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Mitarbeiterbewertung im Hinblick auf Zeugnis

06.01.2015 18:07 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Ich verlasse bald meinen bisherigen Arbeitgeber(ich bin Angestellter) da ich bei einem neuen Arbeitgeber ein neues Arbeitsverhältnis beginne. Formalitäten diesbezüglich sind schon geklärt.

Meine Mitarbeiterbewertung bei meinem bisherigen Arbeitgeber steht noch an. Diese Bewertung (Formblatt vom Arbeitgeber ausgefüllt, wird in einem Gesprächstermin überreicht und vom Arbeitgeber erläutert) wird von meinem Arbeitgeber in regelmäßigen Turnus (jährlich) vorgenommen. Bei meinem bisherigen Arbeitgeber werde ich dann noch ein Arbeitszeugnis einfordern.

Von folgenden Rahmenbedingungen gehe ich hier aus (warum und wie ich dazu komme will ich nicht erläutern, bitte als gegeben annehmen):
1.) Die Mitarbeiterbewertung wird sehr schlecht bis maximal schlecht für mich ausfallen.
2.) Weiterhin gehe ich davon aus dass das Arbeitszeugnis sehr schlecht ausfallen wird
3.) Ich gehe also jetzt bereits davon aus dass ich ein besseres Arbeitszeugnis einklagen muss da ich mit normaler Reklamation in diesem Fall nichts erreiche

Folgende Fragen habe ich:

1.) Rein hypothetisch: Ist es für eine spätere Klage für ein besseres Arbeitszeugnis von Vorteil wenn ich an dem Gespräch zur Mitarbeiterbewertung nicht teilnehme (somit vor verlassen des Arbeitgebers kein solches Gespräch mehr statt findet)? (rein hypothetischer Fall, wie eine nicht-teilnahme erreicht wird, soll nicht betrachtet werden)

2.) Hat es für eine spätere Klage für ein besseres Arbeitszeugnis Vorteile wenn ich das Arbeitszeugnis noch vor der Mitarbeiterbewertung anfordere? (Das Arbeitszeugnis betrachtet den gesamten Beschäftigungszeitraum)

3.) Hat es für eine spätere Klage einen Vorteil wenn ich das Arbeitszeugnis erst wenige Tage vor Ende des aktuellen Arbeitsverhältnisses anfordere?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Bei einem Arbeitszeugnis handelt es sich um eine Mitarbeiterbewertung zum Abschluss des Anstellungsverhältnisses. Der Arbeitgeber hat Ihnen in der Regel ein qualifiziertes und wohlwollendes Zeugnis zu erteilen. Das heißt aber nicht dass er schwache Leistungen gut bewerten darf. Sollte es zu einer Zeugnisberichtigungsklage kommen, trägt der Arbeitgeber die Darlegungs- und Beweislast bezüglich aller Leistungen, welche er als unterdurchschnittlich bewertet hat. Sie müssten im Zweifel somit beweisen, dass Ihre Leistungen überdurchschnittlich sind. Ohne entsprechende Beweise der jeweiligen Parteien ist Ihnen somit ein Zeugnis mit einer durchschnittlichen Leistung zu erteilen, mithin einer Gesamtnote 3 (BAG vom 18.11.2014, 9 AZR 584/13).

Grundsätzlich fertigt der Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis ohne Beisein des ausscheidenden Mitarbeiters an. Soweit Sie die Möglichkeit haben an einem abschließenden Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber teilzunehmen, sollten Sie ruhig davon Gebrauch machen. Ihnen wird damit die Möglichkeit eingeräumt Ihre Sicht der Dinge darzustellen und noch einmal positiv auf Ihren Gesamteindruck einzuwirken. Auf eine etwaige spätere Zeugnisberichtigungsklage hat die Teilnahme an diesem Gespräch keine rechtlichen Auswirkungen. Es könnte jedoch den bestehenden schlechten Eindruck verstärken, würden Sie diesen Termin nicht wahrnehmen.

In der Regel können Sie die Erteilung eines Arbeitszeugnisses erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verlangen. Eine Ausnahme besteht, wenn das Arbeitsverhältnis ordentlich gekündigt wurde und Sie noch vor Ablauf der Kündigungsfrist ein Zeugnis benötigen um sich bewerben zu können. Ein solches Zeugnis würde dann regelmäßig die Überschrift „vorläufiges Zeugnis" tragen. Soweit Sie ein vorläufiges Zeugnis begehren ist es rechtlich ohne Belang ob Sie Ihr Vorhaben vor oder nach dem Mitarbeitergespräch durchzusetzen wollen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Sollten weiterhin Unklarheiten bestehen, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Sollten Sie darüber hinaus weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Winter, Rechtsanwalt

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