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GmbH Gründung Frage Kapitalerhaltung

| 17.05.2016 22:36 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Guten Tag,

Hintergrundinfo 1:
Nach einer Bargründung hat die GmbH 25000 EUR Eigenkapital (100% gezeichnetes Kapital gem. Satzung ist eingezahlt). Die GmbH hat einen Gesellschafter, der auch Geschäftsführer ist. In der Satzung ist festgehalten, dass die Gründungskosten durch die GmbH getragen werden in max. bestimmter Höhe. Die Gründungskosten wurden vom geschäftsführenden Gesellschafter vorgestreckt und von GmbH Konto erstattet nachdem Gründung abgeschlossen war.

Hintergrundinfo 2:
Der Geschäftszweck besteht in der Entwicklung von bestimmter IT. Hierzu sind einige Anlaufkosten erforderlich. Auch Fremdkapital muss noch aufgenommen werden in den kommenden Wochen oder anderweitig Investoren gesucht werden, da bereits aus Liquiditätsperspektive das gezeichnete Eigenkapital nicht genügt. Die Ausgaben sind im Bereich Entwicklung (Softwareentwickler und Designer) und Beratung sowie Websitegestaltung.

Frage im Kontext § 30 GmbHG: Kapitalerhaltung :
Was bedeutet das für diese GmbH?
1) Stellt die Erstattung der Gründungskosten bereits ein Problem dar, da die GmbH technisch gesehen nur noch 24000 EUR auf dem Konto hat?
2) Stellt der Geschäftszweck bereits ein Problem dar, weil bevor Einnahmen nicht mehr im laufenden Jahr kommen können und diverse Ausgaben das Stammkapital weiter abschmelzen lassen (die Aktivierungsfähigkeit der Entwicklungskosten wäre eine noch zu überprüfende Frage, aber falls nicht 1:1 aktivierbar, inwieweit ist das ein Problem)?
Sprich, bedeutet Kapitalerhaltung ich darf das Stammkapital liquiditätstechnisch nicht angreifen ohne dass ein auf der Aktivseite 1:1 entstehender Gegenwert entsteht?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Die Erstattung der Gründungskosten stellt kein Problem dar. Das Stammkapital dient ja tatsächlich auch dazu, gewisse Anlaufkosten zu übernehmen.

Problematischer ist da schon 2. Tatsächlich sind Sie bei Abschmelzen des Stammkapitals auf unter 50% schon erhöhten haftungstechnischen Sorgfaltsanforderungen ausgesetzt. Ob und inwiefern Sie die Entwicklungskosten aktivieren können, muss tatsächlich in Ansehung Ihrer Geschäftsidee und den konkreten Arbeiten untersucht werden. Wenn das Stammkapital aber aufgebraucht ist (in liquider Hinsicht) droht eine Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit, ist es rechnerisch verbraucht (mehr Schulden als Vermögen) liegt eine Insolvenz wegen Überschuldung vor. Dies müssen Sie tatsächlich sorgfältig im Auge behalten. Das ist aber kein Problem des § 30 GmbHG: Kapitalerhaltung sondern der insolvenzrechtlichen Regelungen, welche immer gelten.

Grundsätzlich aber verstehen Sie das richtig, Sie müssen das Kapital und dessen Entwicklung im Auge behalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 17.05.2016 | 23:49

Guten Abend, vielen Dank für die Verständliche Antwort, zu der ich lediglich eine klarstellende Frage habe: Sie schreiben, dass das durch Ausgaben abschmelzende Stammkapital kein Problem des § 30 GmbHG: Kapitalerhaltung darstellt. Den insolvenzrechtlichen Kontext habe ich verstanden; jedoch dann wohl noch nicht, worauf beim § 30 GmbHG: Kapitalerhaltung denn dann zu achten ist, sprich wann mache ich mich denn angreifbar, das Kapital nicht zu erhalten? Bei besagter 50% Grenze, die ggf wegen nicht aktivierungsfähiger Entwicklungskosten gerissen werden könnte? Vielen Dank vorab für eine kurze Klarstellung.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.05.2016 | 08:16

Der § 30 GmbHG: Kapitalerhaltung sanktioniert nur Leistungen an die Gesellschafter. Wenn Sie sich also ein Geschäftsführergehalt für die Softwareentwicklung zahlen, ohne dass das Endprodukt in greifbarer Nähe ist oder Sie sich ein Darlehen aus dem Stammkapital gewähren, dann machen Sie sich angreifbar, schon beim ersten EURO, den Sie an sich zahlen. Der Aufwendungsersatz für die Gründungskosten ist allerdings unproblematisch, da üblich und anerkannt.

Die 50% habe ich ins Spiel gebracht, weil bei Verbrauch von 50% des Kapitals schon erste Kriseninterventionen der Gesellschafterversammlung notwendig werden, die Haftung wegen Rückzahlung des Stammkapitals an Gesellschafter greift stets, also grundsätzlich ab dem 1. Euro.

Bewertung des Fragestellers 20.05.2016 | 09:26

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