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Erbfolge / Enterben / Pflichtteil

28.08.2015 03:22 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


23:08
Guten Tag,

angenommen Erblasser A ist verheiratet mit Frau B und hat 3 Kinder, davon 2 Söhne C & D, sowie Tochter E. Tochter E soll bis auf ihren Pflichtteil enterbt werden. Erblasser A verfasst daher sein Testament wie folgt:

Ich setze meine Ehefrau B zu 1/2 ein
Ich setze meinen Sohn C zu 5/24 ein
Ich setze meinen Sohn D zu 5/24 ein
Ich setze meine Tochter E zu 1/6 ein

Außerdem umfasst sein Testament folgende Klausel:

"Ersatzerben eines meiner Kinder sind jeweils dessen leibliche Abkömmlinge nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge. Liegen keine leiblichen Abkömmlinge vor, sind Ersatzerben, meine anderen Kinder zu gleichen Teilen, ersatzweise deren Abkömmlinge"

1) Ist es richtig, dass im Falle eine vorzeitigen versterbens von Sohn C oder D, die Tochter E bzw. ihre Abkömmlinge zusätzlich zu ihren 1/6 noch 5/48 erben würde?

2) Gibt es eine bessere Formulierung als "Ich setze meine Tochter E zu 1/6 ein", wie z.B. "Ich enterbe meine Tochter E" um ihren Erbteil unter allen Umständen auf den Pflichtteil zu beschränken? Oder müsste dies dann begründet werden um einer Anfechtung vorzubeugen?

Vielen Dank!
28.08.2015 | 04:18

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gestatten Sie mir zunächst die Anmerkung, daß die beabsichtigten Quoten zusammen nicht ein Ganzes, sondern 8,32 % zuviel ergiben.

Ehefrau 1/2 = 50,00 %
Sohn 1 5/24 = 20,83 %
Sohn 2 5/24 = 20,83 %
Tochter 1/6 = 16,66 %

Summe: 108,32 %

Der Pflichtteil der Tochter beträgt außerdem nicht 1/6 des Wertes des Nachlasses. Der Pflichtteilsanspruch besteht in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Dieser stellt sich für die Erben (Ehefrau, 3 Kinder) wie folgt dar:

Wenn die Ehe als Zugewinngemeinschaft geführt wird, beträgt der gesetzliche Erbteil der Ehefrau 1/2, die 3 Kinder teilen sich die andere Hälfte, erben also jeweils 1/6.

Besteht Gütertrennung erbt die Ehefrau neben 3 Kindern 1/4, die Kinder ebenfalls jeweils 1/4.

Wenn die Tochter nur in Höhe des Pflichtteils erben soll, müßte ihr Erbteil bei Zugewinngemeinschaft also auf 1/12, bei Gütertrennung auf 1/8 gesetzt werden.

Mit der Formulierung: „Ich enterbe meine Tochter." wird praktisch dasselbe erreicht. Die Tochter könnte dann von den Erben verlnagen, ihr den Pflichtteil zu zahlen. Der Pflichtteilsanspruch verjährt in drei Jahren.

Eine Enterbung muß nicht begründet werden. Eine Anfechtung des Testaments wäre nur möglich, wenn es nicht in geistiger Gesundheit verfaßt worden wäre oder durch Drohung, Täuschung o. ä. veranlaßt worden wäre.

Wenn einer der Söhne vor dem Erblasser verstirbt, erhöht sich dadurch der gesetzliche Erbteil der Tochter und mithin auch ihr Pflichtteilsanspruch.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.08.2015 | 04:53

Sehr geehrter RA Vasel,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Verziehung, gemeint war natürlich:

Ich setze meine Ehefrau B zu 1/2 ein /50,00 %
Ich setze meinen Sohn C zu 5/24 ein /20,83 %
Ich setze meinen Sohn D zu 5/24 ein /20,83 %
Ich setze meine Tochter E zu *1/12* ein -und nicht zu 1/6- /8,33 %

Bei der Ehe besteht Gütertrennung, demnach würde jedem Erben 1/4 (25,00 %) bzw. 1/8 (12,50 %) Pflichtteil zustehen. Würde, wenn das Testament mit obigen Erbquoten erhalten bliebe, unter Berücksichtigung der Gütertrennung, die Frau 41,67 % erben, da die Söhne ja nur mit 20,83 % (25 % - 20,83 % = 4,17 % x 2 = 8,34 % übrig) und die Tochter mit 8,33 % (niedriger als Pflichtteil, somit Aufstockung um 4,17 % auf 12,5 %) berücksichtigt wird?

Rechnung: 8,34 % von den Söhnen "übrig", sowie 12,5 % von der Tochter "übrig", minus 4,17 % für die Aufstockung der Tochter, somit 16,67 %.

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.08.2015 | 23:08

Sehr geehrter Fragesteller,

den Pflichtteilsanspruch müßte die Tochter nach dem Erbfall gegenüber den Erben geltend machen. Sie erbt nicht "automatisch" den Pflichtteil. Im Ergebnis reduzieren sich - wenn die Tochter den Pflichtteil geltend macht - die einzelnen Erbteile verhältnismäßig: Die Ehefrau müßte 50/91,67*4,17% = ca. 2,29% abgeben, es verbleiben ihr mithin ca. 47,71 % des Nachlasses, die Söhne jeweils 20,83/91,67*4,17% = ca. 0,95%, so daß ihnen ca. 19,88 % verbleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
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