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Überstunden mit Urlaub verrechnen nach Kündigung?

03.05.2015 08:56 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sebastian Scharrer, LL.M., Dipl.-Jur.


Guten Tag,

mit wurde krankheitsbedingt gekündigt und ich bin seitdem krank geschrieben.

Zum Zeitpunkt der Kündigung hatte ich noch 14 Tage Resturlaub und ca. 80 Überstunden. Diese wurden notiert aber von beiden Seiten leider nie schriftlich abgezeichnet. Mein Arbeitgeber hatte aber Kenntnis und war während der Überstunden im gleichen Büro anwesend. Die Absprache erfolgte mündlich. Wenn ich eine Stunde früher kam, durfte ich z.B. eine Stunde füher gehen.

Jetzt erkennt er nur die abgebummelten, nicht aber die zuviel geleisteten Stunden an. Und möchte diese noch dazu von den Urlaubstagen abziehen. Darf er das? Wie kann ich ggf. meine Auszahlung geltend machen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auf den Urlaubsanspruch können keine Stunden angerechnet werden. Die Überstunden müssen, wie auch die regelmäßigen Arbeitsstunden müssen Sie darlegen und beweisen. Hierfür benötigen Sie eine Aufstellung über die geleisteten Arbeitsstunden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.05.2015 | 09:19

Danke für die schnelle Antwort, leider ist die eigentliche Probelmatik noch nicht beantwortet.

1. Dürfen Überstunden nie mit Urlaub verrechnet werden? Kann ich den Anspruch auf Urlaub ohne Risiko beim Arbeitsgericht beantragen? Wer trägt die Kosten?

2. Sollte ich auch die Auszahlung der Überstunden beantragen? Diese wurden täglich notiert aber nicht unterschrieben. Darf der AG nur die Minusstunden, nicht aber die Plusstunden anerkennen? Wenn, dann müsste doch beides anerkannt werden oder?

Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.05.2015 | 09:24

1. Dürfen Überstunden nie mit Urlaub verrechnet werden? Nein. Der Urlaub hat nichts mir Überstunden zu tun und kann nicht erlassen oder verrechnet werden, solange es sich um den Mindesturlaub handelt.

Kann ich den Anspruch auf Urlaub ohne Risiko beim Arbeitsgericht beantragen? Ein Prozessrisiko besteht immer. Wer trägt die Kosten? Die Gerichtskosten trägt die Partei, die verliert. Die Anwaltskosten muss jede Partei selbst tragen.

2. Sollte ich auch die Auszahlung der Überstunden beantragen? Ja, Sie müssen hier ein Zahlungsantrag stellen und diesen mit den Überstunden begründen. Hierbei müssen Sie auf die Verjährung und Ausschlussfristen achten.

Diese wurden täglich notiert aber nicht unterschrieben. Darf der AG nur die Minusstunden, nicht aber die Plusstunden anerkennen? Nein.

Wenn, dann müsste doch beides anerkannt werden oder? Ja

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