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Stromanbieter Endabrechnung / Zähler evtl. ungeeicht / Inkassoschreiben

31.03.2016 19:44 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Habe den Stromanbieter gewechselt. Alter Anbieter hat mit Schreiben vom 16.02. (Posteingang 22.02.) Abschlussrechnung (dicke Nachzahlung) gesendet mit der Bitte bis zum 01.03. 525,00 EUR Nachzahlung zu leisten. Mahnung folgte mit Schreiben vom 08.03. , Posteingang 14.03. Bin aus Krankheitsgründen erst danach dazu gekommen, den alten Anbieter (eprimo) zu informieren, dass ich noch nicht gezahlt habe da mir aufgefallen ist, dass der Stromzähler als letztes Eichdatum 1992 trägt und mir nicht bekannt ist, ob diese Eichung rechtskonform nach 16 Jahren und dann im 5 Jahrestakt verlängert wurde. Verdacht darauf, dass evtl. die Zähler keine gültige Eichung haben. Wäre nicht das erste mal in unserem Haus ( schon bei Wasserzählern so der Fall gewesen ).
Ich bin Wohnungseigentümer in einer WEG. Hintergrund ist, dass der Stromverbrauch exorbitant gestiegen sein soll obwohl wir Strom sparen und auch nur Stromsparende Elektrogeräte betreiben.

Zu diesem Zwecke habe ich den Netzbetreiber (Syna) angeschrieben und um Klärung hinsichtlich Eichung gebeten, Eprimo ist ja nur der Stromanbieter und nicht der Betreiber des Netzes. Eprimo weiss, dass die Sache in Klärung ist und ich danach sofort zahlen werde wenn alles rechtens ist.

Habe trotzdem soeben ein Schreiben eines von eprimo beauftragten Inkassobüros erhalten, welches nun die 525 EUR zzgl. 130 EUR Vergütung, Spesen, etc... ) im Namen von eprimo von mir verlangt. Viele Drohungen mit Schufa, etc...

WIe verhalte ich mich am besten ?

525 EUR unter Vorbehalt an eprimo zahlen falls Zähler tatsächlich ungeeicht und ich rückfordern will ? Bekomme ich dann überhaupt das Geld dann ggf. zurück oder gilt die Zahlung als Anerkenntnis ?

Abwarten bis zur Klärung durch den Netzbetreiber ( ich weiß nicht ob dieser oder eprimo für den Zähler verantwortlich ist : normalerweise habe ich gehört dass der Netzbetreiber hier zuständig ist ) und erstmal nicht zahlen ?

Kann ich die Forderung des Inkassobüros zurückweisen und wenn ja aus welchem Grund ? Ich habe 1 Mahnung erhalten und dann gleich das Inkassoschreiben.
Eprimo hat stets während des Vertrages sein Geld pünktlich und problemlos von mir erhalten.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Eine Zahlung unter dem Vorbehalt der späteren Rückforderung kann erfolgen, ohne dass dies als Anerkenntnis angesehen werden würde. Vorzugswürdig erscheint allerdings, dem Stromversorger ggf. eine Bestätigung des Netzbetreibers vorzulegen, dass hier eine Überprüfung möglicherweise falscher Verbrauchswerte infolge ungeeichter Zähler stattfindet. Hier sollte jetzt zeitnah gehandelt werden, damit der Stromversorger überhaupt an eine Stundung denkt.

Weiter ist zu prüfen, weshalb der Verwalter Ihrer WEG insofern nicht längst aktiv geworden ist, zumal Sie eine vergleichbare Situation schon für den Wasserverbrauch angeben. Vor diesem Hintergrund könnte er sich schadenersatzpflichtig gemacht haben.

Ich rate Ihnen, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Detailprüfung und Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.03.2016 | 20:52

Hallo, leider blieb die Frage offen wie ich auf das Inkassoschreiben gegenüber dem Inkassobüro reagieren kann. Man fordert hier seitens des Inkassobüros auf, Schriftverkehr und Zahlung nunmehr sofort dahin zu leisten. Kann ich dies ablehnen ? Auch die Mehrkosten ?

Sie schreiben was von Stundung durch den Stromanbieter , heißt dies also dass ich trotz berechtigter Zweifel an der Eichung erst einmal auf jeden Fall zur Zahlung verpflichtet bin ? Konnte ich der Antwort nicht klar entnehmen.

Was die WEG betrifft wird diese (wie gehabt) die Verantwortung abschieben, in diesem Fall auf den Netzbetreiber. Für mich wäre nur interessant, ob diese verpflichtet wäre nach Ablauf der Eichung die Eigentümer zu informieren, dass z.B. die Zähler aufgrund einer Stichprobenprüfung durch Eichamt oder Prüfstelle weiterhin zugelassen sind.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.03.2016 | 22:05

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Inkassounternehmen und Stromversorger sollten parallel kontaktiert werden, um so eine zumindest vorübergehende Einstellung der Mahnmaßnahmen zu erreichen. Letztlich weist aber der Stromversorger das Inkassounternehmen an, solange es sich nicht um eine abgetretene Forderung handelt. Ob die Mehrkosten berechtigt sind, hängt davon ab, ob die Hauptforderung berechtigt ist, was ja gerade geklärt werden muss.

Sie sind bis zur Klärung dieser Frage nicht zur Zahlung verpflichtet, schließlich bestreiten Sie die Berechtigung der Forderung. Eine Zahlung unter Rückforderungsvorbehalt wäre dann zu erwägen, wenn die Erfolgsaussichten dieses Bestreitens sehr ungewiss wären.

Der WEG-Verwalter muss Sie darüber informieren, ob der Stromzähler noch geeicht ist, wenn sich dieser Zähler auf Gemeinschaftseigentum befindet.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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