1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gewährleistungs- und Kostenübernahmeverweigerung nach einer Reparartur

| 16.09.2014 08:54 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Guten Tag,

ich habe im Mai ein gebrauchtes Auto bei einem Händler in Leipzig gekauft. Ich selber komme aus Raum Heilbronn.
Bei der Probefahrt und Besichtigung war alles soweit ok. Die nächsten Wochen (schwankende Temperaturen) fiel mir dann jedoch auf, dass die Türschlösser vorne sich entweder nicht abschliessen liessen, oder nicht aufgingen. Das Problem trat unregelmäßig auf, dass man auf Anhieb nicht sagen konnte warum und wann das passiert.

Nach einem Telefonat mit dem Händler in Leipzig hieß es, dass man
- das Problem nicht kennt/gekannt habe
- eine Ferndiagnose nicht machen kann (was auch verständlich ist)
Ferner hieß es, ich soll doch bitte bei einer Werkstatt in meiner Nähe vorbeischauen und mir einen Kostenvoranschlag aushändigen lassen. Anhand diesem, würde es sich entscheiden ob das Auto zurück nach Leipzig muss oder die Reparatur auch in meiner Werkstatt durchgeführt werden soll und der Händler in Leipzig beteiligt sich an den Kosten.

Ich war darauf hin in 2 Vertragwerkstätten und beide weigerten sich einen Kostenvoranschlag zu machen, da man dafür erstmal (übertrieben gesagt) das Auto zerlegen muss um überhaupt das Problem zu finden. Man konnte das Problem zumindest auf die Türschlösser oder Kabelbruch eingrenzen. Im schlimmsten Falle kostet das ungefähr 600€ (Material + Arbeitsaufwand).

Nach weiteren Telefonaten mit dem Händler in Leipzig (genauer gesagt mit zwei Mitarbeitern) einigten wir uns darauf, dass ich das Auto bei mir reparieren lasse, denn gemacht werden musste ja sowieso, kann ja schlecht das Auto unabgeschlossen draussen stehen lassen.
Sobald die Werkstatt das Auto "zerlegt" und das Problem gefunden hat, geht die Info sofort an den Händler in Leipzig, dass dieser wegen Kostenbeteiligung bescheid weiß.

Die Telefonate habe ich lange vor und kurz vor der Reparatur geführt. Meine Werkstatt wusste davon bescheid und als diese untereinander Kontakt hatten, war die Gesamtsituation jedem klar.
Zwei Wochen nach der Reparatur hatte ich immer noch keine Antwort und nach einer Nachfrage hieß es "ich soll das Auto nicht perarieren lassen und nach Leipzig fahren".
Nach einer kurzen Diskussion wurde das Telefonat mit dem Versprechen die Sache erneut zu prüfen, beendet.

10 Tage später erhalte ich folgendes Schreiben vom Händler in Leipzig:
"Sehr geehrter Herr XXXX,
auf Grundlage der durch Sie am Samstag den 16.08.2014 mitgeteilten Situation und der durch Sie am 07.08.2014 erteilten Reparaturfreigabe bei der Firma XXX, muss ich Ihnen nach nunmehriger Rücksprache bei uns im Haus mitteilen das Sie unser Erstgewährleistungsrecht nicht beachtet haben und somit der Kostenfaktor der Reparatur von Ihnen zu 100 % zu tragen ist."

Die Kosten belaufen sich auf Rund 600€.

Meine Frage wäre jetzt ob sich der Schritt zu einem Anwalt überhaupt lohnen würde?
Mir wurde immerhin geraten, dass Auto bei mir in der Nähe reparieren zu lassen.
Schriftlich habe ich das nicht bekommen, aber wie erwähnt war das jedem klar und meine Werkstatt/Vertragshändler kann das auch bestätigen.
Auf das Schreiben hatte ich 2 mal geantwortet. In beiden war die Frage ob der Schaden überhaupt von der Versicherung abgedeckt wäre. Bisher habe ich keine Antwort erhalten.

Über einen Rat würde ich mich freuen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sollten Sie nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung im Recht sein und vom Verkäufer die Übernahme der Reparaturkosten verlangen können.

Es ist zwar richtig, dass Sie als Käufer im Falle eines festgestellten Sachmangels, um den es sich hier auch handeln sollte, diesen dem Verkäufer zunächst anzeigen müssen. Zudem müssen Sie ihn zur Nacherfüllung auffordern. Ort der Nacherfüllung ist dabei der Wohn-/Geschäftssitz des Verkäufers, d.h. der Verkäufer kann vom Käufer verlangen, dass das Fahrzeug zu ihm gebracht wird, damit er den Mangel beheben kann.

Er muss dabei aber im Rahmen seiner Nacherfüllungsverpflichtung dann die erforderlichen Aufwendungen des Käufers, insbesondere auch Transport- und Wegekosten, nach § 439 Abs. 2 BGB übernehmen. Dies kann unter Umständen sehr teuer werden, wenn der Käufer weit entfernt wohnt. Deshalb steht es dem Verkäufer auch frei, seine Nacherfüllungsverpflichtung durch eine dritte Werkstatt am Ort des Käufers zu erbringen. Dies ist in Ihrem Falle ganz offensichtlich geschehen. Insoweit muss er dann auch die hierbei entstandenen Kosten übernehmen.

Das entscheidende Problem wird hier sein, ob Sie im Streitfalle beweisen können, dass der Verkäufer Ihnen die Reparatur in Ihrer Autowerkstatt gestattet hat, da dies offenbar nur telefonisch geklärt wurde. Hier können aber die Mitarbeiter in Ihrer Werkstatt als Zeugen dienen.

Insoweit sollte sich ein anwaltliches Forderungsschreiben an den Verkäufer sicherlich lohnen, um die Ansicht des Verkäufers unter Umständen zu ändern und ihn zum Nachgeben zu bringen. Falls Sie hierfür Hilfe benötigen, können Sie sich gern an mich wenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 18.09.2014 | 05:42

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Wunderbarer Service

"