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Vermieter fordert ein statisches Gutachten wegen Deckentraglast


12.12.2014 12:27 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Ich beabsichtige in meiner Mietwohnung ein 450 Liter Aquarium aufzustellen. Meine Hausverwaltung fordert nun von mir ein Gutachten von einem Statiker, da er nicht weiß, ob die Decke ( Balkenkonstruktion ) sanierter Altbau, das Gewicht des Aquariums tragen wird. Ihr würde keine Baupläne vorliegen. Die Kosten hierfür müsste ich als Mieter tragen, da ich in der Beweislast wäre.
In meinem Mietvertrag ist kein Vermerk, dass ich die Decke nur bis zu einem gewissen Gewicht belasten darf oder dass das Aufstellen eines Aquariums untersagt wäre.
Ist dies rechtens und weiterhin müsste ich wissen, ob meine Private Haftpflichtversicherung, die ich extra für Schäden in der Mietswohnung abgeschlossen haben, einen Schaden durch das Aquarium tragen würde auch wenn ich kein Gutachten erstellen lasse.
Vielen Dank

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Sehr geehrter Ratsuchender,


das Benutzungsrecht einer Wohnung schließt auch das Recht des Mieters ein, in diesen Räumen seinem Hobby nachzugehen, und ein Aquarium aufzustellen.

Eine Grenze ist immer dann gegeben, wenn dadurch die Belange des Vermieters oder die der Mitmieter beeinträchtigt werden.

Hat das Aquarieum einschließlich der Befüllung ein so hohes Gesamtgewicht, daß hierdurch in irgendeiner Weise der Bestand des Hauses gefährdet wäre, wäre das Aufstellen nicht zulässig; dazu ist die Statik notwendig. Allerdings ist die Kostentragungslast dann nicht einsehbar, wenn die Statik zu dem Ergebnis kommt, dass keine Beeinträchtigung vorliegt; die Kosten sollte dann der Vermieter tragen (hierzu auch: AG Eschweiler, Urt.v. 26.09.1991 , Az.: 5 C 769/91).

Aber grundsätzlicn ist in einem solch speziellen Fall die Einholung der Statik vor dem Aufstellen zulässig.


Ob der Haftpflichtversicherer für Schäden Dritter eintritt, hängt vorrangig vom Versicherungsvertrag und dort vereinbarten Voraussetzungen, bzw. Ausschlüsse ab.

Aber grundsätzlich wird die Versicherung die Zahlung verweigern, wenn der Versicherungsfall mit Statikproblemen zusammen hängen sollte und Sie diese Probleme vorsätzlich ignoriert haben, obwohl zumindest das Problembewußtsein bekannt gewesen ist.



Da bei einem möglichen Glasbruch aber auch Ihre Sachen beschädigt werden, sollten Sie auch in Ihrem eigenen Interesse die Statik prüfen lassen, allerdings die Kostenfrage eben anders mit dem Vermieter regeln.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2014 | 15:43

Das heißt also, dass ich den Statiker beauftragen muss und in Kostenvorlage treten muss, nur weil der Hausverwalter seine Deckenbelastung oder die des Hauses nicht kennt und mir auch keine Pläne zur Verfügung stellen kann. Hurra Deutschland. Es lebe das Mietrecht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2014 | 17:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielleicht überdenken Sie einmal den ungekehrten Fall:

Sie vermieten eine Wohnung in einem alten denkmalgeschützten Haus. Ihr Mieter weiß das, kennt also die Problematik und will nun einen Granitbrocken von einer halben Tonne auf die alten Holzböden stellen, wobei die Gefahr besteht, dass der Fußoden bricht.

Wohlgemerkt - der Mieter schließt den Vertrag in Kenntnis der Problematik.


Nun sind Sie bereit, das zu dulden, möchten aber nicht, dass die Substanz der Mietsache beschädigt wird; dazu möchten Sie eine Absicherung haben.

Würden Sie dann ebenso reagieren, wie nun in der Nachfrage?


Also: Das Ansinnen des Vermieters, einen NA
achweis zu fordern, halte ich für richtig, wenn man in einen Altbau zieht

Ich hatte aber auch ausgeführt, dass die Kosten eben NICHT zu Ihren Lasten gehen dürfen, zumal der Vermieter dann auch für Folgeverträge diese Statik ja nutzen könnte. Daher haben Sie Kosten keineswegs zu tragen oder müssen in Vorleistung treten.

Hier sind die Interessen abzuwägen und eine sinnvolle Lösung herbeizuführen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg





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