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Kündigung innerhalb der Probezeit (Tarifvertrag)

17.09.2015 14:14 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Hallo,

ich war ca. 3 Monate bei Securitas angestellt. Folgender Fall: Ich erkrankte ab 26.08 und bin bis heute krankgeschrieben. Alles habe ich natürlich per Einschreiben Securitas zukommen lassen (Lückenfreie Krankmeldung.) Ich erhielt am 15.09 folgenden Brief.


Sehr geehrter Herr xxx,
wir kündigen das bestehende Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit/ Wartezeit des § 1 I KSchG mit der tarifvertraglichen Frist von vier Tagen zum Schichtende ordentlich fristgerecht zum 20.09.2015, vorsorglich zum nächstmöglichen Termin........

Mir wurde nun gesagt ich werde nur bis zum 20.09 bezahlt.
Wie kann das sein im Vertrag steht eine zweiwöchige Kündigungsfrist?
Außerdem wie kann es sein während der Krankheit gekündigt zu werden ohne Lohnfortzahlung zu erhalten? Könnten Sie mir bitte schildern, ob ich im Recht bin und wenn ja, was ich dem Unternehmen genau schreiben kann oder wie ich vorgehen soll? Wenn ich zum Anwalt gehe und Recht zugesprochen bekomme, wird mir dann das Geld widererstattet?
Dazu ist noch zu sagen das die Beschäftigung in Bayern war.
Ich bedanke mich schon einmal im Voraus für die Antwort. Lg

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Oft kommt es vor, dass im Tarifvertrag eine kürzere Kündigungsfrist vereinbart ist, als wie im Gesetz steht. Dies ist nach § 633 III möglich.

Problematisch ist aber, wenn im tarifvertrag etwas anderes steht als wie im Arbeitsvertrag!

Grundsätzlich gilt dann, dass wenn sich für beide Arbeitsvertragsparteien eine längere Kündigungsfrist aus dem Arbeitsvertrag ergibt, die längere Kündigungsfrist gilt. Sie könnten sich somit auf den Arbeitsvertrag berufen, da dieser für Sie günstiger ist.

Somit sollten Sie zunächst mit nachweissbarem Brief ( Einschreiben, Fax ) die kürzere Kündigung zurückweisen und sich den ordentlichen Kündigungszeitpunkt bestätigen lassen:

"Die Kündigung nach Tarifvertrag weise ich zurück, da im Arbeitsvertrag eine längere Frist vereinbart ist, die für mich gilt" ( Formulierungsvorschlag )

DIe Lohnfortzahlung ist gesetzlich geregelt. zunächst bezahlt ihr Arbeitgeber, dann die Krankenkasse - dies ist ohne Einfluss auf die Kündigung.

Kündigungen dürfen auch ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer erkrankt ist.

Sie werden daher bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses bezahlt werden, in Ihrem Fall bis zum Ende diesen Monats.

Im Arbeitsrecht gibt es nach § 12a ArbGG leider keine Gebührenerstattung, auch nicht wenn Sie gewinnen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Für die Bewertung danke ich.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 17.09.2015 | 15:57

Vielen Dank für die ausführliche und schnelle Antwort!

Also soll ich jetzt einfach einen Brief verfassen. Wie sehen sie meine Chancen? Haben sie vielleicht noch etwas genauere Informationen, die in den Brief sollen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.09.2015 | 16:08

Ihre Chancen sind optimal, da die günstigere regelung gilt. Voraussetzung die 2-Wochen Frist ist tatsächlich im Arbeitsvertrag.

Dass der Arbeitgeber unsicher war, sieht man an der Formulierung "vorsorglich"...

Ausser Absender und Adressat und Zurückweisung der Kündigung aus den genannten Gründen braucht nichts in den Brief.

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