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Hundehaltung in Mietswohnung

| 28.09.2015 18:50 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Mein Freund und ich studieren beide (noch mindestens 3 Jahre), wohnen in einem Mietshaus und möchten uns einen mittelgroßen Hund anschaffen.
Im Mietvertrag steht: "Haustiere, wie Hunde, Katzen, Kaninchen usw. (ausgenommen Kleintiere in geringer Zahl) dürfen nur mit schriftlicher Einwilligung des Vermieters gehalten werden. Die Erlaubnispflicht umfasst ebenso das zeitweilige Aufnehmen von Tieren. Der Vermieter ist berechtigt, eine erteilte Zustimmung jederzeit ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Mit der Abschaffung oder dem Tode des Tieres erlischt die einmal erteilte Erlaubnis."

Ich habe dann also bei meiner Vermieterin per Email angefragt, ob wir uns einen Hund anschaffen dürfen und sie darauf hingewiesen, dass der Hund haftpflichtversichert wäre, wir selbstverständlich dafür sorgen, dass weder das Treppenhaus, noch das Grundstück durch den Hund verdreckt werden und dass das Tier keine anderen Bewohner des Hauses stören würde. Daraufhin schrieb meine Vermieterin, dass die Haltung eines Hundes nicht gestattet sei. Mit dieser Antwort wollte ich mich nicht zufrieden geben und so habe ich sie darum gebeten, mir wenigstens ihre Gründe zu nennen.
Sie antwortete, dass sie unsere Wohnung für einen Hund zu klein finde (unsere Wohnung ist 50qm groß) und es für den Hund nicht gut sei, bis in den dritten Stock laufen zu müssen. Desweiteren hat sie uns nochmal darauf hingewiesen und uns ihre persönliche Erfahrung mit ihrem Hund mitgeteilt, was die Hundehaltung alles mit sich bringt, dass mein Freund und ich ja irgendwann arbeiten würden, was dann mit dem Hund passiere, dass man sich durch den Hund einschränkt, dass die Wohnungssuche, falls wir mal umziehen sollten, sehr schwer werden würde usw. und dass wir uns nochmal überlegen sollten, ob wir das wirklich wollen...
Für mich war ihre Nachricht kein klares "nein" und deshalb schrieb ich ihr in einer längeren Nachricht zurück, was unsere Beweggründe während des Studiums für den Hund sind, dass wir so gut wie nur zuhause sind (uni-bedingt), dass der Hund deshalb so gut wie nie allein wäre, dass mein Freund und ich keine wilden Partystudenten sind und kein Problem damit haben, für längere Zeit auf Parties zu verzichten, dass wir beide nebenbei arbeiten (mein Freund von zuhause aus), um ein finanzielles Polster für den Hund zu haben, dass Hunde unsere absolute Leidenschaft sind und wir beide ehrenamtlich im Tierheim mit Hunden arbeiten und dass der Hundewunsch schon seit über einem Jahr besteht und wir uns seit über einem Jahr über Hunde und die Hundehaltung informieren. Wir haben unsere Vermieterin darum gebeten, uns die Erlaubnis zu erteilen, weil es wirklich ein Herzenswunsch von uns ist.

Darauf habe ich bis heute keine Antwort mehr bekommen (ich habe die Nachricht am 14.09. abgeschickt). Gestern habe ich mich noch einmal per Email an die Vermieterin gewendet, um
sie um ein persönliches Gespräch zu bitten, in dem wir noch einmal
über ihre Bedenken und unsere Interessen reden und eine Lösung finden können, mit der alle beteiligten Parteien einverstanden sind. Heute hat sie mir noch nicht geantwortet, ich hoffe aber, dass sie das noch tut.

Meine Frage ist nun: sind das wirklich triftige Gründe, die die Vermieterin angegeben hat und mit der sie uns die Hundehaltung verbieten kann? Die einzigen zwei Gründe, die sie nannte, waren:
1. Wohnung sei zu klein (die Wohnung ist aber nur der Bereich, wo der Hund zur Ruhe kommen soll, draußen wird er ausgelastet und da empfinde ich 50qm nicht als zu klein)
2. dritter Stock seien zu viele Treppen (wir haben der Vermieterin geschrieben, dass wir den Hund sowieso wegen der Treppen tragen wollen, um seine Gelenke zu schonen und wir haben nicht vor, ewig hier wohnen zu bleiben)
Die anderen Aspekte, die sie mir schrieb, waren ihre persönliche Erfahrung und ihre persönlichen Bedenken, ob mein Freund und ich wirklich wüssten, was so ein Tier auf lange Sicht bedeutet. Das können ja aber keine Gründe sein, uns einen Hund zu verbieten, immerhin sind wir alt genug (21 und 24), das selber einschätzen zu können. Für die Vermieterin ist doch wichtig, dass das Haus/Grundstück/die Wohnung in Schuss bleiben, sich niemand gestört und verängstigt fühlt und wir die Schäden zahlen, falls welche entstehen - und das haben wir ihr versichert.
Gibt es noch irgendwelche Möglichkeiten, die Hundehaltung für mich persönlich zu genehmigen und durchzusetzen? Im Haus nebenan, das von der gleichen Vermietungsgesellschaft vermietet wird, wohnte mal im Erdgeschoss eine Familie mit Golden Retriever. Ansonsten wohnen in diesem Wohnhaus keine Hunde.

