1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gebrauchtwagenkauf Gewährleistung Händler Benachteiligung

25.10.2014 22:46 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Zusammenfassung: Aufwendungsersatz bei Selbstbeseitigung des Mangels.

Guten Tag,
durch besondere Umstände war ich gezwungen, kurzfristig einen anderen Pkw für meine Auswärtstätigkeit zu kaufen.
Im Internet habe ich mich mit einem gewerblichen Händler zum Kauf eines gebrauchten Pkw bei ihm verständigt. Nach Anreise über ca. 800 km legte er mir den Kaufvertrag vor mit der unvermuteten Klausel, dass er sich bei Gewährleistungsansprüchen das Recht der Nachbesserung bzw. Reparatur in einer Werkstatt seiner Wahl vorbehält.
Da ich ich in Zeitnot war, habe ich den Vertrag unterschrieben und den Pkw am 27.05.2014 gekauft.
Ca. 4 Monate nach Kauf hatte ich während meiner Auswärtstätigkeit (300 km von meiner Wohnung, 700 km vom Händler entfernt) eine Panne und musste eine Werkstatt aufsuchen. Für die Zeit der Reparatur (1 Tag habe ich einen kostenpflichtigen Ersatzwagen erhalten). Die Werkstatt hat auf der Rechnung vermerkt, dass ein Teil falsch verbaut war und deshalb der Schaden entstand.
Der Händler (Verkäufer) lehnte schriftlich die Übernahme der Reparaturkosten ab mit der Begründung, Zitat:
"Bei Gewährleistungsfällen nehmen wir die Fahrzeuge ab und lassen diese hier vor Ort bei einer Werkstatt unseres Vertrauens reparieren. Einen eigenen Leihwagen haben wir auch. Diesen stellen wir unseren Kunden dann auch kostenfrei zur Verfügung. Sie haben auf eigene Faust gehandelt und uns das Recht genommen, das Fahrzeug hier vor Ort in einer von uns ausgewählten Werkstatt reparieren zu lassen. Somit sehen wir uns auch nicht gezwungen die entstandenen Kosten zu übernehmen."
Welche Aussicht habe ich, meine Forderung gegenüber dem Händler durchzusetzen und was sollte ich hierbei besonders beachten.

Vielen Dank voraus für Ihre freundliche Unterstützung.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sind Sie als Käufer verpflichtet dem Verkäufer bei Mängeln eine Frist zur Nacherfüllung zu setzen. Erst wenn diese verstrichen ist, oder wenn der Verkäufer die Beseitigung verweigert kann der Käufer den Mangel selbst beseitigen lassen. Unabhängig von Ihrer Vertragsklausel haben Sie leider keinen Anspruch. Der BGH hat speziell für Gebrauchtwagenkäufe entschieden, dass die §§ 437 ff. BGB abschließend sind und dem Käufer kein Recht auf Aufwendungsersatz bei Selbstbeseitigung des Mangels zusteht(BGH Urteil vom 23. Februar 2005 VIII ZR 100/04).

Ich sehe daher keine Chance einen Ersatz zu erhalten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2014 | 01:45

Sehr geehrter Herr RA Wöhler,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Wie ist der Aspekt der Zumutbarkeit und der Verhältnismäßigkeit unter den geschilderten Umständen zu bewerten, wenn den Reparaturkosten von ca. 500 EUR die Transportkosten des Fahrzeuges über eine Entfernung von 700 km zum Verkäufer und weiterer Aufwendungen des Käufers gegenüberstehen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2014 | 22:40

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Es gibt rechtlich die Möglichkeit, dass dem Käufer die Nacherfüllung nach § 440 S. 1 BGB unzumutbar ist. Es kommt auf die Art des Mangels und die tatsächlichen Umstände im Einzelfall an.
In der Tat ist die Distanz zum Verkäufer erheblich. Wie zitiert ist die Rechtsprechung aber eher streng in diesem Punkt. Wenn man den Verkäufer über einen Schaden informiert, hat dieser letztlich auch die Möglichkeit der Reparatur in einer anderen Werkstatt zuzustimmen.

Ohne Kenntnis des Verkäufers ist es für diesen unmöglich Einfluss zu nehmen.

Man kann es zwar versuchen, ich sehe aber im Ergebnis wenig Aussichten im Streitfall Erfolg zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70966 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort war eindeutig, so dass nun Rechtsklarheit besteht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Wilking hat sehr detailliert, freundlich und hilfreich geantwortet. Ich empfehle ihn weiter. ...
FRAGESTELLER