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Kindergeld trotz Aufenthalt in den USA


| 09.12.2014 18:14 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Es geht um Kindergeld bei unklarem Familienwohnsitz.


Bitte nur von einem Anwalt beantworten der sich mit dem Thema (Kindergeld trotz Aufenthalt in den --USA--) wirklich auskennt.

Sehr geehrte Rechtsanwälte,

ich habe folgendes Schreiben erhalten:

"über Ihren Anspruch auf Kindergeld kann weiterhin nicht endgültig entschieden werden.

Sie haben angegeben, dass es sich bei Ihrem Auslandsaufenthalt nicht um eine Entsendung seitens des Arbeitgebers handelt. Teilen Sie mir nun bitte mit, auf welcher Grundlage Sie sich in den USA befinden. Sind Sie „freiwillig" aus privaten Gründen in die USA verzogen oder erfolgte der Umzug aufgrund etwaiger (arbeits-)vertraglicher Bindungen? Sollte dies der Fall sein, bitte ich um Vorlage der entsprechenden Verträge.

Teilen Sie mir außerdem mit, seit wann Sie sich in den USA befinden (genaues Datum). Zur Prüfung Ihres Kindergeldanspruchs sind diese Angaben unerlässlich.

Bitte beantworten Sie diese E-Mail bis spätestens 23.12.2014. Sollten Sie bis zu diesem Termin nicht antworten oder zumindest eventuelle Hinderungsgründe mitteilen, muss die Festsetzung des Kindergeldes aufgehoben werden.

Sie können diese Anfrage gerne per E-Mail beantworten. Die Adresse finden Sie unten in meiner Signatur."

Mir ist folgendes bekannt:
Einkommensteuergesetz
§ 62 Anspruchsberechtigte
1.   im Inland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat oder
2.   ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland
a)   nach § 1 Absatz 2 unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder
b)   nach § 1 Absatz 3 als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird.

Die Kindesmutter (nicht Antragsteller)/ Ehefrau hat in den USA ein Business eröffnet. Der Aufenthalt ist temporär mit E2 Visum. Der Antragsteller ist als Ehepartner mit in die USA. Er hat seine selbstständige Tätigkeit in Deutschland anfangs nicht aufgegeben. Steuerpflicht besteht im Moment nur noch wegen Vermietung und Verpachtung.

Die Familie ist noch in Deutschland gemeldet, da der Wohnraum nicht aufgegeben wurde. Es steht eine Wohnung zur Verfügung, welche nicht vermietet ist.

Nach meiner Meinung werden die Bedingungen nach $62 erfüllt.

Bin ich zur Beantwortung All dieser Fragen verpflichtet?

Wenn Ja, wie beantworte ich diese Nachfrage am besten ohne ein Ablehnung zu riskieren?

Spielt es eine Rolle ob ich in der entsprechenden Zeit in Deutschland Freiberuflich tätig war?

Würden Sie empfehlen die Beantwortung durch einen Anwalt erstellen zu lassen?

Vielen dank für Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüßen

XXX


Einsatz editiert am 10.12.2014 18:01:10
10.12.2014 | 18:51

Antwort

von


130 Bewertungen
Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: www.jahn-law.com
E-Mail:
Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben natürlich eine aufgrund des Auslandsbezugs sogar gesteigerte Mitwirkungspflicht. (Rechtsgedanke des § 90 Abs. 3 AO analog) und dürfen auch keine bewusst falschen Angaben machen. Sie müssen den Sachverhalt im Ergebnis so darstellen, dass möglich viele Begleitumstände dafür sprechen, dass der Familienwohnsitz nach wie vor in Deutschland ist und nicht in den USA. Das Beibehalten des deutschen Meldewohnsitzes ist nur ein nicht-konklusives Indiz dafür. Die noch bestehenden Geschäftskontakte nach Deutschland i.R.e. freiberuflichen Tätigkeit des Antragstellers malen sie so breit aus wie irgend möglich. Zur Visumskategorie E1 (Treaty-Trader, Investor-Visa) erwähnen Sie nur, dass daraus hervorgeht, dass die Ehefrau zwar Geschäftsfrau ist und dass Sie bei Scheitern von ihrem Geschäftsmodell auch sofort nach Deutschland zurückkehren wird. Je häufiger sie hier sind oder in den betroffenen Zeiträumen waren desto besser. Nicht erwähnen sollten sie, falls sie nur zu gelegentlichen Besuchen z.B. über Weihnachten hier sind. Die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sollten Sie erwähnen evtl. auch mit Beträgen und prozentualem Anteil am Gesamteinkommen.

Rechtlich auswirken können sich diese aber nur, wenn man annimmt, dass sie in Dtl. weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben und auch die weiteren Voraussetzungen des § 1 Abs. 3 S. EStG vorliegen (90% aller der Einkünfte des Antragstellers müssten Dtl. zugewiesen sein oder ihr ausländisches Einkommen muss sehr gering sein, weniger als € 8.250,-), da er dann einen Antrag darauf stellen könnte, in Dtl. als unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig zu gelten.

Im großen und ganzen klingt der Sachverhalt aber jedenfalls bislang doch eher so, als müsste man sich von dem deutschen Kindergeld auf kurz oder lang, hier wohl verabschieden, will man keine Steuerhinterziehung begehen (§ 370 AO). Relevant wäre vielleicht noch: Wie alt sind die Kinder? Wo gehen sie zur Schule oder machen sie schon eine Ausbildung? Seit wann beziehen sie deutsches Kindergeld, ohne aus Sicht der Gegenseite im Worst-Case-Szenario einen Anspruch darauf zu haben? Wurden in diesem Zeitraum auch deutsche Steuererklärungen für Sie abgegeben? Das wäre ein Indiz, das für Sie spricht, erwähnen sie das. Gegen sie würde sprechen, wenn sie auch in US-Steuererklärungen den Federal-Tax-Child-Credit in Anspruch nehmen oder sonstige Vergünstigungen, die an Kinder anknüpfen und die einige Bundesstaaten individuell vorsehen. Wenn all das nicht der Fall ist oder sie noch nie davon gehört haben, erwähnen Sie das. Mit Sicherheit besser aussehen würde es, nicht dem Vorschlag entsprechend per e-mail aus den USA zu antworten.

Sie haben hier auch eine kostenlose
Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2014 | 03:48

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Jahn,

ich würde gern die Nachfragefunktion nutzen. Hierfür ist es jedoch erforderlich die Situation etwas detailierter zu beschreiben. Dies würde ich ungern öffentlich tun. Könnte ich Ihnen die Nachfrage per E-Mail zusenden?

Mit freundlichen Grüßen

XXX

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2014 | 11:35

Sehr geehrte Fragestellerin,

ja, gerne, das ist mir auch lieber. Die E-Mail, die sie auch auf dem Profil hier finden würden, oder indem man auf das Foto klickt, ist: info@jahn-law.com.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Bewertung des Fragestellers 14.12.2014 | 03:12


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"RA Jahn hat meine Frage ausgezeichnet beantwortet, auch wenn das Ergebnis nicht so ausgefallen ist wie ich gehofft hatte.

Auch die Nachfrage via E-Mail wurde akzeptiert und hervorragend beantwortet. "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 14.12.2014
5/5.0

RA Jahn hat meine Frage ausgezeichnet beantwortet, auch wenn das Ergebnis nicht so ausgefallen ist wie ich gehofft hatte.

Auch die Nachfrage via E-Mail wurde akzeptiert und hervorragend beantwortet.


ANTWORT VON

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