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Verzögerungstaktik der Mängelbeseitigung nach Eigentumswohnungsübergabe

17.05.2015 12:36 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Rechte bei Baumängeln und die schrittweise Geltendmachung von Gewährleistungsrechten

Guten Tag,

wir benötigen ein paar Hinweise zur weiteren Vorgehensweise für folgende Siutaiton:

Zum 25.03.2015 sind wir in unsere neue Eigentumswohnung gezogen. Bei der Wohnungsübergabe hat sich eine gewisse Anzahl an Mängeln ergeben, die es laut mündlicher Aussage des Bauträges innerhalb von 14 Tagen zu beseitigen galt.

Größte Mängel sind folgende:
-Hier steht durch eine Fehlplanung das Wasser und kann nicht ordnungsgemäß ablaufen, darüber hinaus konnte natürlich auch kein Balkonboden verlegt werden, so dass dieser von uns nicht genutzt werden kann.
-Badewanne ist unverfugt und kann nicht benutzt weden,
-etc....

Der eigentliche Punkt ist aber die Fehlorangisation der Mängelbeseitigung.

Bis heute, den 17.05.2015, wurde noch nichts gemacht. Von einer professionellen Planung ganz abgesehen. Wir fühlen uns mehr oder weniger "verarscht" und Hingehalten. Der Bauträger versucht zunächst alle Wohnungen mit der geringen Handwerkerbelegung zur Übergabe fertigzustellen und erst in einem Nachgang die Mängel zu beseitigen. Viele eMails unsererseits wurden erst gar nicht beantwortet und ignoriert.

Unsere Frage ist natürlich nach einer finanziellen Entschädigung für die nicht eingehaltenen Fristen. Was für Rechte haben wir an dieser Stelle? Wie geht man am Besten vor?

Zum Einzugstermin und der damit verbundenen Schlüsselübergabe waren alle Raten inkl. der letzten Rate auf ein Treuhandkonto zu überweisen. Das heißt die einzige finanzielle "Gewalt" haben wir noch durch die Freigabe oder eben auch Nichtfreigabe des Treuhandkontoanteils.

Vielen Dank für Ihre Hilfe



Einsatz editiert am 17.05.2015 14:02:48

17.05.2015 | 16:29

Antwort

von


(1752)
Marktstraße 17/19
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Tel: 0711-7223-6737
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Fristen hinsichtlich der verschiedenen Mängel brauchen Sie jeweils nur einmal zu setzen und können sodann wie folgt vorgehen:

Die Rechte, die Sie hier bei Baumängeln geltend machen können, ergeben sich aus der Vorschrift des §§ 634 ff. BGB .

Danach können Sie, wenn das Werk mangelhaft ist, als Besteller, und wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1.
Nacherfüllung gegenüber dem Bauunternehmen verlangen (zunächst vorrangig gegenüber 2. 3. und 4. und dazu eine Frist setzen, was ggf. nochmals ausdrücklich mit Datum erfolgen sollte, 14 Tage reichen),

2.
den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,

3.
von dem Vertrag zurücktreten oder die Vergütung mindern und

4.
Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Sie sollten unbedingt:

- immer schriftlich mit dem Bauunternehmer verkehren;

- stets für eine schriftliche und bildliche Dokumentation der Mängel samt Beweissicherung sorgen, Zeugen, Fotos, Schriftstücke etc.;

- den Vertrag und die dortigen Gewährleistungsbestimmungen beachten, gegebenenfalls diese auf Ihre Wirksamkeit überprüfen lassen, wenn Sie Zweifel haben;

5 Jahre beträgt die Gewährleistungsfrist.

Sie könnten hier also mindern nach fruchtlosem Fristablauf und Ersatzansprüche geltend machen.

Zahlen würde ich vorerst nichts mehr bzw. nicht mehr weitere Summen freigeben, jedenfalls in einer gewissen Höhe:

Kann der Besteller die Beseitigung eines Mangels verlangen, so kann er nach der Fälligkeit die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigern; angemessen ist in der Regel das Doppelte der für die Beseitigung des Mangels erforderlichen Kosten.

Dieses wäre hier zu schätzen.

Bei beharrlicher Weigerung und Schlechtausführung sollten Sie erwägen einen Anwalt einzuschalten - die Anwaltskosten können regelmäßig als Schadensersatz der Gegenseite aufgebürdet werden.

Baurechtsfälle und -prozesse sind komplex, auch in rechtlicher Hinsicht, so dass Sie auch angesichts der fortschreitenden Zeit weiteren Rechtsrat schnell in Anspruch nehmen sollten.

Denn ab Streitwerten von über 5.000,- € müssen Sie aufgrund des geltenden Anwaltszwangs für eine zulässige Klage einen Anwalt sowieso später hinzuziehen - diese Wertgrenze ist bei vielen Bauprozessen überschritten.

Ich stehe Ihnen dafür gerne unter Anrechnung der Erstberatung zur Verfügung - bei Bedarf.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

ANTWORT VON

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