Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
482.253
Registrierte
Nutzer
1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Elternzeit im Zwischenzeugnis


28.12.2015 18:16 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Zusammenfassung: Arbeitszeugnis
Elternzeit


Sehr geehrte(r) Frau / Herr Rechtsanwalt,

ich habe innerhalb eines 18 monatigen befristeten Arbeitsvertrags eine Elternzeit von 3 Monaten in Anspruch genommen. Nach dem Ende des Vertrages habe ich dann im gleichen Unternehmen eine neue, unbefristete Stelle in einer anderen Abteilung angenommen.
In dem mir ausgestellten Zwischenzeugnis, ist die Elternzeit direkt im ersten Absatz erwähnt. Da ich der Meinung bin, dass dies mir bei zukünftigen Arbeitgebern negativ ausgelegt werden könnte, möchte ich diesen Satz gern aus dem Zeugnis entfernen lassen.

Ist es überhaupt zulässig in meinem Fall die Elternzeit zu erwähnen und wenn nein, wie kann ich die Änderung des Zeugnisses erwirken?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage beantworte ich wie folgt.

Die Pflicht zur Erteilung eines Arbeitszeugnisses (nach Ende des befristeten Arbeitsvertrages) ergibt sich aus § 630 S. 4 BGB, § 109 GewO.

Das Bundesabeitsgericht hat mit Urteil vom 10.05.2005 – 9 AZR 261/04 – Leitsatz entschieden:

"Der Arbeitgeber darf in einem Zeugnis die Elternzeit eines Arbeitnehmers nur erwähnen, sofern sich die Ausfallzeit als eine wesentliche tatsächliche Unterbrechung der Beschäftigung darstellt. Das ist dann der Fall, wenn diese nach Lage und Dauer erheblich ist und wenn bei ihrer Nichterwähnung für Dritte der falsche Eindruck entstünde, die Beurteilung des Arbeitnehmers beruhe auf einer der Dauer des rechtlichen Bestandes des Arbeitsverhältnisses entsprechenden tatsächlichen Arbeitsleistung."

Wann die Ausfallzeit wesentlich ist, ist durch
Abwägung aller Umstände des Einzelfalls unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten (beurteilender Arbeitgeber, Arbeitnehmer und potentieller künftiger Arbeitgeber) zu bestimmen.

In Ihrem Fall beträgt die "Ausfallzeit" 1/6 der gesamten Vertragsdauer.

Die Unterbrechung der Beschäftigung ist nicht wesentlich, da der Arbeitgeber Ihre Arbeitsleistung in den restlichen 15 Monaten beurteilen kann.

> Ihr Arbeitgeber darf daher die Elternzeit im Arbeitszeugnis nicht erwähnen.

> Sie haben einen - auch gerichtlich durchsetzbaren - Anspruch auf "Zeugnisberichtigung", d.h. auf ein Zeugnis ohne Erwähnung der Elternzeit. Teilen Sie dem Arbeitgeber mit, dass Sie das Zeugnis ohne Erwähnung der Elternzeit wünschen.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60589 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich bin sehr zufrieden mit den erhaltenen Antworten. Alle meine Fragen wurden vollumfänglich beantwortet. Zeit gespart habe ich auch noch, da ich mir einen Termin in einer Kanzlei zur Erstberatung hiermit ersparen konnte. Und ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle Antwort, verständlich, wenn auch eine so verspätete Rechnungsstellung des ZA nicht nachvollziehbar ist. ...
FRAGESTELLER