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Fragen zur Umsatzsteuer/digitaleGüter

| 08.01.2016 18:36 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch


Guten Tag,

ich habe Fragen zur Ust und zum neuen Ust-Gesetz für digitale Güter. Ich überbringe Online-Webinare und verkaufe danach auch die Video u. Mp3-Aufnahmen dieser Webinare. Auf Nachfrage bei einer Webinar-Platform wurde mir folgendes mitgeteilt:

"Webinare fallen unter Lehrinhalte undunterliegen somit nich der neuen Besteuerungsregel v. 1.1.15."

1. Ist das so korrekt? Denn andere wiederum sagen, dass Webinare auch unter jenes Gesetz fallen?

2. Ich überbringe auch Dienstleistungen als Persönliche individuelle Beratungen, diese Beratungen werden manchmal auch als Mp3 Download oder Video überbracht, so auch im Zusammenhang mit Persönlichen Kursen für Kunden. Unterliegen diese digitalen Güter dann auch jenem neuen EU-Steuergesetz oder sind sie innerhalb von Beratungen, Supervision etc. frei davon?

3. Wenn ich Mp3s und Ebook nur für EU-Auslandskunden über eine entsprechende Plattform verkaufe, die die jeweiligen Umsatzsteuersätze aufzeigt und als Verkäufer fungiert, wie verbuche ich die Gutschrifen dieser Plattform (z.b Digistore24) (Warenwert abz. Steuer abzügl. Plattformkosten)? Sind dies dann umsatzsteuerfreie Einnahmen?

4. Ist es in Ordnung, wenn ich für Kunden aus der Schweiz weiterhin die deutsche Mehrwertsteuer berechne, da in meinem Shop auf der Homepage dies (noch) nicht anders einzustellen ist und bisher sich kein Kunde beschwert hat? Oder ist dies rechtlich/steuerechtlich nicht gestattet?

5. Ich empfange Einnahmen aus Buchungen von Blog-Artikel (online) und Gedichten die als Pdf via Email übermittelt werden. Ist es korrekt für diese Waren den ermäßigten Steuersatz von 7% einzustellen? Ein Mitarbeiter des Finanzamtes sagte einer Kollegin einmal, dass z.b. Spenden für Blogartikel sichtlich als "Autoren-Honorar" gekennzeichnet nur mit 7% besteuert werden, ich weiß nicht ob das so auch für o.g. stimmig ist?

6. In Jahr 2015 war ich Kleinunternehmer, wechsle aber 2016 zur Ist-Besteuerung. Nun gab es eine Buchung zum Ende des Jahres über meinen Shop, doch leider wurde der Betrag nicht wie vom Kunden zugesagt noch im alten Jahr überwiesen sondern kam erst jetzt auf meinem Konto an. In den Shop-unterlagen wird diese Buchung als steuerfrei gebucht, da der Geldeingang jetzt aber im neuen Jahr geschah, unterliegt dieser Betrag bereits der Besteuerung oder gibt es hier eine entsprechende Regel dass der Betrag noch ohne Umsatzsteuer gebucht werden kann? Falls er im neuen Jahr gebucht wird, wie gehe ich mit der Shop Buchung um, muss ich diese stornieren und neu erstellen im diesem Jahr?

Herzlichen Dank und freundliche Grüße

Sehr geehrte Mandantin,

gerne helfe ich Ihnen bei der Klärung der von Ihnen eingebrachten Fragen weiter. Zur Vereinfachung übernehme ich die von Ihnen vorgegebene Reihenfolge:

1.
Ich teile die Einschätzung, dass Webinare nicht unter die neue Umsatzsteuerregelung fallen. Es handelt sich dabei nicht um eine elektronisch erbrachte Dienstleistung, da das Internet während der Live-Übertragung lediglich als Trägermedium dient, nicht aber Basis der erbrachten Dienstleistung ist.

2.
Auch diese Dienstleistungen sind nicht als elektronisch erbracht einzustufen, unterfallen damit also den üblichen Regelungen zur Umsatzsteuer. Sie erbringen insoweit Dienstleistungen, die mit technischen Mitteln übertragen werden. Anders als bei klassischen digitalen Dienstleistungen (Streaming, E-Books, MP3s), bei denen das Produkt die eigentliche Dienstleistung ist, steht hier in der Tat Ihre Beratungsleistung im Vordergrund.

