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Vorsorgevollmacht Schwester

13.01.2016 20:29 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Guten Tag,

letzten Sonntag kam überraschend meine Schwester mit Ihrem Mann vorbei,und bat mich schnellstmöglich ohne mir die Gelegenheit zum durchlesen zu geben eine Vorsorgevollmacht für die Eltern zu unterschreiben ohne das ich mit den Eltern darüber gesprochen habe.Ich unterschrieb und sie griff sofort die Vollmacht und nahm Diese mit.Auch meine Frau fand das Verhalten seltsam.
Können Sie mir sagen was vielleicht der Hintergedanke dabei war?
Mein Vater (80 Jahre)sprach nie über ein Testament,jedoch sah ich vor 17 Jahren ein verschlossenes Kuvert auf dem er "Testament" aufgeschrieben hatte,da ich ihn kenne und ich damals ledig war vermute ich daß er meine Schwester ,die mit dem Sohn eines alten Bekannten des Vaters bis Heute zusammnen ist,als Erbin des Einfamilienhauses eingesetzt hat.

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Mit der Vorsorgevollmacht wird eine bestimmte Person beauftragt, stellvertretend für den Vollmachtgeber zu handeln. Diese Vollmacht kann weitreichend sein und dem Bevollmächtigten das Recht einräumen, für denjenigen, der die Vollmacht erteilt hat, Entscheidungen zu treffen und z. B. auch Verträge abzuschließen. Die Vollmacht gilt aber nur dann, wenn der Vollmachtgeber selbst nicht mehr in Lage ist, Entscheidungen selbst zu treffen.


2.

Hier ist nicht ganz klar, welchen Inhalt das Schriftstück hat, das Sie unterschrieben haben.

Wenn Ihre Eltern Ihrer Schwester eine Vorsorgevollmacht erteilen wollen, bedarf es hierzu nicht Ihrer Zustimmung. Vor diesem Hintergrund macht das Verhalten Ihrer Schwester also keinen Sinn.

Ihre Schilderung läßt allerdings die Vermutung naheliegend erscheinen, daß es der Schwester gezielt darauf ankam, daß Sie ein Schriftstück unterzeichnen, dessen Inhalt und dessen Auswirkungen und Reichweite Sie nicht kennen.

Daß es sich bei diesem Schriftstück um eine Vorsorgevollmacht handelt, scheint eher eine Vermutung zu sein. Eine gesicherte Erkenntnis bezüglich des Inhalts des Schriftstücks haben Sie wohl, wenn ich Ihre Sachverhaltsschilderung richtig verstehe, nicht.

Unter diesen Umständen ist es nahezu unmöglich, Sie sachgerecht zu beraten. Raten kann ich Ihnen deshalb nur, Ihre Schwester zu bitten, Ihnen jenes Schriftstück, das Sie unterschrieben haben, zu zeigen, damit Sie prüfen können, wozu Sie durch Ihre Unterschrift Ihr Einverständnis erklärt haben.


3.

Einen Zusammenhang mit einer letztwilligen Verfügung (Testament) der Eltern kann ich nicht erkennen, da es hierzu nicht Ihrer Unterschrift bedarf.


4.

Wenn man nicht weiß, welchen Inhalt das Schriftstück hat, kann man leider auch nicht ansatzweise abschätzen, welchen Hintergedanken Ihre Schwester gehabt haben könnte. Deshalb bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, Ihre Schwester um Vorlage des Schriftstücks zu bitten, um sich ein Urteil bilden zu können.

Mehr kann man auf der Grundlage Ihrer Schilderung zur Sache nicht sagen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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