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Erbschaft von der Großtante

| 07.04.2019 08:26 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Erbfolge nach der Großtante und Verhältnis zwischen Neffen und Nichten mütterlicherseits und Abänderung durch ein Testament hinsichtlich der gesetzlichen Erbfolge

Es geht um die Erbschaft unserer vor drei Jahren verstorbenen Großtante (Schwester unserer Großmutter mütterlicherseits).

Bei einer Hochzeitsfeier erwähnte ein Verwandter, dass sein Vater (der einzige Bruder unserer Mutter) wegen der Erbschaft der Großtante so zurückhaltend zu uns wäre. Diese Bemerkung hat uns etwas stutzig gemacht denn uns wurde nie irgendetwas bezüglich einer möglichen Erbschaft bekannt gemacht. Wir wußten zwar, dass die Großtante irgendwann verstorben war aber da wir nie eine Beziehung zu ihr hatten, war es für uns „normal", dass wir seinerzeit nicht informiert wurden. Zudem leben wir in Hamburg und der Rest der Familie in einem kleinem Ort in Hessen.

Nun wüssten wir es doch gerne etwas genauer und möchten sie bitten uns etwas bezüglich der Erbfolge aufzulären. Hier die genauen Verwandtschaftsverhältnisse.

Unsere Eltern sind seit den 80ern geschieden. Unsere Mutter hat nie wieder geheiratet.

2005 verstirbt unsere Großmutter mütterlicherseits. Sie war bereits seit vielen Jahren verwitwet. Es gab kein Testament. Die Erbschaft wurde alleinig zwischen unserer Mutter und ihrem Bruder aufgeteilt. Andere Geschwister sind nicht vorhanden.

2007 verstirbt unsere Mutter. Es gab kein Testament. Die Erbschaft wurde alleinig zwischen meiner Schwester und mir aufgeteilt.

Ca. 2016/2017 verstirbt unsere Großtante. Wir wissen nicht ob es ein Testament gibt. Sie ist die einzige Schwester unserer Großmutter mütterlicherseits und hatte auch sonst keine Geschwister. Sie war nie verheiratet und hatte keine Kinder. Die Erbschaft geht soweit wir wissen alleinig an den Bruder unserer verstorbenen Mutter.

Nun unsere Fragen:

1) Wären wir prinzipiell erbschaftsberechtigt gewesen und zu welchem Anteil?
2) Falls ja, gibt es einen Pflichtanteil?
3) Hätte man uns über die Aufteilung der Erbschaft informieren müssen, selbst wenn es ein Testament gäbe, dass uns von der Erbschaft auschließen würde?

Vielen Dank für ihre Hilfe.


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Als Erben zweiter Ordnung gelten unter anderem auch Großnichten und Großneffen, da sie die Abkömmlinge der Eltern des Erblassers sind. Dies setzt aber voraus, dass keine eigenen Abkömmlinge vorhanden sind und zumindest ein Elternteil nicht mehr am Leben ist.

D.h. also: Im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge sind die Erben zweiter Ordnung immer dann an der Reihe, wenn keine Erben erster Ordnung, also keine Abkömmlinge des verstorbenen Erblassers, existieren. Auch Ehepartner stehen jedenfalls zum Teil gleichberechtigt neben den Erben zweiter Ordnung, zu 50 Prozent uns bezüglich des Hausrates.
Der Bruder Ihrer verstorbenen Mutter geht Ihnen dann aber als Neffe der Tante vor, wenn er mütterlicherseits ist.

Aber:
Es kann ja durchaus sein, worauf Indizien hindeuten, dass es ein Testament gibt, wonach Sie erben und das wäre beim Amtsgericht, Nachlassgericht, am letzten Wohnort der Großtante herauszufinden. Denn Testamente entfalten erst ihre Wirkung, wenn sie vom betreffenden Nachlassgericht eröffnet werden.
Fragen Sie dort also nach.

2.
Ein Pflichtteilsrecht gibt es leider dann nicht , da gilt: Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.
Das gleiche Recht steht den Eltern und dem Ehegatten des Erblassers zu.

3.
Man hätte Sie nur dann informieren müssen, wenn Sie in einem Testament namentlich benannt wären.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2019 | 10:23

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Nach ihren Ausführungen hätte unserer Mutter wenn sie noch am Leben gewesen wäre zu gleichen Teilen mit ihrem Bruder Anspruch auf das Erbe der Großtante gehabt.

Verfällt dieser Teil also komplett durch ihren Tod und geht nicht auf uns über?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.04.2019 | 14:14

Sehr geehrter Fragesteller,

ich antworte Ihnen gerne wie folgt:

Ja, das ist möglich, dass es auch auf diesem Wege auf Sie übergegangen sein kann, aber dann hätten Sie vom Nachlassgericht benachrichtigt werden müssen, was nicht geschehen ist, was erst einmal dagegen spricht. Ein Pflichtteilsrecht hätte weder Ihre Mutter noch Sie und Ihre Schwester in Bezug auf die Tante beziehungsweise Großtante. D.h. der Bruder hätte auch allein erben können, durch Testament.

Auf jeden Fall ist die Sache weiter aufzuklären, ob Sie nun auf dem einen oder anderen Wege erben und insbesondere dahingehend, ob es ein Testament gibt oder nicht.
Sie sollten sich also an das betreffende Nachlassgericht am letzten Wohnort der Großtante wenden. Die helfen Ihnen weiter.

Mitunter kommt es schon einmal vor, dass Sie potentiellen Erben nicht benachrichtigt werden.

Die Sache wäre also auf jeden Fall weiterzuverfolgen.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen Daniel Hesterberg Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.04.2019 | 11:47

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"Leider wurde meine Frage sehr schwammig beantwortet: "das ist möglich, dass es auch auf diesem Weg auf sie übergegangen ist". Ich habe eine konkrete Antwort erwartet da der Sachverhalt wie ich finde ziemlich klar umrissen war. Ich werde die Frage erneut stellen und wohl auch bezahlen müssen."
FRAGESTELLER 08.04.2019 4/5,0
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