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Umsatzsteuer-Voranmeldung bei Rechnungen aus dem EU - Ausland

08.07.2015 00:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)


Ich habe mich vor kurzem Selbständig gemacht. Aufgrund diverser Gründe habe ich auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet. Nun stellen sich mir aber ein paar Fragen in Bezug auf Rechnungen aus dem EU-Ausland für digitale Leistungen. In diesem Fall Microsoft und Google.

Ich bekomme monatlich eine Rechnung von Google (Irland) in Höhe von 3,33 mit einer Mehrwertsteuer von 0%. Darunter steht dann: "Dienste, die dem Reverse-Charge-Verfahren unterliegen - Für die Mehrwertsteuer muss gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EC der Empfänger aufkommen."

Dann bekomme ich zwei Rechnungen von Microsoft (Luxemburg). Einmal monatlich für die Bereitstellung von Office 365 mit einer ausgewiesenen USt. von 19%. Und Einmal jährlich für die Entwicklerregistrierung für Windows und Windows Phone mit einer ausgewiesenen USt. von 17,00%

Muss ich jetzt bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung im Fall Google einmal das ganze bei "Leistungserbringer als Steuerschuldner" und dann bei Abziehbare Vorsteuerbeträge eintragen (kommt ja dann auf 0,0 raus)?

Wie verfahre ich bei den Rechnungen aus Luxemburg? Soweit wie ich das in Erfahrung gebracht habe, kann ich die luxemburgische USt ja nicht in Deutschland gelten machen oder? Muss ich für die Rechnungen aber dann noch ebenso verfahren wie bei Google? Also das ganze bei "Leistungserbringer als Steuerschuldner" und dann bei Abziehbare Vorsteuerbeträge eintragen. Und wenn ja, nehme ich die Netto oder Brutto Summe als Grundlage (also mit oder ohne USt).

Mit freundlichen Grüßen



Einsatz editiert am 08.07.2015 00:53:32

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt eine erste Einschätzung der rechtlichen Lage geben. Bitte beachten Sie dabei, dass Weglassungen oder Änderungen des zu beurteilenden Sachverhaltes mitunter schwerwiegende Folgen für die rechtliche Lösung haben können.


1. Rechnung Google Irland

Muss ich jetzt bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung im Fall Google einmal das ganze bei "Leistungserbringer als Steuerschuldner" und dann bei Abziehbare Vorsteuerbeträge eintragen (kommt ja dann auf 0,0 raus)?

Sofern der Leistungsort richtig bestimmt ist, wovon ich ausgehe, unterliegt die Leistung von Google Irland dem sog. Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG. Dies hat zur Folge, dass Sie als Leistungsempfänger in DE die USt schulden und zugleich hier die VoSt ziehen können. Im Endeffekt kommt dann die 0 als Steuerbelastung raus. Genauso wie bei einer deutschen Rechnung.


2. Rechnung Luxemburg

Wie verfahre ich bei den Rechnungen aus Luxemburg? Soweit wie ich das in Erfahrung gebracht habe, kann ich die luxemburgische USt ja nicht in Deutschland gelten machen oder? Muss ich für die Rechnungen aber dann noch ebenso verfahren wie bei Google? Also das ganze bei "Leistungserbringer als Steuerschuldner" und dann bei Abziehbare Vorsteuerbeträge eintragen. Und wenn ja, nehme ich die Netto oder Brutto Summe als Grundlage (also mit oder ohne USt). Mit freundlichen Grüßen Markus Bodmann

Es ist richtig, dass Sie die luxemburgische USt nicht in DE als Vorsteuer ziehen können. Diese bekommen Sie jedoch in LUX wieder, wenn Sie dort ein VoSt-Vergütungs-Verfahren durchführen. Dieses ist beim BZSt in DE zu stellen, welches dieses dann an die luxemburgischen Kollegen weiterreicht. Nähere Informationen können Sie unter folgendem Link finden:

http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/Vorsteuerverguetung/01_Inlaendische_Unternehmer/Inlaendische_Unternehmer_node.html

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bitte vergessen Sie auch nicht die Vornahme der Bewertung der rechtlichen Begutachtung.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.07.2015 | 09:36

Muss ich denn jetzt für die Rechnung aus Luxemburg (mit Luxemburgisch Ust.) auch Umsatzsteuer bezahlen und Vorsteuer gelten machen? Und wenn ja auf den Brutto oder Netto Betrag?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.07.2015 | 09:47

Nein, gerade nicht. Wie oben beschrieben kommt für diesen Fall nur das luxemburgische VoSt-Vergütungsverfahren in Betracht.

Das Reverse-Charge-Verfahren wie in Irland kommt nicht in Betracht, sofern Ihre Handelspartner die jeweilige ausländische USt auch zurecht ausgewiesen haben. Läge wie im Fall Irland ein Fall des Reverse-Charge-Verfahrens jedoch vor, hätten die Luxemburger luxemburgische USt jedoch nicht ausweisen dürfen. Dann hätte die Rechnung den gleichen Hinweis auf das Reverse-Charge-Verfahren wie die irische Rechnung beinhalten müssen.

Sie sollten daher bei Zweifeln den Leistungsort der luxemburgischen Leistungen überprüfen lassen und ggfs. eine Rechnungskorrektur in LUX veranlassen, falls der Umsatz dem Reverse-Charge-Verfahren unterliegen sollte. Gerne kann ich Ihnen dabei behilflich sein.

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