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soll ich weiter studieren oder muss ich AUSBILDUNG machen um hier weiter zu bleiben

31.05.2016 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrt Herr Anwalt.


ich bin eine Ausländerin (Nicht EU)und mit Deutscher Mann seit fast 3 Jahre verheiratet Ich war als Aupair hierher angekommen wahrend meine Aupair Zeit hatten wir uns kennengelernt und sofort dann geheiratet. ich besitze zurzeit einen Aufenthaltstitel : 28 ABS.

§ : - Wir haben End juni 2013 geheiratet
-ich habe mein Studium erst Sommersemester 2016 angefangen
-habe keinen Bafög beantragen
-Mein Visum ist also nicht zweck Studium sondern zweck Familienzusammenführung.

Da ich so ziemlich Kaputt durch seinen Charakter bin, habe ich mich überlegt von ihm zu trennen, weil ich nicht mehr mitmachen kann.

Ich bin noch Studentin im Erste Semester an der Uni. Und ich arbeite nebenbei.
Letzte Woche hatte ich einen Angebot bekommen um Hotelfachfrau Ausbildung zu machen und das Ausbildung fängt im September an.

Soll ich mein STUDIUM abbrechen,die Ausbildung zu machen damit ich dann weiter in Deutschland bleiben darf oder kann ich auch weiter als Studentin bleiben und nebenbei Arbeiten (500- 600) Monatlich kassieren um das Studium und mein Leben zu sichern.

Welche Recht habe ich hier zu bleiben, wenn wir uns trennen. Ich weiß, dass man 8000 Euro brauchen um hier studieren zu dürfen aber ich denke, dass meine Situation schon anderes ist.

oder muss ich das Ausbildung annehmen, obwohl ich darüber nicht begeistert bin nur um mein Leben zu sichern bei Ausländerbehörden oder kann ich auch mit meinen Nebenjob Gehalt(als Student) weisen,damit ich hier bleiben kann

PS : Ich bekomme keinen Geld von Eltern, da die auch arm sind

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen


Einsatz editiert am 31.05.2016 17:05:20

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Im Voraus möchte ich folgendes anmerken. Da Sie bereits über 3 Jahre in Deutschland sind und mit einem Deutschen verheiratet sind, haben Sie gem. § 28 Abs. 3 AufenthG einen Regelanspruch auf Niederlassungserlaubnis. Hierzu müsste der Lebensunterhalt gesichert sein. D.h. Sie dürfen keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben.
Im Hinblick auf die Einzahlung der 60 Monate in die Rentenkasse, genügt es, wenn Ihr Ehegatte diese geleistet hat.
Einen Antrag auf BAföG sollten Sie umgehend stellen. Sie haben Anspruch darauf. BAföG wird auch nicht als staatliche Sozialleistung gewertet. Allerdings wird das Einkommen Ihres Ehepartners bei der Festsetzung der BAföG-Leistung berücksichtigt. Ferner dürfen Sie noch nicht das 30. Lebensjahr erreicht haben.
Ich würde Ihnen diesen Weg empfehlen und vorerst mit der Trennung warten. Natürlich ist die Entscheidung Ihnen überlassen.

Nun direkt zu Ihrer Frage.
Nach der Rechtskraft der Scheidung haben Sie Anspruch auf einen Verbleib von einem Jahr in Deutschland. Die eheliche Lebensgemeinschaft muss mindestens drei Jahre im Bundesgebiet bestanden haben, § 31 Abs. 1 AufenthG .
Diese Zeit ist vorgesehen um dem Ausländer die Möglichkeit zu geben, seine wirtschaftliche Existenz zu sichern.
Wenn Sie BAföG beziehen und nebenbei arbeiten dürfte der Unterhalt gesichert sein, weshalb Ihnen nach Ablauf des Jahres nach der Scheidung problemlos eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird.
Im Hinblick auf das BAföG möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ein Nebenverdienst ab 450,- € pro Monat auf das BAföG angerechnet wird.

Fazit: Ich empfehle Ihnen auf jeden Fall BAföG zu beantragen (wichtig!!).
Sodann die Niederlassungserlaubnis. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.
Ansonsten können Sie weiter studieren und nebenbei arbeiten.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 31.05.2016 | 18:22

Danke für die Antwort,

Ich habe noch eine Frage : Wenn ich also jetzt einen BAFÖG beantrage, werde ich weiterhin das Bafög bis ende meines STUDIUM bekommen, obwohl wir dann später nicht mehr zusammen sind ?

Ich habe also irgendwo nachgelesen, dass das Bafög endet auch, wenn die Ehepaar im Trennung oder Scheidung sind. Deshalb habe ich es nicht beantragen, weil das dann nur für nicht, wenn ich sowieso vor habe von ihm zu trennen.

Er ist momentan Arbeitslos und ich weiß, dass ich das Bafög genau bekomme, wenn ich es beantrage aber mir war nicht sicher, wenn wir uns später scheiden ? Bekomme ich weiterhin das Bafög oder nicht mehr.

Wenn ich das Bafög dann bekomme, kann ich mich dann ruhig trennen oder was empfehlen Sie mir ?

Was sind um diese § 31. ABS dann zu verlängern, wenn das ein JAHR nach der Scheidung vorbei ist. Gibt es keine andere Alternative außer Bafög zu beantragen ?

Nochmal DANKE

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.06.2016 | 11:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt.

Ich habe einen Fehler in meinen Ausführungen entdeckt. Die Jahresfrist läuft ab der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft und nicht ab der Rechtskraft der Scheidung. Insofern hätten Sie nach dem Auszug Anspruch auf BAföG für ein Jahr, § 8 Abs. 2 Nr. 2 BAföG.
Sobald sie Ausziehen müssen Sie das der Ausländerbehörde melden. Ich empfehle Ihnen der ABH gegenüber zu erklären, dass die Trennung nicht endgültig erfolgt, sondern vorübergehend und eine Neubegründung der Lebensgemeinschaft durchaus möglich sei.
Beachten Sie, dass die eheliche Gemeinschaft 3 Jahre bestanden haben muss, ansonsten wird die Aufenthaltserlaubnis nur in Härtefällen erteilt. Daher sollten Sie mindestens bis Juli nicht ausziehen.
Gem. § 8 Abs. 4 BAföG verlieren Auszubildende, die nach Absatz 1 oder 2 als Ehegatten oder Lebenspartner persönlich förderungsberechtigt sind, den Anspruch auf Ausbildungsförderung nicht dadurch, dass sie dauernd getrennt leben oder die Ehe oder Lebenspartnerschaft aufgelöst worden ist, wenn sie sich weiterhin rechtmäßig in Deutschland aufhalten.
Demnach sollte Ihnen weiterhin das BAföG zustehen (vgl. Schepers in BAföG, § 8; Winkler in Rolfs/Giesen/Kreikebohm, Beck'scher Online-Komm, § 8 Rn. 26).

Ich hoffe Ihre Anfrage abschließend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Evgen Stadnik
Rechtsanwalt

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