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Abholung bei ebay möglich oder ausgeschlossen?

21.03.2017 12:21 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe bei ebay etwas verkauft. In der Artikelbeschreibung habe ich folgendes aufgeführt:

Zahlung ausschliesslich - eingehend - innerhlb von 3 Werktagen per Überweisung.

Leider gibt es Leute die sich ungern an soetwas halten und doch kaufen und auf Abholung bestehen.
Jedenfalls hat bei mir jemand den Artikel gekauft und auf Abholung bestanden.
Wie ist hier die rechtliche Lage. Abholung wurde damit doch komplett ausgeschlossen.
Wenn der Käufer nicht zahlt und ich einen Anwalt einsetze, muss der Käufer dann auch dessen Kosten zahlen, nachdem ich Ihn in Verzug gesetzt habe?

Sehr geehrte Fragenstellerin,

Ihre Anfrage möchte ich aufgrund des geschilderten Sachverhalts gerne wie folgt beantworten:

Ebay kennt für den Verkauf von Waren die folgenden Zahlungsmethoden:
- PayPal
- Überweisung
- Nachnahme
- Barzahlung bei Abholung

Wenn Sie beim Verkauf eine andere Möglichkeit als "Barzahlung bei Abholung" anbieten, so bedeutet dies aber noch nicht zwangsläufig, dass eine Abholung der Ware komplett ausgeschlossen sein soll. Ihr Verkaufsangebot ist nämlich gem. § 133 , 157 BGB nach dem Horizont eines objektiven Erklärungsempfängers auszulegen. Die oben beschriebenen Modalitäten betreffen aber nur die Bezahlung des Artikels, also die Leistung des Käufers. Sie treffen für sich noch keine Aussage über die Leistung des Verkäufers, genau gesagt, wie diese erbracht werden muss (Abholung, Lieferung oder Versendung).

Entscheidend ist für Ihren Fall daher vielmehr, was Sie bei der Verkaufsoption "Versandart" ausgewählt haben. Dort findet sich nämlich unter anderem der Punkt "Abholung anbieten". Wenn dieses Häkchen bei Ihrem Angebot nicht aktiviert hatten, so darf der Käufer auch nicht davon ausgehen, dass Sie eine Abholung ermöglichen wollten. Einen Anspruch auf Abholung der Ware hat er dann nicht; vielmehr kann er nur die Versendung der Ware an ihn nach Zahlungseingang verlangen.

Zu Ihrer zweiten Frage:
Aus dem Kaufvertrag steht Ihnen ein Anspruch auf Zahlung zu, § 433 Abs. 2 BGB . Zahlt der Käufer nicht innerhalb der von Ihnen angegeben 3 Tagen per Überweisung, so gerät er in Verzug, § 286 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB . Kosten für einen Anwalt, die für die Geltendmachung Ihres Anspruchs anfallen, können Sie verlangen, wenn dies erforderlich erscheint, um den Anspruch durchsetzen zu können. Dies ist eine Frage des Einzelfalls, dürfte in den meisten Fällen von Verzug jedoch zu bejahen sein. Der Anspruch folgt dann aus §§ 280 Abs. 1, Abs. 2 , 286 BGB


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Steppart,
Rechtsanwalt aus Dortmund

Rückfrage vom Fragesteller 21.03.2017 | 13:04

Sehr geehrter Herr Steppart,

vielen Dank für die zeitnahe Antwort. Ich habe bei Zahlungsart nur das Kästchen "Überweisung" angeklickt. "Abholung" wurde nicht markiert und ist somit in der Auktion
auch nicht ersichtlich.

Also spielt der Zusatz "Zahlungs AUSSCHLIESSLICH per Überweisung" keine Rolle.
Befindet sich der Verkäufer nach den 3 Tagen automatisch in Verzug, oder
ist hier eine Nachfrist nötig?
Sind hier 7 Tage angemessen?

Kann ich Sie mit der Forderung beauftragen falls der Käufer nicht zahlt?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.03.2017 | 13:10

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Wenn Sie als Zahlungsart die "Abholung" nicht angeboten haben, dann kann der Käufer auch nicht die Abholung verlangen. Er muss die im Angebot angegebenen Versandkosten übernehmen.

Der Zusatz "Zahlung ausschließlich per Überweisung" bezieht sich - wie beschrieben - nur auf die Zahlungspflicht der Käufers. Es wäre ja z.B. denkbar, dass der Kaufpreis überwiesen und die Ware trotzdem abgeholt (und nicht verschickt) wird.

Zum Verzug: Gemäß § 286 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB gerät der Schuldner auch ohne Mahnung in Verzug, wenn für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist. Durch die Abgabe des Höchstgebots haben Sie mit dem Käufer einen entsprechenden Vertrag geschlossen, nach dem der Käufer bei Versäumung dieser 3-Tages-Frist in Verzug gerät. Eine weitere Nachfrist muss nicht gesetzt werden.

Sollte der Käufer nicht zahlen, so können Sie sich gerne an mich wenden. Meine Kontaktdaten finden Sie in meinem Profil - Schicken Sie mir einfach eine Mail und ich melde mich zurück.

Mit freundlichem Gruß,

Alexander Steppart, Rechtsanwalt

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