Vielen Dank für Ihre Mühe und freundliche Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,


Sie müssten die fehlende Zustimmung der Vermieterin durch ein grichtliches Urteil ersetzen lassen - Sie dürfen aber keineswegs nun einfach den Hund anschaffen; dieses würde nach einer Unterlassungsaufforderung die Kündigung nach sich ziehen können.


Insoweit haben Sie aber gute Chancen, vor Gericht zu obsiegen.

Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung muss in jedem Einzelfall eine umfassende Abwägung der konkret betroffenen Belange und Interessen der Mietvertragsparteien, der anderen Hausbewohner und der Nachbarn erfolgen. In dieser Abwägung sind unter anderem die Größe des Hundes und der Wohnung zu berücksichtigen (BGH, Urt.v. 20.03.2013, Az.: VIII ZR 168/12).

Und dabei werden die allgemeinen Lebensratschläge der Vermieterin wenig Gewicht haben.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 29.09.2015 | 17:44

Nur aus Interesse: angenommen, man würde sich trotz "Verbot" des Vermieters einen Hund anschaffen und der Vermieter würde das irgendwie mitbekommen, darf er einem sofort fristlos kündigen oder MUSS er uns erstmal durch eine Abmahnung auffordern, den Hund aus der Wohnung zu schaffen und wenn wir uns daran nicht halten, kommt es erst dann zu einer fristlosen Kündigung?
Ich habe nämlich gelesen, dass man zuerst aufgefordert werden muss, den Hund aus der Wohnung zu schaffen und sollte man dieser Aufforderung nicht nachkommen, kann das eine fristlose Kündigung mit sich ziehen. Stimmt das oder wäre der Vermieter berechtigt, ohne Abmahnung sofort seinen Mieter fristlos zu kündigen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.09.2015 | 21:33

Sehr geehrte Ratsuchende,


wie bereits in der Erstantwort ausgeführt, nach einer Unterlassungsaufforderung (=Abmahnung) die Kündigung folgen. So jedenfalls die Regel; aber es gibt auch Urteile, die die ausgesprochene fristlose Kündigung bestätigt haben.

Daher ist von so einem Vorgehen abzuraten, zumal Sie dann das Tier ja ggfs. wieder abschaffen müssten.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Ergänzung vom Anwalt 01.10.2015 | 10:01

Sehr geehrte Ratsuchnede,



Ihre unterdurchschnittliche Bewertung (nach der Startseite sind 4,63 der Durchschnitt) bei einem Einsatz, der noch nicht einmal dem empfohlenden Richtpreis entsprochen hat, überrascht dann doch.

Sie bemängel die Ausführlichkeit, sollten Sie aber einmal Ihre Nachfrage dann vor Augen halten, da Sie dort "nur so aus Interesse" die Erstfrage ausgeweitet, gleichwohl wegen der Verbundenheit zu meiner alten Unistadt eine Antwort erhalten hatten.

Was bitte soll also nicht ausführlich genug gewesen sein?


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenbuirg


Bewertung des Fragestellers 01.10.2015 | 14:27

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Also erstmal war es Ihre persönliche Entscheidung, meine Frage für 37,00€ zu beantworten, der empfohlene Preis von 52,00€ MUSS nicht eingehalten werden (dafür steht ja das Wort "empfohlen"), ich hätte die Frage genau so gut für 25,00€ auf die Website stellen können und auch dann wäre es ihre PERSÖNLICHE Entscheidung gewesen, diese Frage zu beantworten oder eben nicht. Ich empfand meine Frage nicht als so schwierig zu verstehen und aufwendig zu bearbeiten, sodass sie mir 37,00€ wert war.
Ihre Antwort war in meinen Augen nun mal nicht die ausführlichste, was für einen Preis von 37,00€ ja auch völlig okay ist, ich hab da auch nicht mehr erwartet. Dennoch hätte man ausführlicher antworten können.
Insgesamt habe ich Sie mit 4,4 von 5,0 möglichen Sternen bewertet, was ich NICHT als schlecht ansehe und es ist mein gutes Recht, Sie nach meinem Empfinden zu bewerten, auch wenn es Ihr Ziel zu sein scheint, immer und in jeder Kategorie 5,0 Sterne zu bekommen - ich seh das nun mal anders.
Sie"
Stellungnahme vom Anwalt:
Sehr geehrte Ratsuchende, was denn nun nicht ausführlich genug gewesen sein sollte, ist immer noch Ihr Geheimnis. Aber wenn Sie eben unterdurchschnittlich bewerten (und das ist ja nun einmal Fakt), sollten Sie vielleicht erst einmal eine Grundlage für Ihre Bewertung herausarbeiten und das ist eben die Durchschnittsnote. Aber veilleicht hat ja auch nur einfach Ihre Vermieterin nicht so ganz unrecht. .. MfG RA Thomas Bohle, Oldenburg
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