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Hausbau zur Vermietung trotz Trennung

31.01.2017 13:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Guten Tag,

mein Mann und ich werden uns nach 15 Jahren Ehe, aus der drei Kinder hervorgegangen sind, trennen. Eine Scheidung ist derzeit (noch) nicht vorgesehen. Auch sind wir nicht offiziell getrennt (Eltern-WG unter gleicher Adresse, keine Information ggü. Finanzamt, Steuerklassen 3 & 5, bisher keine Unterhaltsberechnung vom Jugendamt o.ä.).

Da er seit Jahren nebenberuflich in vermietete Immobilien investiert und daraus gute Einnahmen erzielt, hat er vorgeschlagen, trotz der Situation gemeinsam ein Mehrfamilienhaus zu bauen (bereits projektiert, Baugenehmigung liegt seit Ende 2014 vor). Dazu folgende Daten:

- Das Grundstück wurde mir von meinem Vater während er Ehe geschenkt (Wert: 100.000 Euro). Nur ich stehe im Grundbuch.
- Geplant ist ein Haus mit vier Wohnungen von je ca. 50 qm.
- Der Kredit (300.000 Euro) müsste wohl auf uns beide laufen, da ich wegen der Kinder nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen kann.
- Er würde die vier Wohnungen komplett von mir langfristig mieten (für 7,50/qm) und diese dann einzeln teurer weitervermieten (vermutlich 9 €/qm). Voraussichtlich würde ich monatlich nach Abzug des Kredits (Zinsen/Tilgung) Einnahmen von 200 bis 300 Euro haben.

Er ist der Meinung, dass ich damit meine Einnahmen erhöhe und er mir weniger nachehelichen Unterhalt zahlen müsste. Da die Kinder 8, 10 und 12 Jahre alt sind, und ich seit dem ersten Kind meine Arbeitszeit auf 25 Stunden reduziert habe (auch damit er Karriere machen kann und sich nicht um die Kinder kümmern muss, beide Hochschulabschluss im gleichen Fach, also bei mir Karriereverzicht) rechnet er mit einem längerfristigen nachehelichen Unterhalt.

Wirken sich die meine Mehreinnahmen wirklich reduzierend auf meinen Unterhalt aus? Er hätte dann ja ebenfalls mehr Einnahmen. Muss ich außer den Mietvertrag mit ihm abzuschließen, etwas beachten/vertraglich regeln?

Wie ist die Auswirkung auf den Kindesunterhalt? Er ist meines Wissens bereits jetzt mit seinem Arbeitseinkommen (5.000 € zzgl. Firmenwagen) im Höchstsatz und hat darüber hinaus einige Wohnungen, bei denen nur er im Grundbuch steht (bei einigen bin ich im Kreditvertrag Mithaftende, andere Kreditverträge hat er allein unterschrieben). Zwei Wohnungen laufen auf mich, Kreditnehmer sind wir beide.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Grundsätzlich gilt, dass Sie sich Einnahmen, die Sie regelmäßig erzielen, als Einkommen beim Unterhalt anrechnen lassen müssen. Wenn Sie also zusätzlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung beziehen, mindert dies Ihren durch den Unterhalt noch zu deckenden Bedarf.

Bei der Unterhaltsberechnung ist aber ebenso zu berücksichtigen, dass auch Ihr Mann höhere Einkünfte erzielt. Beide Einkommenszuwächse würden bei der Unterhaltsberechnung mit einbezogen. Hier wäre dann vorab zu klären, wer von Ihnen welche Belastungen im Innenverhältnis trägt. Diese Belastungen sind dann entsprechend beim Unterhalt zu berücksichtigen.

Beim Kindesunterhalt wird nur in seltenen Ausnahmefällen über den Höchstsatz der Düsseldorfer Tabelle hinaus ein Anspruch tituliert. Üblicherweise geschieht das dann, wenn die Kinder einen konkret nachzuweisenden höheren Bedarf geltend machen können, also beispielsweise ein sehr teures Hobby. Andernfalls bleibt es bei den Höchstsätzen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen


Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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