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Grundstückskauf aus Erbengemeinschaft mit Testamentsvollstrecker

| 23.06.2015 20:14 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jörg Klepsch


Zusammenfassung: Ist Testamentsvollstreckung angeordnet, so wird der Nachlass vom Testamentsvollstrecker vertreten. Dieser ist so genannte Partei kraft Amtes. Er kann ohne Zustimmung der Erben handeln.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich erwäge ein Grundstückskauf und aufgrund der nun bekannten Verkäufersitutation stellt sich die Frage, ob ein Notar für die Abwicklung aureichend ist oder ich einen Fachanwalt hinzuziehen muss.

Folgende Situation mit den Informationen der Verkäuferseite liegt vor:

Die Eigentümerin des Grundstückes ist 1998 verstorben. Es liegt ein gemeinschaftlicher Erbschein mit 4 Erben zu je einem Viertel aus dem Jahr 1999 vor.
Einer der Erben ist bereits auch schon verstorben. Von diesem liegt der Erbschein vor. Alleinerbe ist dessen Sohn.

Weiterhin liegt aus dem Jahr 1999 ein Testamentsvollstreckerzeugnis des zuständigen Amtsgerichtes vor welches einen der Erben laut Erbschein zum Testamentsvolstrecker ernennt. Dieser ist selbst Anwalt und Notar.

Ebenso wurde zum Nachweis dafür, dass die Veräußerung des Grundstückes nicht unentgeltlich erfolgt eine aus dem Jahr 2014 erteilte Bodenrichtswertauskunft beigefügt.

Der Testamentsvolstrecker tritt nun als Veräußerer des Grundstückes auf.


Es stellt sich nun für mich die Frage, ob der Testamentsvollstrecker berechtigt ist das Grundstück zu veräußern. Weitere Vollmachten oder Zustimmungen der Erben oder deren Nachfolger sowie des Amtsgerichtes liegen nicht vor.


Vielen Dank für Ihre schnelle beantwortung.

Sie können völlig beruhigt sein. Der Testamentsvollstrecker ist der richtige „Verkäufer". Seine Aufgabe ist es den Nachlass abzuwickeln, so dass am Ende Geld zwischen den verschiedenen Erben verteilt werden kann. Die Erben sollen sich nicht mit irgendwelchen Verwaltungsaufgaben befassen müssen und dadurch eventuell streiten können. Die ganze Abwicklung erledigt der Testamentsvollstrecker. Er braucht dafür dann auch nicht die Zustimmung der Erben. Er handelt im Auftrag des Erblassers.

Im Notarvertrag wird dann stehen, dass als „Verkäufer" Herr XY erscheint, „nicht handelnd im eigenen Namen, sondern als Testamentsvollstrecker für den Nachlass des am… verstorbenen Erblassers Herr Z".

Grundsätzlich brauchen Sie also für diesen Vertrag den Notar, nicht aber zusätzlich noch einen Anwalt. Der Notar muss auf eine ausgewogene Vertragsgestaltung achten. Wenn Sie einzelne Klauseln aus dem Vertrag aber nicht verstehen oder es Ihnen seltsam vorkommt, dann können Sie natürlich bei einem Rechtsanwalt eine erläuternde Beratung in Anspruch nehmen.

Im Hinblick auf die Frage, ob der Testamentsvollstrecker der richtige Verkäufer ist, brauchen Sie sich aber keine Gedanken zu machen: Wenn ein entsprechendes Zeugnis über die Testamentsvollstreckung vom Nachlassgericht vorhanden ist (das wird in Kopie als Anlage zum Notarvertrag genommen) hat alles seine Richtigkeit.

Nachfrage vom Fragesteller 24.06.2015 | 14:16

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich bin nicht sicher ob durch diese Konstellation eine spätere Forderung durch die bekannten oder vielleicht unbekannten Erben an uns heran getragen werden kann. Insbesondere bei der nachfolgend Klausel im Kaufvertrag:


Der Erschienene zu 1. erklärt nach Hinweis des Notars auf § 2205 Satz 3 BGB (Schenkungsverbot),
dass es sich nach seiner Überzeugung um ein vollentgeltliches Geschäft
handele, ferner, dass im Testament keine Beschränkungen seiner Vertretungsmacht enthalten
seien. Die Beteiligten begnügen sich mit diesen Angaben und verzichten darauf,
die vorsorgliche Zustimmung aller Erben zum heutigen Vertrag einzuholen. Nur auf
deren ausdrücklichen Wunsch sind Vertragsabschriften und Mitteilungen auch den Erben
selbst zu erteilen.

Besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.06.2015 | 16:20

Ihre Frage zielt eigentlich auf einen neuen Aspekt ab, nämlich die inhaltliche Prüfung des eigentlichen Vertrages. Sie geht damit im Grunde genommen über die Nachfragefunktion hinaus.

Wenn hier eine Unsicherheit besteht, dann sollte die vorsorgliche Zustimmung aller Erben (und evtl. Nacherben, ggf. auch Vermächtnisnehmer) eingeholt werden. Mit dieser Zustimmung ist man auf der sicheren Seite. Sonst bleibt das Risiko, dass die Erben das Geschäft rückgängig machen lassen.

Bewertung des Fragestellers 24.06.2015 | 16:55

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