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Gewährleistung / Ungereimtheiten

| 30.06.2015 01:56 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sachverhalt:

Ich erwarb am 15.04.2015 also vor weniger als 3 Monaten ein Laptop (1.100€) bei einer bekannten Kette nennen wir sie mal S. in der Stadt B.

Nach 2 Monaten und einer Woche zeigte das Gerät eine Reihe von Defekten auf, also ging ich heute (29.06.2015) zu S in B um die Gewährleistung in Anspruch zu nehmen.

Da ich von den Mitarbeiter im Service und dem Filialleiter sehr harsch behandelt wurde entschied ich mein Wahlrecht in Anspruch zu nehmen und bat um ein Austauschgerät, dies wurde mir (wg. Angeblicher Unverhältnismäßigkeit) verweigert, obwohl das Gerät noch im Verkauf bei S im Laden ist.

Dann sagte der Mitarbeiter (dafür habe ich eine Zeugin (Rechtsreferendarin)) ich solle das Gerät doch mal da lassen, würde sich ja womöglich herausstellen, dass es ein Wasserschaden sei und ich gar keine Ansprüche hab.

Da gingen bei mir die Alarmglocken los und ich bin letztendlich mit dem Gerät gegangen.

Dann bin ich zu einer anderen Filiale von S. in E. gefahren und dort waren die Mitarbeiter bemüht und vertrauenserweckender so dass ich einer Reparatur zugestimmt habe.

Als ich zuhause ankam merkte ich aber folgende zwei Ungereimtheiten:

Auf dem „Reparaturauftrag" steht als falsches Kaufdatum der 15.04.2014! Die 6 Monatsfrist (bzgl der Beweislast) wäre somit elegant umgangen.

Und das scheinbar erst eine nicht näher definierte Prüfung stattfindet, ob ein Gewährleistungsanspruch besteht, anstatt es direkt dem Hersteller zu schicken?

Im Internet finden sich erschreckend viele Erfahrungsberichte, dass gerade Notebooks, Handys und Kameras bei S an eine Werkstatt (nicht dem Hersteller) geschickt werden und teilweise wenige Wochen alte Geräte wegen angeblichen Wasserschaden keinen Gewährleistungsfall seien und dann entweder hohe Reperaturkosten, Gerät gegen Bearbeitungsgebühr oder kostenlose Entsorgung angeboten wird.

In Angesicht dessen, dass mir der Mitarbeiter in B genau dies „angedroht" hat habe ich jetzt ein sehr mulmiges Gefühl.

Das Gerät hatte bis zur Abgabe garantiert keinen Wasserschaden.

Den Auftrag habe ich leider unterschrieben, ohne das falsche Datum gesehen zu haben.

Fragen:

a) Wie sollte ich mich jetzt verhalten bzgl. des falschen Kaufdatums auf dem Auftrag?

b) Sollte ich das Gerät umgehend zurückfordern und mir erst einmal von einem Gutachter den bestehenden Mangel und das nicht Vorhandensein eines Wasserschadens bestätigen lassen?

c) Könnte S, im schlimmsten fiktiven Fall, mich wirklich innerhalb der ersten 6 Monate einfach so abwimmeln und mir einen nicht (vorher) vorhandenen Wasserschaden unterjubeln? Ich wüsste nämlich nicht wie ich jetzt noch beweisen sollen könnte, dass ein solcher zum Zeitpunkt des Auftrags nicht vorhanden war.

d) Sollte ich doch lieber die Garantie des Herstellers in Anspruch nehmen und auf die Gewährleistung verzichten?

Vielen Dank.

30.06.2015 | 02:43

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1. Ratschlag zum unmittelbaren Vorgehen

Die falsche Bezeichnung des Kaufdatums auf dem Reparaturauftrag ist rechtlich unbedenklich. Ich gehe davon aus, dass Sie das richtige Kaufdatum durch eine Rechnung bzw. einen Kassenbon belegen können. Die fehlerhafte Angabe des Jahres 2014 wird sich auf diese Weise schnell als Irrtum beweisen lassen.

Von einer sofortigen Rückforderung Ihres Laptops möchte ich abraten. Durch die vom Verkäufer durchgeführte Untersuchung haben Sie rechtliche Nachteile nicht zu befürchten.

Sollte die Untersuchung tatsächlich zu dem Ergebnis gelangen, dass der Laptop einen Wasserschaden hat, so können Sie das Gerät nach wie vor zu einem unabhängigen Gutachter bringen. An das Ergebnis der vom Verkäufer in Auftrag gegebenen Untersuchung sind Sie als Käufer selbstverständlich nicht gebunden.


2. Beweislast bei einem Wasserschaden

Falls der Verkäufer seine Gewährleistungspflicht aufgrund eines angeblichen Wasserschadens tatsächlich ablehnen sollte, so müsste er die Tatsachen eines entsprechenden Schadens darlegen und beweisen. Keinesfalls dürfte der Verkäufer das Vorliegen eines Wasserschadens einfach „ins Blaue hinein" behaupten.


3. Gewährleistung oder Herstellergarantie?

Sollte der Verkäufer Ihre Gewährleistungsansprüche verweigern, so bliebe Ihnen im Grunde nichts anderes übrig, als eine Gewährleistungsklage zu erheben oder nach einer Fristsetzung vom Kaufvertrag zurückzutreten. In beiden Fällen hätten Sie wohl eine erhebliche Gegenwehr des Verkäufers zu befürchten.

Um eine Auseinandersetzung mit dem Verkäufer zu vermeiden, ist es in der Tat empfehlenswert, die Herstellergarantie in Anspruch zu nehmen. Erfahrungsgemäß sind die Hersteller oft sehr viel größzügiger im Umgang mit Reklamationen als der Einzelhandel.

Bevor Sie sich an den Hersteller wenden, sollten Sie jedoch nochmals die Garantiebedingungen lesen. Hierbei sollten Sie insbesondere darauf achten, ob die Herstellergarantie ggf. aus gewissen Gründen ausgeschlossen oder „verkürzt" ist. Gerade im Elektronikbereich wird von Herstellern oftmals kein kostenloser Umtausch, sondern lediglich eine kostenlose Reparatur angeboten. Es könnte also sein, dass Ihnen im Rahmen der Herstellergarantie gerade kein Austauschgerät zusteht.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 26.08.2015 | 00:50

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