1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vermittlung eines Baugrundstückes durch Immobilienmakler

09.03.2015 11:29 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Auf einer Verkaufsanzeige bei ImmoScout hat am 29.06.2014 ein Kunde geantwortet und die genaue Adresse des Baugrundstückes angefordert. Somit ging Ihm automatisch der Inhalt der Standardwiderrufsbelehrung von Immoscout 24 zu. Wir haben Ihm per Mail die Adresse gesendet. Leider konnten wir den Kunden danach telefonisch als auch per Mail nicht erreichen. Der Verkäufer des Grundstücks teilte uns im Januar 2015 mit, er habe das Objekt an diesen Kunden direkt verkauft. Nun weigert sich der Kunde mein Nachweißhonorar zu bezahlen, da er kein Vertrag eingegangen wäre und Ihm keine Widerrufsbelehrung vorgelegt wurde.

Der Streitwert beträgt ca. 6.000,- EUR macht es Sinn, wie ist die Chance auf Erfolg?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gemäß § 652 Abs. 1 BGB besteht ein Lohnanspruch, wenn ein Maklervertrag geschlossen wurde und daraufhin ein Vertrag, infolge eines Nachweises des Mäklers zustande kommt.

1. Maklervertrag

Zunächst müsste zwischen Ihnen und dem Käufer ein Maklervertrag zustande gekommen sein. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH Urteil, vom 03.Mai 2012 – III ZR 62/11 ) kann dieser grundsätzlich auch stillschweigend durch schlüssiges Verhalten getroffen werden.

Generell wird in einer Internetanzeige eines Maklers, wie bei „Immobilienscout24", noch kein Angebot auf Abschluss eines Maklervertrages gesehen.

Voraussetzung für einen wirksamen Vertrag ist der unmissverständliche Hinweis auf eine im Erfolgsfall zu zahlende Käuferprovision gegenüber dem Kaufinteressenten. Derjenige der in Kenntnis eines eindeutigen Provisionsverlangens Maklerdienste in Anspruch nimmt, gibt in schlüssiger Weise zu erkennen, dass er den in dem Provisionsbegehren liegenden Antrag auf Abschluss eines Maklervertrags annehmen will.

Weist ein Makler also in einem Internetinserat eindeutig auf die fällig werdende Maklerprovision hin, so dass der Interessent von einer eigenen Provisionspflicht ausgehen kann und erhält dieser auf seine daraufhin erfolgte Anfrage Namen und Anschrift des Verkäufers, löst dies den Anspruch auf Zahlung der Provision aus.

Insoweit Sie also ausreichend auf das Provisionsverlangen hingewiesen haben, ist nach Ihrer Schilderung des Sachverhalts von einem wirksamen Maklervertrag auszugehen.

2. Nachweis

Ein Maklernachweis kann auch ohne Nennung des Namens erbracht sein. Grundsätzlich muss der Makler dem Kunden neben der Anschrift auch den Namen des Verkäufers zur Kenntnis bringen. Die Mitteilung der Anschrift reicht jedoch, wenn es dem Maklerkunden nicht auf die Nennung des Namens ankommt, weil er sich zunächst über die Geeignetheit des Grundstücks klar werden will und er später den Hauptvertrag unter Umgehung des Maklers an diesem vorbei abschließt (BGH, Urteil vom 06.07.2006 – III ZR 379/04 ).

Ein ausreichender Nachweis sollte in Ihrem Fall also ebenfalls vorliegen. Die Chancen auf Erfolg und mithin auf Durchsetzung der Honorarforderung stehen demnach gut.

Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich bin gerne bereit, Ihre Interessen im Rahmen eines ordentlichen Mandatsverhältnisses zu vertreten. Die bisher für Sie angefallenen Kosten dieser ersten Anfrage würde ich in diesem Fall verrechnen.
Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar. Um meine Kontaktdaten einsehen zu können, Klicken Sie bitte auf mein Profilbild.


Mit freundlichen Grüßen

Robert Harzewski, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 95103 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klasse Beratung, sehr schnelle Reaktion. Immer wieder gern. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
War sehr zufrieden mit dem Rat. Vielen Dank dafür. ...
FRAGESTELLER