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Vorfälligkeitsentschädigung

24.04.2019 00:26 |
Preis: 58,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Vorfälligkeitsentschädigung bergen einige Möglichkeiten der Korrektur. Man kann aber nicht ohne weiteres aufrechnen.

Ich plane den Verkaufe meines MFH. Dieses habe ich im Nov 2016 umgeschuldet, also einen neuen Darlehensvertrag mit Zinsbindung über 15 Jahre abgeschlossen.
Der Käufer finanziert nun die Immobilie zufällig mit der selben Bank.
Nun die Frage: Fällt die Entschädigung nun trotzdem vollumfänglich an, obwohl das Objekt von der selben Bank quasi weiterfinanziert wird? Ich habe 2016 zum Zinssatz von 1,61% finanziert, also relativ niedrig. Ich gehe mal nicht davon aus, dass die Anlageimmobilie für wesentlich weniger nun neu finanziert wird. Da es sich ja bei der Vorfälligkeitsentschädigung um die Begleichung eines Schadens handelt und nicht um zusätzliche Rendite, müsste doch die Bank diesen Sachverhalt in irgendeiner Art berücksichtigen oder?

Gerne zu Ihrer Frage:

Da Sie erst noch planen, Ihr MF-Haus zu verkaufen, kann ich Ihnen nur raten, mit der "zufällig" gemeinsamen Bank auf Kulanz eine einvernehmliche Anrechnung bzw. Absenkung der Vorfälligkeitsentschädigung zu erzielen.

Denn einen Rechtsanspruch sehe ich nicht. Es handelt sich um zwei verschiedene Darlehen, die „zufällig" die Schnittmenge eines gemeinsamen Interesses haben, die nicht einmal genau zu spezifizieren ist. Denn Sie sprechen selbst davon, dass Sie "nur davon ausgehen", dass die Zinsdifferenz gering ist.

Es handelt sich mithin aus Sicht der Bank schlicht um zwei verschiedene Verträge mit unterschiedlichen Konditionen (ggf. auch bei ungleicher Bonität), so dass selbst bilanzmäßig die Bank das nicht "an"rechnen (und Sie nicht „aufrechnen") kann.

Gegenprobe: Wenn Sie der Bank Ihren Käufer als Darlehensnehmer vermitteln hätten, wäre – auch bilanzmäßig – ein vereinbartes Entgelt der Bank bei Fälligkeit auf den Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung "aufrechenbar".

Eine andere Frage ist es, ob die Vorfälligkeitsentschädigung korrekt berechnet wurde:
Denn hier kann man einiges bewirken: Etwa, wenn Ihnen die Bank z.B. wegen Untersicherung einen Risikoaufschlag berechnet hätte. Den muss Sie jetzt komplett abziehen. Oder bei zu langer Zinsbindung, denn nach dem BGB kann jedes Darlehen 10 Jahre nach Auszahlung mit einer Frist von 6 Monaten gekündigt werden, mithin ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Auch vereinbarte Sondertilgungsrechte müssten zu Ihren Gunsten beachtet werden.

Verhandeln Sie also mit diesen Argumenten mit Ihrer Bank, möglichst bevor Ihr Käufer sein Darlehen verbindlich mit der Bank aufgenommen hat.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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