1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Selbständig und in der Regelinsolvenz - wieviel muss ich monatlich abgeben?

27.08.2015 12:37 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Wird ein Einzelunternehmen vom Insolvenzverwalter fortgeführt, ist der pfändbare Anteil aus dem monatlichen Gewinn an den Verwalter abzuführen. Ist das Unternehmen freigegeben, ist nur die Summe das pfändbares Einkommen aus einer angemessenen Angestelltentätigkeit zu zahlen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich befinde mich seit nun mehr 3 Jahren in der Regelinsolvenz und bin trotzdem selbständig und beziehe meine Einkünfte ausschließlich aus selbständiger Tätigkeit.

Ich habe jeden Monat wechselnde Einkünfte, die bisher immer unter 1000€ monatlich lagen. Manchmal waren es nur 300€, manchmal 600€. Ich kann nicht davon leben, aber durch meinen Lebensgefährten bin ich finanziell sozusagen "abgesichert" was Miete usw. betrifft, da er alles bezahlt.

Vor 2 Monaten hatte ich nun endlich den Durchbruch und habe netto 1200€ im Juni und sogar 2300€ im Juli verdient. Muss ich in den Monaten, wo ich nun viel verdient habe, etwas an den Insolvenzverwalter bezahlen, obwohl ich die Monate davor nur so wenig verdient habe?

Sprich: geht man von einem Durchschnitt aus, z. B. dass ich in 6 Monaten 5000€ verdient habe, was im Monat ein Durchschnittsgehalt von ja nur 833€ ausmacht oder aber zählt das überhaupt nicht und man muss zwingend in den Monaten, wo man mehr verdient hat, das Geld abgeben?

Ich weiß, dass ich soviel abgeben muss, wie als wenn ich in meinem Beruf normal angestellt wäre. Alles darüber hinaus darf ich behalten.

Aber mir geht es wie gesagt darum: muss ich in den Monaten wo ich viel verdiene Geld abgeben oder werden als Selbständige meine Einnahmen aufs Jahr berechnet? D. h. wenn ich im Jahr 2015€ jeden Monat durchschnittlich 1000€ netto verdiene, müsste ich ja nichts abgeben.

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragestellerin,

wenn ihre selbständige Tätigkeit nicht freigegeben wurde, müssen Sie bedauerlicherweise in den Monaten, in denen Sie viel verdient haben, den pfändbaren Anteil an den Insolvenzverwalter abgegeben. Eine Verrechnung mit schlechten Monaten erfolgt nicht.

Wenn Ihre selbständige Tätigkeit freigegeben wurde, schulden Sie lediglich den monatlichen Betrag, den der Insolvenzverwalter als pfändbares Einkommen aus einer angemessenen Tätigkeit von Ihnen verlangt.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2015 | 13:09

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

JA meine selbständige Tätigkeit wurde freigebeben.

Eine angemessene Tätigkeit (ich bin gelernte PTA) würde im Monat ein Nettoeinkommen von ca. 1300€ bedeuten. Ich bin kinderlos. Somit liegt meine Pfändungsfreigrenze bei derzeit ca. 1084€. Müsste ich somit also in jedem Monat, wo ich mehr als 1084€ verdiene, 216€ an den Insolvenzverwalter abdrücken - sprich die Spanne zwischen Pfändungsfreigrenze und fiktiven Nettoeinkommen? Habe ich das richtig verstanden?

Dass ich also die Monate vorher so gut wie nichts verdient habe, wird nicht berücksichtigt - es gilt nur das, was man im Monat und nicht aufs Jahr bezogen verdient?

MfG!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2015 | 13:13

Sehr geehrte Fragestellerin,

es kommt letztlich darauf an, was der Insolvenzverwalter als Zahlung angemessen hält bzw. verlangt. Wenn Sie EUR 1.300,00 netto verdienen könnten, müssten Sie nach der aktuellen Tabelle EUR 158,28 fiktives pfändbares Einkommen in JEDEM Monat zahlen, also auch wenn Sie weniger verdienen. Denn es geht ja nicht an, dass die Anfangsphase in Ihrem Unternehmen auf Kosten der Gläubiger geht, die sodann auf die Einnahmen zu verzichten haben.

Ich bedaure, keinen besseren Bescheid geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Scheibeler

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68278 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführliche, schnelle und verständliche Antwort. Ich fühle mich vollumfänglich beraten. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Kompetente, klare und verständliche Antwort / Begründung. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Das erste Mal bei Frag-einen-Anwalt.de und gleich sehr positiv überrascht! Es erfolgte zeitnah, eine hervorragend fundierte, verständliche Antwort. Sehr gerne werde ich die beantwortende Anwältin, Frau Doreen Prochnow bei weiteren ... ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen