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Unterhaltsanspruch eines uneheliches Kind im Ausland an deutschen Vater

05.08.2016 19:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Eine Bekannte, die in der Domenikanischen Republik lebt und die domenikanische Staatsbürgerschaft inne hat, bat mich um Hilfe.
Hintergrund:
Vor ca 6 Jahren lernte sie einen Deutschen kennen, der sich beruflich dort befand, und es entstand eine Beziehung. In der Folge wurde sie schwanger. Der Deutsche war aber nun nicht mehr erreichbar und der Aufenthalt wurde verlegt.
Meine Bekannte übergab mir eine Kopie des Reisepasses und bat mich den Vater ausfindig zu machen. Dies gelang zum Teil. Mir ist die Adresse der Mutter bekannt, sowie ein Hinweis auf eine Selbständigkeit des (vermutlichen) Vaters in Ägypten.
Die Mutter wurde kontaktiert, verhält sich aber abwehrend.
Da eine gütliche Einigung nun nicht sehr wahrscheinlich ist, bitte ich um Hinweis, wie nun anderweitig vorgegangen werden soll.
Zum einen möchte das nun 6-jährige Mädchen natürlich wissen wer ihr Vater ist. Darüberhinaus wäre eine finanzielle Unterstützung wünschenswert. Möglicherweise steht ihr, falls der Vater die Vaterschaft anerkennen sollte, die deutsche Staatsbürgerschaft zu.
Alle Anzeichen stützen die Annahme, dass der deutsche Herr der tatsächliche Vater ist. Aufenthaltszeitraum, Zeugen der Beziehung, vergleicht man Fotos von Vater und Tochter sieht man eine deutliche Ähnlichkeit.
Ich bin mir sicher, dass von Seiten der Mutter eine gütliche und faire Problemlösung favorisiert wird.
Danke vorab.

05.08.2016 | 19:53

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Gehen wir einmal davon aus, dass das Kind tatsächlich einen deutschen Vater hätte, so ist es mit der Geburt automatisch deutsche Staatsbürgerin. Darüber hinaus wären nach deutschem Recht Unterhaltsansprüche nach §§ 1601 ff. BGB .

Es darf davon ausgegangen werden, dass der vermeindliche Vater die das Kind nicht annehmen wird, seine Vaterschaft also nicht freiwillig erklären wird. Das Kind wird somit Vaterschaftsfeststellungsklage i.S.d. § 1600d BGB erheben müssen.

Kann anhand von Indizien glaubhaft gemacht werden, dass die Mutter mit dem vermeindlichen Vater in einer sexuellen Beziehung stand, zu einer Zeit, in der das Kind gezeugt wurde, so wäre mittels gerichtlichen Beweisbeschluss ein DNA-Test vorzunehmen und die Vaterschaft würde auch gegen den Willen des vermeindlichen Vater festgestellt werden.

Soweit zur Theorie. Hier kommt allerdings erschwerend hinzu, dass sowohl Kind als auch vermeindlicher Vater keinen Aufenthalt in Deutschland haben. Den vermeindlichen Vater in Deutschland zu verklagen, obwohl dieser in Ägypten lebt, ist nicht möglich.

Ob eine derartige Vaterschaftsfeststellungsklage auch nach ägyptischen Recht möglich kann hier nicht beantwortet werden.

Somit wäre in der Tat zu warten, bis der vermeindliche Vater wieder in Deutschland ist. Darüber hinaus wäre es auch denkbar gerichtlich einen Titel in der Domenikanischen Republik zu erwirken und diesen dann in Deutschland zu vollstrecken.

Inwiefern aber ein Titel gegen Abwesende in der Domenikansichen Republik erwirkt werden kann, vermag ich nicht abzuschätzen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


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