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Erbrecht und Erbengemeinschaft

25.01.2016 12:56 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Hallo,

folgender Fall beschäftigt mich und meine kleine Famile.
Vor ein Paar Monaten ist mein Großonkel verstorben, mit dem ich eigentlich keinen großen Kontakt hatte. Der Onkel hatte 3 Geschwister:
1 Frau (91 Jahre noch lebend), 1 Bruder (verstorben) und noch eine Schwester (meine Oma, verstorben).
Meine Oma hatte einen Sohn (mein Vater, verstorben) und so rücke ich in diese Erbfolge zu einem drittel hinein.

So weit so gut!
Folgendes ist jetzt allerdings ans Tageslicht gekommen. Mein Vater hatte sich 2005 vom Erblasser 9000 Euro geliehen. Es existiert hierzu ein Kontoauszug wo auch draufsteht, dass es sich um ein Darlehen handeln soll. Desweiteres hat er 2003 20000Euro zum Geburtstag bekommen (Auszugstext: Geburtstaggeschenk).

Jetzt beharren die 2 anderen Erben auf die Rückzahlungen der Summen von meiner Mutter. Sie fordern das Darlehen zurück und die Geburtstagssumme die mein verstorbener Vater bekommen hat. Ist das denn so rechtens? Wir wissen ja nicht einmal ob mein Vater das Darlehen nicht zurückgegeben hat. Beide sind tot und keine Unterlagen da.

Liebe Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich unter Berücksichtigung Ihres Mindesteinsatzes wie folgt beantworten:

1.
Ein Anspruch der Erbengemeinschaft auf Rückzahlung der Schenkungssumme
besteht nicht. Es stand dem Erblasser selbstverständlich vollkommen frei, Ihren Vater oder auch jeden Dritten zu beschenken, ohne dass dies Auswirkungen auf ein künftiges Erbrecht haben sollte.

Etwas anderes könnte allenfalls im Falle eines sogenannten Pflichtteilsergänzungsanspruchs der weiteren Erben gelten. Hier wäre aber zu beachten, dass die Schenkung zum Todestag schon länger als 10 Jahre zurücklag. Deshalb wäre die Schenkung nicht mehr zu berücksichtigen ( § 2325 III S.2 BGB )

2.
Hinsichtlich des Darlehen gilt Folgendes:
Die Rückzahlung des Darlehens wäre von Ihnen zu beweisen. Sie sollten also die Kontobelege und Unterlagen möglichst nochmals auf eine Rückzahlung oder etwa eine Quittung der Erblasserin untersuchen.

Lässt sich die Rückzahlung nicht beweisen, stünde der Erbengemeinschaft ( als Rechtsnachfolgerin der Erblasserin ) ein Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens an die Erbmasse zu. Der Anspruch richtet sich gegen den Rechtsnachfolger nach Ihrem Vater. Ist dies allein Ihre Mutter, so müsste diese also das Darlehen an die Erbmasse zurück zahlen.

Auf diesem Wege müssten Sie also nicht die volle Summe an die beiden weiteren Erben zahlen, sondern an die Erbmasse, die dann wieder zum Teil an Sie ( in Höhe Ihres Erbteils )zurück fließt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.01.2016 | 15:05

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Eine Frage habe ich aber noch.

Die beiden anderen Erben möchten diese Summe privat bezahlt bekommen. Jeder also 3000 Euro. Ich verzichte natürlich auf meinen Anteil, da ich meine Mutter ja nicht belangen möchte.

Es wird Druck gemacht, dass die Summe fließen soll. Allerdings hat meine Mutter weder eine Zahlungsaufforderung oder irgendwas schriftliches bekommen. Und meine Mutter sieht es natürlich nicht ein privat irgendwo irgendwelche Summen zu überweisen.
Es existiert nichts von einem Anwalt oder sonstiges wo nach der Summe gefragt wird.
Wie sollen wir uns verhalten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2016 | 15:46

Wie gesagt, der Anspruch müsste schon von der Erbengemeinschaft als solcher geltend gemacht werden. Dabei haben Sie als Mitglied dieser Erbengemeinschaft ein "Mitspracherecht". Sie könnten sich also auf den Standpunkt stellen, dass es keinesfalls sicher sei, dass Ihr Vater die Schuld nicht längst beglichen hat oder die Erblasserin auf die Rückzahlung verzichtet hatte und dass Sie deshalb davon absehen möchten, diese Forderung weiter zu verfolgen.

Außerhalb der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft eine "private Zahlung" an die beiden Erben zu leisten, kann ich nicht empfehlen.

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