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Berechnung Kindesunterhalt bei ALG1

| 10.09.2016 13:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

Ich habe mit meiner Ex-Freundin, waren nicht verheiratet. ein Kind im Alter von 8 Jahren.
Ich bin nun mittlerweile verheiratet und habe 2 Kinder mit meiner Frau.
Einkommen:
Mann ALG1 knapp 1100€
Frau ALG1 1050€
Kindergelt für 2 Kinder 0-5 Jahre, welche im Haushalt leben 380€

Ich vermute Abzüge wird es hier nicht geben, denn im Selbstbehalt ist ja die Miete schon mit einberechnet. Falls relevant, ich zahle 450€ Kaltmiete.
Gibt es noch Sachen die angerechnet werden? (Versicherungen, Kredite, ect.)
ich würde gern wissen, was ich Kindesunterhalt zahlen muss und was mein Selbstbehalt ist bzw. der Selbstbehalt meiner Familie.

Herzlichen Dank

Einsatz editiert am 10.09.2016 14:03:48

Einsatz editiert am 10.09.2016 22:27:20

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

ich bedanke mich für das einstellen Ihrer Frage, welche ich anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung und im Hinblick auf den gebotenen Einsatz gerne wie folgt beantworten möchte:

Eine konkrete Unterhaltsberechnung kann auf dieser Plattform selbstverständlich nicht bewerkstelligt werden.
Allerdings lässt sich feststellen, dass Sie als nicht Erwerbstätiger einen Selbstbehalt in Höhe von 880,00 € monatlich hätten.

Der Mindestunterhalt für in achtjähriges Kind beträgt nach Abzug des hälftigen Kindergeldes 289,00 €.

Nach den gegebenen Zahlen wären Sie nicht in voller Höhe leistungsfähig, zumal beachtet werden muss, dass noch zwei weitere unterhaltsberechtigte Kinder vorhanden sind, die mit dem Achtjährigen unterhaltsrechtlich auf einer Rangstufe stehen.

Allerdings haben Sie gegenüber minderjährigen Kindern eine gesteigerte Erwerbsobligenheit, das heißt Sie müssen alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um zumindest den Mindestunterhalt sicherstellen zu können.

Dafür gehört sicherlich in erster Linie, dass die Arbeitslosigkeit beendet wird.

Hierzu fehlen mir natürlich die Angaben, worauf die Arbeitslosigkeit beruht, ob sie aktiv eine neue Stelle suchen etc.

Ggf. müssten Sie Bewerbungsbemühungen nachweisen.

Möglich wäre auch, dass man Ihren Selbstbehalt reduziert, da Sie mit dem neuen Ehepartner in einem Haushalt wohnen und somit ein Synergieeffekt eintritt hinsichltich Wohnkosten, Lebenshaltungskosten etc.

Nach alledem stellt sich hier m.E. nicht die Frage, welche Posten noch abzugsfähig wären, da schon ein Mangelfall gegeben ist.

Ich würde Ihnen empfehlen, bezüglich der Unterhaltshöhe in jedem Fall mit der Kindsmutter in Verhandlungen zu treten, um eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden.

Sollten Sie weitergehende Hilfe benötigen, stehe ihch Ihnen gerne hierfür zur Verfügung. Bei Unklarheiten oder Nachfragen können Sie auch gerne die kostenfreie Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 11.09.2016 | 19:46

Hallo,

vielen Dank für ihre Antwort.

Ich weiß, das ich alles dafür tun muss um Arbeit zu finden.
Das dies allerdings der Arbeitsmarkt nicht immer so zulässt, wie man es will, muss ich denke ich nicht erläutern. Auch kann ich meine Bemühungen nachweisen.
Ich verliere meine Arbeit auf Grund der Schließung des Betriebes.
In den letzten 12 Jahren habe ich auch stets pünktlich bezahlt und vorallem fein zu viel.
Ich möchte mich hier auch vor nichts drücken, sondern wissen, mit was ich zu rechnen habe. Ich mache mir schließlich auch Gedanken um meine Familie!

Leider weiß ich auch noch nicht, mit welchen Unterhalt ich für die Kinder rechnen muss, wenn diese Situation eintritt. Alle Informationen, die mir zur Verfügung stehen, habe ich ihnen bereits übermittelt. Es wäre schön, dies noch zu erfahren.
Zur Erinnerung:
Mann ALG1 knapp 1100€
Frau ALG1 1050€
Kindergelt für 2 Kinder 0-5 Jahre, welche im Haushalt leben 380€

Des Weiteren, da Unterhaltsverpflichtungen einer Personen gegenüber, nicht zur sozialhilferechtlichen Bedürftigkeit der mit dem Unterhaltspflichtigen in einem Haushalt lebenden Personen führen sollen, wird doch neben der Unterhaltsberechnung eine sozialhilferechtliche Vergleichsberechnung erstellt, oder? Ist dies dann überhaupt bei mir der Fall?
Wird dies dann genauso berechnet, wie bei einer normalen Berechnung mit dem Unterhalt, nur mit dem gesamten Einkommen der in einem Haushalt lebenden Personen?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2016 | 09:03

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne, wie folgt:

Eine sozialhilferechtliche Beurteilung des Sachverhaltes ist hier nicht angezeigt.

Ob Sie für Ihr Kind Unterhalt zahlen müssen, richtet sich nach Ihrer Leistungsfähigkeit. Leistungsfähig sind Sie, allerdings wie beschrieben liegt hier ein Mangelfall vor, da Sie nicht den vollen Unterhaltsbetrag zahlen können. Es wäre hier nach den vorliegenden Zahlen ein Unterhalt für das achtjährige Kind von ca. 60,00 € zu leisten.

Das Einkommen des Ehepartners spielt hierbei keine Rolle. Ihre Einkommen werden für die Berechnung nicht addiert. Allenfalls wenn ein Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ehegatten in Betracht käme, wäre dessen Einkommen von Bedeutung.

Auch das Kindergeld wird nicht Ihrem Einkommen/ALG I hinzugerechnet.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage hiermit zufriedenstellend beantwortet zu haben, und verbleibe


Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 12.09.2016 | 09:52

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