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Arbeitsstelle einklagen?

03.05.2017 08:38 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Eine Zuweisung von Überstunden für einen befristet eingestellten Arbeitnehmer begründet keinen generellen Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag. Die Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses kann aber zu einer Entfristung führen. Überstunden dürfen dem Arbeitszeitgesetz nicht widersprechen

Guten Tag,

ich bin derzeit auf einem Projekt, im wissenschaftlichen Bereich, befristet angestellt. Sprich ich habe laut meinem Arbeitsvertrag eine feste Tätigkeitsbeschreibung bzw. Arbeitsplatzbeschreibung der ich eigentlich nachgehen sollte. Nun ist es aber seit ungefähr 8-9 Monaten so, das mir von 'ganz Oben' angeordnete Überstunden zugewiesen wurden zu Themen die rein garnichts mit meiner Tätigkeitsbeschreibung zu tun haben, ich habe alle mir extra aufgeführten Tätigkeiten natürlich erledigt. Ich habe den Wochenenddienst angetreten und zu meiner regulären Arbeitszeit gehe ich zum größteil auch der Arbeit nach die nach wie vor nichts mit meiner eigentlichen Tätigkeit zu tun hat. Das eigentliche Projekt für welches ich angestellt wurde, bzw. ja auch bezahlt werde, bleibt dadurch auf der Strecke oder ich arbeite prinzipiell auf "zwei Stellen". Ist es in diesem Fall möglich eine feste Stelle einzuklagen bei meinem Arbeitgeber? Bzw. wie schaut es generell aus mit meinen Rechtsansprüchen?

Vielen Dank jetzt schon einmal für mögliche Hilfe!

03.05.2017 | 09:33

Antwort

von


(150)
Trostbrücke 1
20457 Hamburg
Tel: 040/80 80 65 200
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.) Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag
Ein Anspruch auf eine Festanstellung ist nur gegeben, wenn IhreTätigkeit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) unterfällt und zu wesentlichen Teilen nicht wissenschaftlich ist. Sie sind Sie mit Ihren Überstunden z. B. als Lehrkraft tätig, dann gilt es festzustellen, ob Ihre wissenschaftliche Projekttätigkeit die Anwendung des WissZeitVG überhaupt noch rechtfertigt. Das wäre nur dann der Fall, wenn die wissenschaftliche Projekttätigkeit die Lehrtätigkeit zeitlich und im Arbeitsumfang überwiegt.

Fällt Ihr Vertrag aber bereits unter das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), dann ist die Aufteilung oder der Schwerpunkt egal.

Sollten Sie in einer Kette von Befristungsverträgen wiederholt nacheinander beschäftigt seinund das TzBfG gelten, so kann eine Festanstellung möglich werden, wenn die Befristung sachgrundlos und auf mehr als zwei Jahr erfolgte.

Diese Grundfragen sind also zu klären, bevor eine endgültige Aussage getroffen werden kann.

2.) Rechtsanprüche wegen angeordneten Überstunden
Sollte Ihr arbeitgeberdie Überstunden tatsächlich angeordnet haben, so ist in Ihrem Arbeitsvertrag die entsprechende Klausel zu prüfen. Dort wird voraussichtlich festgelegt sein, wie Überstunden abgegolten werden.

Generell kann Ihr Arbeitgeber Ihnen im Rahmen des Arbeitsvertrages und seines Direktionsrechts (sein Recht zu sagen, wie Sie Ihre Arbeit auszuführen haben) weitere und auch vom eigentlichen Projekt abweichende Arbeiten zuweisen. Wichig ist, wie die Stellenbeschreibung im Vertrag gestaltet ist. Der Arbeitgeber kann nämlich nicht ohne Vertragsänderung einen Professor zum Hausmeister umfunktionieren und umgekehrt.

Übersteigt die Arbeitszeit durch die Überstunden zudem die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes, können Sie die Arbeit ggf. sogar verweigern. Aber auch dies ist im Einzelfall zu prüfen.

Zusammengefasst:
Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt besteht wohl kein Anspruch auf eine Festanstellung. Sie können gegen eine übermäßige Belastung mit Überstunden vorgehen und sich gegen eine das Direktionsrecht überschreitende Arbeitszuweisung wehren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Ich raten Ihnen jedoch wegen der Komplexität einer solchen Prüfung, mich oder einen Kollegen mit der Prüfung außerhalb dieses Forums zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns
Fachanwalt für Insolvenzrecht

ANTWORT VON

(150)

Trostbrücke 1
20457 Hamburg
Tel: 040/80 80 65 200
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