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Gebrauchtwagen gekauft, Schaden nach 100km ... wer zahlt Reperatur ?

13.06.2017 13:08 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


15:00

hallo ich habe mir am 1.4 2017 bei einem gebrauchtwagenhändler einen t4 bj92 300000 km für 1500 euro gekauft. mündlich abgesprochen wurde beim kauf dass auf seine kosten in der nächsten woche, wenn seine werkstatt mit der er zur sammen arbeitet zeit hat, gemacht wird : vornre rechts ein stabilisator erneuern, heckklappe wird schloss ausgetauscht( da kein schlüssel für jetziges schloss vorhanden ist), Schiebetür rechts Rollenführung kapputt ... tür lässt sich nicht richtig schliessen.. sollte auch erneuert werden. 4 tage nach dem kauf ( ca 100km mit dem auto gefahren) habe ich einen unfall im haushalt gehabt (bänderabriss von der kniescheibe ) nach der heilung als ich auch wieder auto fahren konnte ( 1.06.2017) funktionierte das kupplungspedal nicht. ich habe dem händler darüber informiert. er bat mich das auto zu der Werkstatt, mit der er zusammen arbeitet mit dem ADAC hin zuschleppen. Diagnose: kaputter Nehmerzylinder von der Kupplung. Kosten laut werkstatt: 800 euro. Der Autohändler sagt, es sei mein Problem ich soll ihn in Ruhe lassen und soll ihn nicht mehr anrufen.Er geht nicht mehr ans Telefon .. es wurden weder die abgesprochen mängel noch der nehmerzylinder repariert.
was kann ich machen ??????

13.06.2017 | 13:53

Antwort

von


(2008)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst einmal haben Sie natürlich Anspruch auf Reparatur der abgesprochenen Mängel, da eine Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit und damit ein Sachmangel im Sinne des § 434 BGB sowie eine Zusicherung vorliegt.

Daneben haben Sie auch Anspruch auf die Reparatur des Nehmerzylinders, wenn der Defekt bereits bei Übergabe des Fahrzeugs vorhanden war. Wenn Sie den Wagen für private Zwecke gekauft haben, wird dies gemäß § 476 BGB vermutet, da der Mangel innerhalb der ersten 6 Monate aufgetreten ist. Etwas anderes könnte nur gelten, wenn Sie den Wagen für gewerbliche Zwecke gekauft haben und ein wirksamer Gewährleistungsausschluss vereinbart wurde.

Fordern Sie den Händler schriftlich per Einschreiben zu den Reparaturen auf und setzen Sie hierfür eine 14-tägige Frist. Verweigert der Händler weiterhin die zugesagten Reparaturen, sollten Sie nach Fristablauf einen auf Vertragsrecht spezialisierten Anwalt vor Ort mit der Durchsetzung beauftragen - die Kosten hierfür hat der Händler zu tragen, da er sich dann in Verzug befindet.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Rückfrage vom Fragesteller 13.06.2017 | 14:38

Laut Werkstatt soll der Nehmerzylinder ein Verschleissteil sein welches schon vor dem Kauf porös und undicht war (was normal bei 200000- 300000 km sein soll), aber in den 3 Monaten Standzeit nach dem Kauf erst komplett kaputt ging. Muss der händler die Reperatur trotzdem zahlen ?
Kann ich das Auto in der von ihm benannten Werkstatt( wo das auto jetzt schon seit fast 2 wochen steht) reparieren lassen ( zumindestens den zylinder, so dass, das Auto wieder fährt),die Rechnung bezahlen und dann den Rechnungsbetrag vom Händler einfordern und ihn zusätzlich auffordern die vorher mündlich abgesprochenen mängel zu beheben? ich bin auf ein auto angewiesen und kann nicht wochenlang warten bis eventulell ein Richter entscheidet.
MfG Rene

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.06.2017 | 15:00

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Eine Reparatur auf eigene Kosten käme erst in Betracht, wenn der Händler trotz schriftlicher Aufforderung unter Fristsetzung die Reparatur nicht fristgerecht vornimmt. Zu einem früheren Zeitpunkt bestünde die Gefahr, dass Sie trotz Mangel auf den Kosten sitzen bleiben.

Der Verkäufer haftet nicht für einen Defekt, der nach Übergabe infolge normalen Verschleißes eintritt, sei es am Verschleißteil selbst oder an einem anderen Teil, das selbst kein Verschleißteil ist. In Betracht kommt eine Haftung des Verkäufers aber, wenn normaler Verschleiß einen Defekt verursacht, den der Verkäufer oder ein Vorbesitzer bei eigenüblicher Sorgfalt, insbesondere durch Wartung und Inspektion, hätte verhindern können. Ob der Nehmerzylinder ein Verschleißteil ist und dem üblichen Zustand bei diesem Kilometerstand ist, kann ich mangels Fachkenntnissen in der Automechanik leider nicht abschließen beurteilen.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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