1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Karriereklausel KTG Erhöhung

| 25.03.2018 14:20 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Liebe Experten, hier meine Fragen:

bis 31.12.17 bei Unternehmen X angestellt und PKV Vollversichert mit KTG 91 Tage Karenz / 90 Eur Tagessatz.

ab 01.01.2018 bei Unternehmen Y angefangen, mit deutlicher Gehaltserhöhung.

In den letzten beiden Monaten beim Unternehmen X eine psychosomatische Akutklinik stationär in Anspruch genommen. Aus der Klinik heraus einen Antrag auf Erhöhung des KTG auf 43 Tage Karenz und Erhöhung des maximal möglichen Tagessatzes gestellt. Versicherer forderte letzte Gehaltsabrechnung von Unternehmen X und dem neuen Arbeitsvertrag von Unternehmen Y. Heraus kam ein Karriereklausel-Angebot über 43 Tag / 270 EUR Tagessatz, welches so auch policiert wurde.

Nun fing ich am 02.01. beim Unternehmen Y an und wurde dort regelrecht gemobbt. Am 5.2. bin ich nach einigen Gesprächsversuchen dann zum Arzt, welcher mich direkt 4 Wochen krank schrieb. Am 22.2. folgte die fristlose Kündigung, welche nun Gegenstand beim Arbeitsgericht ist. Die AU s habe ich auch schon während der Karenz pflichtgemäß dem Versicherer nachgewiesen.

Nun bin ich seit drei Tagen aus der 43er Karenz und die Versicherung fordert nun verschiedene Unterlagen, so beispielsweise eine Bescheinigung ob ich noch beschäftigt bin, die Gehaltsnachweise für Jan und Febr. 18, und die mich eigentlich verunsichernde Frage, nach einem Bericht meiner Hausärztin, ob die jetzige Erkrankung im ursächlichen Zusammenhang mit der Erkrankung im Zeitraum des Klinikaufenthaltes steht. Es sind beides die Diagnosen F32.2, allerdings hat die jetzige Erkrankung im Arbeitsumfeld seine Begründung und die vorherige im Partnerschaftlichen Bereich.

Nun die Frage: Droht Gefahr, dass der Versicherer einen neuen Versicherungsfall verneint und mir das erhöhte KTG verweigert?
Ist so ein Fall schon mal aufgetreten?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Aus dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt ist nicht ersichtlich, dass Ihnen eine Weigerung der Krankenversicherung droht, das erhöhte Krankentagegeld zu zahlen.

Selbst wenn die jetzige Erkrankung eine Fortsetzungserkrankung darstellt, hätte dies nicht zur Folge, dass Sie kein Krankentagegeld bekommen. Eine Fortsetzungserkrankung führt vielmehr dazu, dass die Karenzzeit nicht erneut abgewartet werden muß, was für Sie vorteilhaft wäre.

Oder haben Sie wegen der vergangenen Erkrankung einen Ausschluß vereinbart?

Die Versicherung fragt danach, ob das Beschäftigungsverhältnis noch besteht, weil es Versicherer gibt, die die Leistung an ein bestehendes Arbeitsverhältnis binden. Dies ist jedoch nicht zulässig.

Daher muss Sie die Nachfragen der Versicherung nicht beunruhigen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M. (Versicherungsrecht)
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.03.2018 | 21:04

Sehr geehrter Herr Hauser,

vielen Dank für die Antwort!
Ich stoße mich an folgender Formulierung meiner AVB und habe daher die Befürchtung, dass die Versicherung meine erneute Erkrankung zu einem „gedehnten" Versicherungsfall, oder nicht abgeschlossenen Versixherungsfall erklärt und diese deshalb wissen wollen, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zur vorherigen Erkrankung gibt, um mich dann noch in den Konditionen VOR der Karriereklauselbedingten Erhöhung (ohne erneute Gesundheitsprüfung und Wartezeit) zu halten....

