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Anerkennung Berufserkrankung

07.01.2016 14:48 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren.

Gerne möchte ich meinen Rechtsfall beschreiben:

Vor einigen Monaten habe ich einen Bandscheibenvorfall erlitten. Ich habe aufgrund dessen seither eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die voraussichtlich noch weitere 4-8 Wochen verlängert wird. Durch meinen behandelnden Arzt wird angenommen, dass die Ursache des Bandscheibenvorfalls im berufsbedingten langjährigen Heben schwerer Lasten liegt. Es wurde durch Ihn eine Anzeige bei Verdacht auf Berufserkrankung an die zuständige Unfallkasse gesendet. Bis zum aktuellen Zeitpunkt ist weder eine Berufserkrankung anerkannt worden noch sind Maßnahmen gegen die Gefahr eines Wiederauflebens oder einer Verschlimmerung der Erkrankung durchgeführt worden (vgl. Berufskrankheitenverordnung §3 Abs. 1).

Es ist ausschließlich ein Termin zur Teilnahme an einer "Rückensprechstunde" in der Praxis eines Orthopäden, der offensichtlich eng mit der zuständigen Unfallkasse zusammenarbeitet, vereinbart worden. Die Praxis des Orthopäden liegt wenige Hundert Meter von dem Hauptsitz der Unfallkasse, jedoch mehr als 100km von meinem Wohnort. Was genau das Ziel der "Rückensprechstunde" ist, wird in dem Schreiben der Unfallkasse nicht gesagt.

Nun zu meinen Fragen:

1) Muss ich zwangsläufig bei dem Orthopäden der Unfallkasse an der Rückensprechstunde teilnehmen um die Anerkennung der Berufserkrankung nicht zu gefährden? Ich vermute nämlich, dass es sich hierbei um einen Kooperationspartner der Unfallkasse handelt und dass Ergebnis der Rückensprechstunde ggf. ungünstig für mich sein kann. Gerne würde ich mich bei einem Orthopäden meiner Wahl vorstellen, dies wird durch die Unfallkasse jedoch abgelehnt.

2) Meine Beschwerden lindern sich aktuell, so dass ich voraussichtlich in 4-8 Wochen wieder arbeitsfähig bin. Durch die Unfallkasse wurden bisher jedoch keine Maßnahmen gegen das Heben von schweren Lasten auf meiner Arbeitsstelle eingeleitet. Ich habe Angst mein Rückenleiden könnte wiederaufleben oder sich verschlimmern, sobald ich nicht mehr arbeitsunfähig bin und Lasten heben muss. Welche Möglichkeiten habe ich um die Umsetzung entsprechender Maßnahmen durch die Unfallkasse einzufordern - noch bevor ich wieder arbeitsfähig bin.

3) Gerne würde ich mich in dieser Angelegenheit rechtsanwaltlich vertreten lassen. Durch meine Rechtsschutzversicherung werden jedoch diese Gebühren erst übernommen ab dem Zeitpunkt ab dem ein widerspruchsfähiger Bescheid vorliegt. Dies ist aktuell noch nicht der Fall. Mit welchen Gesamtkosten müsste ich nach RVG maximal rechnen (abzgl. dem Anteil, der durch die Rechtsschutzversicherung gedeckt ist)?


Herzlichen Dank für die Beratung bereits im Voraus.

07.01.2016 | 16:17

Antwort

von


(2423)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

bedauerlich, dass Sie keine Informationen zu der Rückensprechstunde erhalten haben.

In der Rückensprechstunde werden mit einem Facharzt und einem Berater der Unfallkasse die Befunde, die Ihr Orthopäde übermittelt hat und Ihre genaue berufliche Situation und Belastung besprochen.

In der Regel werden diese Sprechstunden örtlich so geführt, dass diese in Ihrer Nähe sind. Möglicherweise ist dieses die nächstgelegene Möglichkeit; danach sollten Sie sich erkundigen.

Die Sprechstunde ist also keine Begutachtung im tatsächlichen Sinne, sondern tatsächlich die Besprechung Ihrer Situation. Setzen Sie sich mit der Unfallkasse in Verbindung, ob eine solche Sprechstunde auch in Ihrer Nähe bei einem Orthopäden stattfinden kann. Ein Recht darauf haben Sie dabei jedoch nicht.

Sie sind zudem im Rahmen der Mitwirkungspflichten nach § 21 Abs. 3 SGB VII auch verpflichtet, mitzuwirken. Eine Nichtwahrnehmung kann daher zu Ihren Lasten Auswirkungen auf die Entscheidung der Unfallkasse haben.

Nach der Rückensprechstunde kann auch ein Rückenkolleg stattfinden. Dabei handelt es sich um ein Seminar mit individuellen Training und einer besonderen Schulung. Sie sollen dort auch lernen, wie mit den Belastungen am Arbeitsplatz umgegangen werden kann.

Wichtig ist zu wissen, dass natürlich Ihr Arbeitsplatz erhalten werden soll. Es werden dazu technische aber auch persönliche Maßnahmen soweit möglich ergriffen werden können.

Welche das genau sind, kann aber erst dann gesagt werden, wenn eben Ihre Tätigkeit und auch Ihr täglicher Arbeitsablauf bekannt ist.

Und genau dafür ist die Sprechstunde gedacht, damit zukünftig darauf eingewirkt werden kann.

Sie können natürlich anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Kosten können nach dem RVG rund 1.000,00 € betragen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg


ANTWORT VON

(2423)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
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