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Heizkosten zu hoch (liegt um das 4 + 4 1/2-fache zu den Vergleichswohnungen)

09.10.2015 09:58 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung:

Bei Vorliegen eines Rohrwärmefalls kann für die Bewohner einer Wohneinheit ein Anspruch auf Korrektur der Heizkostenabrechnung bestehen.

Die Antwort kann kurz und knapp sein.
Hallo, ......
Mein bzw. unser Problem ergibt sich aus Folgendem:
Wir sind Eigentümer einer Eigentumswohnung mit 4 Zi.,Kü.,Bad in Kaiserslautern und wohnen in der obersten Etage eines 5-Etagenhauses. Die Wohnung hat eine Größe von 94,56 qm.
Das Haus, das wir bewohnen (Nr.17) hat insgesamt 15 Wohnungen. Die Gesamtanlage (hängt an einer Heizungsanlage) besteht aus 4 Häusern (mit den Nrn. 17-23) und hat, glaube ich insgesamt 53 Wohn-einheiten.

Es ist zwar ziemlich viel Text um das Ganze verständlich zu machen. Die Antwort kann aber kurz und knapp ausfallen.

Das Problem der für uns berechneten Heizkosten ergibt sich daraus, dass eine Einrohrheizung installiert ist. An den Heizkörpern sind elektronische Heizkostenverteiler angebracht. Nach diesen habe ich im Vergleich zu anderen Mitbewohnern auf der gleichen Gebäudeseite (mit Außenwänden) z.T. das 4 bzw. 4,5- fache an Verbrauch .
In diesen Beispielswohnungen sind einmal zwei Personen und einmal 1 Person. Unsere Wohnung wird durch meine Ehefrau und mich bewohnt.
Ich weiß nicht, ob es von Bedeutung ist, dass wir die Ventile an den Heizkörpern bei Bedarf nur im Wohnzimmer, Küche und Bad aufgedreht haben. In diesen Räumen sind Ventile mit Zeitschaltuhren installiert. Sie öffnen morgens um 8,20 Uhr die Ventile und schließen sie abends um 22 Uhr. In einem Raum, der als Büro genutzt wird, ist das Ventil nur teilweise während des Tages geöffnet. Zigfache Temperaturmessungen mit mehreren Thermometern haben ergeben, das die Raumtemperatur bei den geöffneten Ventilen (wie beschrieben) so um die 21,5 Grad sind. In den anderen Zimmern sind ganzjährig die Ventile geschlossen. Wenn im Winter gelüftet wird, können sich diese Ventile vielleicht kurzzeitig öffnen.

Ein Übersicht über die Verbräuche ( über 4 + 4 ½-fache) kann bei Auftragserteilung nachgereicht werden

Über die Hausverwaltung haben wir die Abrechnung der Firma Techem erhalten. Mit der Verbraucherzentrale des Saarlandes hatten wir Kontakt. Sie haben mitgeteilt, dass unter Umständen
die VDI-Richtline 2077 angewandt werden müsste.
Nach Rücksprache mit Techem hat diese erklärt, dass dafür von drei vorgegebenen Kriterien für die Anwendung dieser Richtlinie eine nicht erfüllt sei und deshalb eine andere Berechnungsformel (50:50 anstelle 70:30) nicht möglich sei.
Nachstehend die Mitteilung von Techem:
a) Verbrauchswärmeanteil 9,51 % (Kriterium erfüllt, wenn kleiner/gleich 34 %)
b) Standardabweichung 1,1317 (Kriterium erfüllt, wenn größer/gleicher 0,85)
c) Anteil Niedrigverbraucher 7,41 (Kriterium erfüllt, wenn größer/gleicher 15 %)
Anmerkung von Techem: Nicht alle Kriterien für eine Rohrwärmeabgabe nach VDI 2077 wurden in der vorliegenden Abrechnung erfüllt. Deshalb ist die Berücksichtigung der Rohrwärmeabgabe nicht möglich.
Die Gesamtkosten in den Häusern waren:
für 2013: Verbrauchskosten 32965: 72657 Einheiten
für 2014 : Verbrauchskosten 28136: 44143 Einheiten

Konkret hätten wir gerne gewusst ob trotz des für unsere Wohnung ernorm hohen Wärmeverbrauchs um das 4 bzw. 4,5 fache im Vergleich zu anderen Wohnungen auf der gleichen Gebäudeseite die von Techem angeführten Kriterien erfüllt sein m ü s s e n .


Kaiserslautern, den 09.10.2015
Mit freundlichen Grüßen
H.Ley

Sehr geehrte Mandantin, sehr geehrter Mandant,

gerne möchte ich Ihnen zu Ihrer Frage einige Informationen übermitteln, die eine rechtlich verbindliche Beurteilung des Sachverhalts erleichtern:

Zunächst einmal sind die Gegebenheiten, die Sie schildern, typisch für einen "Rohrwärmefall". Dieser kann immer dann in Betracht kommen, wenn elektronische Verbrauchszähler und eine über weite Teile ihrer Länge ungedämmte Rohrleitung installiert sind. Je länger das freiliegende Rohr ist, umso größer der potentielle Wärmeverlust.

Weitere Einflussfaktoren, die das Messergebnis im Sinne eines Verteilungsfehlers beeinflussen können, sind viele Niedrigverbraucher und eine größere Entfernung des Messpunktes zur Heizanlage. Darüber hinaus spricht auch Ihr erheblich über dem Durchschnittswert der Anlage gemessenes Verbrauchsergebnis hierfür, zumal Sie ein durchschnittliches Heizverhalten beschreiben.

Dadurch, dass Sie die oberste Wohnung bewohnen, dürfte in jedem Fall der ungünstige Faktor hinzu kommen, dass Sie am weitesten von der zentralen Heizungsanlage entfernt sind.

Alle diese Faktoren sprechen dafür, dass die VDI Richtlinie 2077 anwendbar sein dürfte. In diese Richtung sollte man argumentieren. Aus meiner Sicht versucht die Firma Techem hier, es sich einfach zu machen.
Die Richtlinie gibt her, dass sie bei Vorliegen aller drei Kriterien angewandt werden soll. Sie schließt jedoch ausdrücklich nicht aus, dass sie bei Vorliegen nur eines oder zweier Kriterien dennoch angewandt wird.
Da es sich nicht um ein formelles Gesetz handelt, sondern eben eine Richtlinie, die von einer berufsständischen Vertretung erlassen wurde, wird Techem versuchen, die Anwendbarkeit möglichst zu verneinen. Denn die Folge der Anwendbarkeit wäre ja, dass Sie einen Anspruch auf Umstellung der Abrechnungsform und eine entsprechende Korrektur hätten.

Ich würde Ihnen also empfehlen, nicht nachzugeben und durchaus zu versuchen, Ihren Anspruch durchzusetzen. Insbesondere die hohe Abweichung beim Verbrauchswärmeanteil (weniger als ein Drittel des geforderten Höchstwertes!) spricht dafür, dass Sie Benachteiligte eines Rohrwärmefalls sind.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten stehe ich Ihnen gerne über die kostenlose Nachfragefunktion zur Verfügung.
Sollte sich darüber hinausgehender Beratungsbedarf ergeben, können Sie sich zudem gerne über die in meinem Profil hinterlegten Kontaktdaten an meine Kanzlei wenden.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 13.10.2015 5/5,0
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