Darum ging es mir eigentlich,

Hier der Auszug aus den AVB:
§2
Beginn des Versicherungsschutzes
Der Versicherungsschutz beginnt mit dem im Versicherungsschein bezeichneten Zeitpunkt (Versicherungsbeginn), jedoch nicht vor Abschluss des Versicherungsvertrages (insbesondere Zugang des Versicherungsscheines oder einer schriftlichen An- nahmeerklärung) und nicht vor Ablauf von Wartezeiten. Für Ver- sicherungsfälle, die vor Beginn des Versicherungsschutzes ein- getreten sind, wird nicht geleistet. Nach Abschluss des Versi- cherungsvertrages eingetretene Versicherungsfälle sind nur für den Teil von der Leistungspflicht ausgeschlossen, der in die Zeit vor Versicherungsbeginn oder in Wartezeiten fällt. Bei Vertrags- änderungen gelten die Sätze 1 bis 3 für den hinzukommenden Teil des Versicherungsschutzes.
4 Sofern der Tarif es vorsieht, können die Wartezeiten aufgrund besonderer Vereinbarung erlassen werden, wenn ein ärztliches Zeugnis über den Gesundheitszustand vorgelegt wird.
5 Personen, die aus der privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschieden sind, wird bis zur Höhe des bisherigen Krankentagegeld- oder Krankengeldanspruchs die nachweislich dort ununterbrochen zurückgelegte Versiche- rungszeit auf die Wartezeiten angerechnet. Voraussetzung ist, dass die Versicherung spätestens zwei Monate nach Beendi- gung der Vorversicherung zusammen mit einer Krankheitskos- tenversicherung beantragt wurde und der Versicherungsschutz in Abweichung von § 2 im unmittelbaren Anschluss beginnen soll. Entsprechendes gilt beim Ausscheiden aus einem öffent- lichen Dienstverhältnis mit Anspruch auf Heilfürsorge.
6 Bei Vertragsänderungen gelten die Wartezeiten- regelungen für den hinzukommenden Teil des Versicherungs- schutzes.
§4
Umfang der Leistungspflicht
1 Höhe und Dauer der Versicherungsleistungen erge- ben sich aus dem Tarif mit Tarifbedingungen.
2 Das Krankentagegeld darf zusammen mit sonstigen Krankentage- und Krankengeldern das auf den Kalendertag umgerechnete, aus der beruflichen Tätigkeit herrührende Netto- einkommen nicht übersteigen. Maßgebend für die Berechnung des Nettoeinkommens ist der Durchschnittsverdienst der letz- ten 12 Monate vor Antragstellung bzw. vor Eintritt der Arbeits- unfähigkeit, sofern der Tarif keinen anderen Zeitraum vorsieht.
Nr. 6
Bei einem vorübergehenden Aufenthalt im außereuropäischen Ausland besteht Versicherungsschutz in gleicher Weise wie im europäischen Ausland.
Für den vorübergehenden Aufenthalt im europäischen Aus- land können weitergehende besondere Vereinbarungen ge- troffen werden.
Nr. 10
Die Wartezeiten können erlassen werden, wenn sich die zu versichernden Personen einer Aufnahmeuntersuchung unter- ziehen, für die ein besonderer Vordruck vom Deutschen Ring zur Verfügung gestellt wird. Das Untersuchungsergebnis muss dem Deutschen Ring innerhalb von 4 Wochen nach Antrag- stellung zugehen.
Nr. 11
Zugunsten des Versicherungsnehmers erfolgt die Anrechnung auf die Wartezeiten unabhängig von der Höhe des bisherigen Krankengeldanspruchs.
Für die Anrechnung auf die Wartezeiten werden der Versiche- rungszeit in der privaten oder gesetzlichen Krankenversiche- rung auch solche Zeiten gleichgestellt, in denen die versicher- te Person im Ausland aufgrund gesetzlicher Bestimmungen im Krankheitsfall geschützt war.
Nr. 7
Für Versicherungsfälle, die zwischen der Annahme des Antra- ges und dem Beginn des Versicherungsschutzes eintreten und darüber hinaus andauern, wird bereits für Arbeitsunfähigkeits- tage geleistet, die nach Beginn des Versicherungsschutzes und nach Ablauf der Karenzzeit liegen. Dabei rechnet die Ka- renzzeit auch in diesem Falle ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit.
Nr. 8
Bei einem Wechsel der Tarifstufe oder einer Erhöhung des Kran- kentagegeldes gilt der vereinbarte Zeitpunkt des Wechsels bzw. der Erhöhung als Beginn des neuen Versicherungsschutzes. Soweit sich Mehrleistungen ergeben, gelten die Bestimmun- gen für „Beginn des Versicherungsschutzes" (§ 2 MB/KT 2009) entsprechend.
Bei der Beitragsberechnung werden Beitragshöhe und Dauer der bisherigen Versicherung berücksichtigt.

Wenn Sie mir hier noch die Befürchtung nehmen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.






Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2018 | 08:53

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für den Auszug aus den Versicherungsbedingungen. Sie befürchten, dass die Versicherungserweiterung nicht greift, weil die Versicherung sich auf § 2 der AVB berufen wird, dass der Versicherungsfall schon vor der Erweiterung eingetreten ist, indem sich die Versicherung auf die Ursprungserkrankung beruft.

Aufgrund dessen, dass die eingetretene Erkrankung andere Ursachen hat, kann sich die Versicherung nicht auf § 2 berufen. Allerdings sollte sich dies auch aus der Auskunft Ihrer Hausärztin ergeben.

Sollte die Versicherung sich auf § 2 berufen, teilen Sie bitte mit, dass die Erkrankung eine andere Ursache ( Mobbing im Arbeitsverhältnis) hat.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 26.03.2018 | 09:18

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnelle und kompetente Antworten auf nicht ganz einfache Sachverhalte!
Top!

Vielen Dank Herr Hauser! "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 26.03.2018 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70134 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Ich wollte eine grobe und unabhängige Meinung zum ausgestellen Arbeitszeugnis, dass ich erhalten habe. Die Hinweise und Bewertung ist für mich absolut nachvollziehbar. Die Empfehlung keine weiteren rechtlichen Schritte einzugehen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die hervorragende Antwort und Beratung, die in diesem Rahmen möglich ist. Sie war sehr ausführlich, verständlich und prompt. Wäre die Anwältin in meiner Nähe, wäre ich sofort ihre Mandantin. Für alle Bewertungen sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage direkt und verständlich beantwortet. ...
FRAGESTELLER