistaion werden vom Heizungsbauer auf etwa 9000.- geschätzt. Die Verkäuferin hat auf unsere Nachfrage bestätigt, dass sie dem Makler die Situation, 3-Kammer-Klärgrube mit Überlauf, so übermittelt hat, diese Beschreibung dann aber im Eposé nicht erwähnt wurde. Der Makler meint auf Nachfrage, es sei eine Auslegungssache ob "kanalisiert" auch wirklich bedeutet, dass die Fäkalien direkt in das öffentliche Netz abtransportiert werden oder zur Zwischenlagerung in den alten Gruben verbleiben und erst bei Erreichen eines gewissen Füllstandes in das öffentliche Abwassernetz fließen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie werden Ansprüche gegen den Verkäufer geltend machen können:

Der Verkäufer kann sich nicht damit herausreden, er hätte es dem Makler übermittelt.

Selbst wenn das zutrifft, wäre der Verkäufer verpflichtet gewesen, Sie darüber ohne Aufforderung und Nachfrage aufzuklären.

So ein Umstand ist für die Kaufentscheidung entscheidend.

Daher hat das OLG Koblenz die Aufklärungspflicht des Verkäufers angenommen:

https://rabohledotcom.wordpress.com/2017/08/02/verschweigen-von-baumaengel/


Ob daneben der Makler haftet, ist fraglich:

Ein Makler haften nur dann, wenn er den Mangel positiv kannte oder es für ihn so deutlich war, dass die Aussagen des Verkäufers nicht stimmen.

Dafür sind Sie aber darlegungs- und beweispflichtig.

Dieser Beweis wird kaum zu erbringen sein.

Selbst wenn der Verkäufer die Weitergabe der Information bestätigt, müssen Sie noch beweisen, dass der Makler dass dann absichtlich falsch verstanden und verschwiegen hat.

Das wird kaum möglich sein.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 14.06.2019 | 11:22

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