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Minusstunden Floristin Hessen

| 30.01.2016 18:59 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


21:14

Meine Frau (Ausgebildete Floristin) hat vor 3 Jahren in einem Blumenfachgeschäft angefangen zu Arbeiten mit 20 Stunden pro Woche. Diese Stunden wurden bisher auch immer bezahlt. Aber der Arbeitgeber schickte in dieser Zeit einige Male meine Frau entweder früher nach Hause oder sagte ihr, das sie am nächsten Tag nicht kommen muss.

In diesen 3 Jahren sind nun fast 200 Minusstunden aufgelaufen, wie wir jetzt errechneten. Eine ebenfalls angestellte 400 Euro-Kraft hat 170 Mehrarbeits-Stunden im gleichen Zeitraum eingearbeitet.

Wir haben keinen schriftlichen Arbeitsvertrag, wir wissen noch nicht einmal, ob nach Tarif bezahlt wird. Oder nach welchem Tarif, Floristen- oder Gartenbau Tarif.

Unsere Frage ist: Muss meine Frau jetzt diese Minusstunden abarbeiten? Wenn ja, auch die von 2013 und 2014?

30.01.2016 | 20:03

Antwort

von


(2311)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre Frau muss diese Stunden nicht abarbeiten.

Wenn vertraglich 20 Stunden vereinbart worden sind, der Arbeitgeber aber offenbar keine Arbeit hat und Ihre Frau nach Haus schickt, bzw. freistellt, hat er zu verantworten, dass Ihre Frau die Arbeitsleistung nicht erbringen konnte. Dieses Betriebsrisiko geht allein zulasten des Arbeitgebers.

Dann aber braucht Ihre Frau die Minusstunden nicht abarbeiten.


Anders wäre es ggfs. nur, wenn sich Ihre Frau ausdrücklich mit ei­nem Ar­beits­zeit­kon­to und der Mög­lich­keit von Mi­nus­stun­den ein­ver­stan­den er­klärt ha­t, wovon ich nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung aber nicht ausgehe.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


Rückfrage vom Fragesteller 30.01.2016 | 20:49

Tja, soweit ich mittlerweile informiert bin, ist das "Arbeitszeitkonto" im Rahmentarif für Floristen ab 2009 zumindest eingebunden. Ob das auch für den Gartenbau gilt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Da wir jedoch keinen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, wissen wir nicht, welcher Tarifvertrag überhaupt greift.

Wie muss die ausdrückliche Einverständniserklärung denn eigentlich aussehen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.01.2016 | 21:14

Sehr geehrter Ratsuchender,


es ist schon richtig, dass es so einen Tarifvertrag gibt.

Allerdings ist dieser nicht in den Arbeitsvertrag (der mündliche Vertrag gilt) eingebunden worden, so dass diese Regelung dann nicht zulasten Ihrer Frau herangezogen werden kann.

Denn diese negative Klausel hätte dann eben ausdrücklich vereinbart werden müssen, d.h. Ihre Frau hätte sich entweder ausdrücklich mit der Einbeziehung des Tarifvertrages oder mit dem Führen des Arbeitszeitkontos einverstanden erklären müssen.

Eine besondere Form ist dabei nicht vorgeschrieben; es muss nur der ausdrückliche Wille zum Ausdruck gekommen sein - in der Regel geschieht dieses im schriftlichen Arbeitsvertrag, den es aber nicht gibt. Da auch sonst keine Erklärung abgegeben worden sein dürfte, liegt so etwas eben nicht vor.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 30.01.2016 | 22:14

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Ich bin mit der Beantwortung meiner Fragen sehr zufrieden. Nicht, weil wir im Recht sind, sondern weil ich es verstanden habe.

Danke dafür.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 30.01.2016
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Ich bin mit der Beantwortung meiner Fragen sehr zufrieden. Nicht, weil wir im Recht sind, sondern weil ich es verstanden habe.

Danke dafür.


ANTWORT VON

(2311)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:
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