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Ich kündige in der Elternzeit > Folgen für ALG, Elterngeld, Rente etc.

06.04.2018 20:09 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
ich bin im Moment im 6. Monat schwanger und fest angestellt. Ich plane aber, meine Arbeitsstelle zu kündigen, da ich mit meinem Mann kurz vor Geburtstermin in ein anderes Bundesland umziehe. Ich werde zunächst in Elternzeit gehen bei meinem Arbeitgeber und dann kündigen. Die Fragen die ich mir aktuell stelle sind:
Wie viel Elternzeit soll ich beantragen?
Ich weiß im Moment noch nicht, ob ich nach 12 Monaten wieder einen Job suchen möchte oder noch länger in Elternzeit bleiben will.
Plane ich zwei Jahre Elternzeit, möchte aber nach 12 Monaten doch eine neue Stelle suchen (und zb nach 18 Monaten antreten), dann bekomme ich für die Übergangszeit (13.-18-Monat) kein ALG I, da ich mich noch in Elternzeit befinde, richtig?

Plane ich ein Jahr Elternzeit, möchte aber doch länger zuhause bleiben - dann kann ich die Elternzeit nicht verlängern, stehe aber auch dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.
Welche Nachteile ergeben sich aus dieser Situation, weder den Status Elternzeit noch den Status arbeitssuchend zu haben? (im Bezug auf Beiträge für Rente, Krankenversicherung, sonstiges)

Zu welchem Zeitpunkt sollte ich kündigen: Wenn ich zum Ablauf der Elternzeit kündige, werde ich dann trotzdem für 3 Monate von der Arbeitsagentur für ALG I gesperrt, weil ich gekündigt habe? Oder sollte ich besser drei Monate vor Ablauf der Elternzeit kündigen, so dass ich die drei Monate Sperrfrist noch während der Elternzeit "abfeiere" und dann anschließend direkt ALG I bekomme? Ist es problematisch für die Ausbezahlung von Elterngeld, wenn ich während der Elternzeit kündige?

Vielen Dank für eine klärende Antwort.

06.04.2018 | 20:51

Antwort

von


(746)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten das bestehende Arbeitsverhältnis nicht kündigen, sondern Elternzeit für 2 Jahre beantragen.

Schöpfen Sie diesen Zeitraum aus und möchten Sie nicht vor Ablauf der 2 Jahre wieder arbeiten, so können Sie das bestehende Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 3 Monaten zum Ende der Elternzeit kündigen, § 19 BEEG .

Möchten Sie vor Ablauf der 2 Jahre wieder in Teilzeit arbeiten, so können Sie dies während der laufenden Elternzeit tun. Möchten Sie den Arbeitgeber dabei wechseln, was aufgrund des Umzugs ja voraussichtlich der Fall sein wird, so muss die Genehmigung des aktuellen Arbeitgebers eingeholt werden, die dieser jedoch nur aus dringenden betrieblichen Gründen verweigern darf, § 15 IV. Kommt es tatsächlich zu einer berechtigten Verweigerung der Genehmigung könnten Sie dann immer noch eine Aufhebung des Arbeitsverhältnisses vereinbaren.

Nach 2 Jahren haben Sie dann alle Optionen. Die Fragen nach Sperrfristen stellen sich nicht. Auch wenn Sie das aktuelle Arbeitsverhältnis zum Ende der 2 jährigen Elternzeit kündigen, wird eine Sperrfrist nicht angeordnet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

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