3.
Die Besteuerung hängt hier von der genauen Funktionsweise der Plattform ab. Im Normalfall bleiben Sie allerdings der Verkäufer, so dass Sie die jeweilige Umsatzsteuer nach dem Land abführen müssen, in das Sie liefern.
Zur Vereinfachung und damit Sie sich nicht in jedem möglichen Lieferland zur Umsatzsteuerabführung anmelden müssen, hat Deutschland ein zentralisiertes Verfahren eingeführt.
Danach können Sie sich einmalig bei der zentralen Anlaufstelle KEA anmelden, die dem Bundeszentralamt für Steuern angegliedert ist. Darüber wird die Abführung der Steuern für Sie als Unternehmerin dann gebündelt abgearbeitet. Für Einzelheiten zu dieser Möglichkeit wenden Sie sich bitte an das Bundeszentralamt.

4.
Wenn Sie Beratungsdienstleistungen erbringen, dürfte dem nichts entgegenstehen. Beschränkt sich Ihre Leistung jedoch auf den reinen Verkauf fertiger Waren unabhängig von einer Beratung (z. B. als E-Book), unterfallen Sie der neuen Regelung und müssen zwingend die Schweizerische Umsatzsteuer ansetzen.

5.
Sofern Sie die Urheberin der Texte sind, dürfte diese Einstufung in der Tat korrekt sein.

6.
In diesem Fall haben Sie Ihre Dienstleistung noch im alten Jahr erbracht und abgerechnet. Die entsprechende Leistung bleibt damit umsatzsteuerfrei.

Ich kann Ihnen abschließend und zusammenfassend nur dringend dazu raten, sich zu Ihrem Unternehmen insgesamt von einem Steuerberater begleiten zu lassen, falls dies nicht schon geschieht. Ihr Dienstleistungsspektrum verteilt sich auf verschiedene Tätigkeitsbereiche, welche unterschiedlichen Regelungen unterfallen. Sie sollten sicherstellen, dass Ihre - auch aufgrund der Ist-Besteuerung nun anders zu führende - Buchhaltung dem entspricht.

Ich empfehle Ihnen außerdem, für eine Umsetzung in Ihren Online-Inhalten mit Unterstützung eines IT-Dienstleisters Sorge zu tragen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihr neues Geschäftsjahr.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 08.01.2016 | 20:45

Herzlichen Dank für ihre schnelle und klar verständliche Antworten!

Zur 3. Antwort: Wie geschrieben fungiert jene Plattform in der Tat als der Verkäufer und führt die Umsatzsteuer selbst an das Finanzamt ab, können sie darauf bitte noch einmal eingehen, ich bin also nicht verantwortlich für die Abführung der Ust sondern erhalte nur die Gutschriften über den jeweiligen Betrag abzüglich der Kosten der Plattform. Verbuche ich dies dann als steuerfreie Einnahme?

Zur Antwort Nr6.: Ich fragte deshalb nach, weil manche sagen, dass das Zu- und Abflussprinzip besteht und damit der Betrag sicher im neuen Jahr versteuert werden muss?

Vielen Dank wenn Sie dies noch beleuchten & herzliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.01.2016 | 21:00

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Einnahme kann nicht steuerfrei sein. Wenn die Plattform - so schildern Sie den Ablauf - als Endverkäufer fungiert, "fehlt" der Übergang der Ware von Ihnen an die Plattform. An dieser Stelle erbringt sie für Sie eine Dienstleistung, die wiederum zu versteuern ist. Sie müssen auf Ihre Einnahmen also Umsatzsteuer abführen.

Die besagte Rechnung verbleibt umsatzsteuerfrei, ist jedoch im neuen Jahr in Ihren Umsätzen anzugeben. Da keine Umsatzsteuer hierauf anfällt, ist diese Einnahme lediglich bei der Einkommensteuer zu berücksichtigen.

Ich hoffe, die Unklarheiten hiermit beseitigt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 08.01.2016 | 21:05

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