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Trennung Wohnungskauf Eigenkapital

| 25.01.2017 10:32 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Schönen guten Tag,

ich versuche es mal in Kürze zu schildern. Meine Frau und ich (3 Kinder) haben uns getrennt. Wir besitzen ein Reihenhaus. Ich habe Geld geerbt aus dem Verkauf meines Elternhauses.

Wir haben beide zusammen eine 4-Zimmer Wohnung gekauft,beide zu 50% im Grundbuch, beide in der Haftung (bin mir darüber im klaren!) dort wird meine Frau auf ihren Wunsch hin im Mai einziehen, wenn diese fertiggestellt ist (Neubau).
Das Reihenhaus wird auf mich laufen, dass heißt Notartermin, Frau geht aus dem Grundbuch, Schuldhaftentlassung werde ich bei der Bank beantragen.

Jetzt ist es so, dass meiner Frau ein Auszahlungsbetrag von ca. 80.000 EUR zusteht. Das ist vom Verkehrswert abzgl. der Schulden des REH + 20.000 EUR Einigung Hausrat. Also 100.000 EUR.

Jetzt zu MEINEM Problem. Ingesamt habe ich noch 38.000 EUR Eigenkapital in die Wohnung als Eigenkapitalzahlung zahlen müssen, für die Bank, damit unsere Haushaltsrechnung passt, bzw. der Kredit genehmigt werden kann. Das ist ja durch.
Mein Problem ist, dass meine Frau die Wohnung bezieht, dort wohnt, ausgezahlt wurde...alles schön und gut, aber selbst wenn ich zu 50% im Grundbuch stehe (ihr ist das egal!!) habe ich "totes" Kapital in der Wohnung, oder?
Von der Wohnung habe ich nichts, das Geld ist weg?

Gibt es eine Lösung, z.B. später durch eine Revalutierung an das Geld zu kommen und ich gehe komplett nachträglich aus dem Grundbuch heraus?


Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Bei Ihnen ist neben der Auseinandersetzung der Immobilien - wenn Sie den gesetzlichen Güterstand nicht durch einen Ehevertrag ausgeschlossen haben - die Durchführung de Zugewinnausgleichs erforderlich:

Bei der Auseinandersetzung der Immobilien wird der Grundbesitz bzw. der jeweilige Wert den Anteilen entsprechen geteilt.

Beim Zugewinn muss derjenige, der Im Laufe der Ehe mehr Vermögen erworben hat, dem anderen einen Ausgleich zahlen. Das entscheidende in Ihrem Fall ist, dass Erbschaften, die jemand während der Ehe erhält, als Anfangsvermögen gerechnet werden und damit faktisch aus dem Zugewinn "herausgerechnet" werden.

Wenn Sie - bei gleichem Endvermögen wie Ihre Frau - durch die Erbschaft ein höheres Anfangsvermögen haben, steht Ihnen ein zusätzlicher Zahlungsanspruch gegenüber Ihrer Frau zu. Dieser kann aber nur ermittelt werden, wenn alle Vermögenspositionen zu den Stichtagen Heirat und Zustellung des Scheidungsantrags bekannt sind.

Sie sollten sich spätestens nach Ablauf des Trennungsjahres an einen ortsansässigen im Familienrecht erfahrenen Anwalt wenden und den Zugewinnausgleichsanspruch überprüfen und ermitteln lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.01.2017 | 11:17

Nein, irgendwie nicht, denn es geht nach meinem Verständnis um die zuviel gezahlte Eigenkapitaleinlage von 50.000€.

Wir werden eine notarielle Trennungsvereinbarung beim Notar machen. Wir verzichten auf jeglichen Zugewinn, Versorgungsausgleich etc. Da wir das Wechselmodell machen, gibt es keine Unterhaltsansprüche. Ausgenommen die Kinder.
Wir wollen gegenseitig nichts. Lediglich wird meine Frau ausbezahlt. Sollte die Scheidung vollzogen werden, haben wir uns bereis geeinigt, sodass wir alles von vornherein ausschließen.

Im Prinzip hat das Erbe ja nichts mit meiner Frau zu tun, aber ihre Angabe erfordert zudem meine 2. Nachfrage:
Verstehe ich das richtig, dass dadurch ich Ansprüche gegen meine Frau habe?

"Wenn Sie - bei gleichem Endvermögen wie Ihre Frau - durch die Erbschaft ein höheres Anfangsvermögen haben, steht Ihnen ein zusätzlicher Zahlungsanspruch gegenüber Ihrer Frau zu. Dieser kann aber nur ermittelt werden, wenn alle Vermögenspositionen zu den Stichtagen Heirat und Zustellung des Scheidungsantrags bekannt sind."

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2017 | 11:45

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Es wäre aus meiner Sicht verfrüht, den Zugewinn auszuschließen. Gerade wegen des geerbten Geldes haben Sie möglicherweise einen Zahlungsanspruch gegen Ihre Frau. Damit bekommen Sie im Ergebnis dann Ihr Eigenkapital (oder einen Teil davon) durch den Zahlungsanspruch wieder zurück.

Sie sollten, bevor Sie hierüber eine Entscheidung treffen, einen Anwalt aufsuchen und den Zugewinnausgleichsanspruch errechnen lassen. Dann können Sie, gegebenenfalls auch einvernehmlich mit Ihrer Ehefrau, überprüfen, welche vertragliche Regelung sinnvoll ist und den wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen beider Parteien entspricht.

Wenn Sie allerdings erst auf den Zugewinnausgleich wirksam verzichtet haben, können Sie Ihre Ansprüche voraussichtlich nicht mehr durchsetzen.

Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 25.01.2017 | 11:12

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 25.01.2017 5/5,0
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