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Einreise mit Esta abgelehnt, wie gehe ich jetzt weiter vor?

| 10.09.2014 12:36 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Guten Tag,

Ich wollte vor Kurzem wie zuvor bereits schon einige Male in die USA mit meinem noch gültigen Esta Visa einreisen, um dort einen Freund zu besuchen, meine Cousine, die an der Uni in Berkley arbeitet, und um eine Rundreise mit dem Mietauto zu machen. Tickets, Hin- und Rückflug, Mietwagen, Hotel für die erste Woche (danach hätte ich bei einem Freund gewohnt und dann bei meiner Cousine) hatte ich alles beim Reisebüro gebucht. Bisher hatte ich nie Probleme bei der Einreise.

Ich bin selbstständige Texterin, Autorin und Lektorin und reise generell viel und gerne, weil ich ja auch von überall aus arbeiten kann. Bei diesem Mal hat der Officer in Detroit mir die Einreise aber verweigert – nach insgesamt über neun Stunden Wartezeit und Verhör. Er unterstellte mir, ich wolle illegal arbeiten, auswandern, wäre arbeitslos, hätte keine Heimatbindung...egal, was ich sagte oder erklärte, er glaubte mir nicht oder drehte mir jedes Wort im Mund herum, war herablassend und respektlos, drohte mir mit Gefängnis, die Situation war so schrecklich, dass ich irgendwann nur noch zitternd und weinend da saß.

Er schrieb ein völlig verzerrtes Protokoll von meinen Aussagen, dass ich aber letztendlich, nach 26 Stunden Wachsein und steigender Verzweiflung und weil ich einfach nur noch aus diesem Raum rauswollte und zu keinem klaren Gedanken mehr fähig war, unterschrieb, obwohl es nicht stimmte.

Es war wie in einem schlechten Film. Ich musste noch in derselben Nacht zurückfliegen. Er sagte am Schluss noch, ich müsse in Zukunft ein Visum beantragen, aber habe ich denn mit so einem Protokoll überhaupt die Chance auf ein Visum?
Wie gehe ich jetzt am besten vor?
Ich habe so viele Freunde in den USA und in dieses Land reisen zu können ist mir sehr wichtig. Ich möchte einfach nur die Chance wahren, dort wieder hinzureisen – zumal ich wirklich nichts falsch gemacht und keine Gesetze gebrochen habe.

Ich habe auch überlegt, ob ich mich mit einigen US-Freunden wenigstens in Mexico auf einen Kurzurlaub treffen könnte, damit wir uns mal wieder sehen, wie eben jetzt geplant. Aber kann ich mit diesem Protokoll ohne Probleme nach Mexico reisen? Sehen andere Länder die Einträge der US Customs? Wird mir dann in Mexico auch nur unterstellt, ich wolle einreisen, um illegal über die Grenze in die USA zu schleichen – selbst wenn ich ein gültiges Rückflugticket vorlege?

Das ist wirklich alles so absurd, ich kann es immer noch nicht fassen. Hoffe, sie können mir einen Rat geben, wie ich jetzt am besten vorgehe. Danke im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:




Frage 1:
"habe ich denn mit so einem Protokoll überhaupt die Chance auf ein Visum?"

Eine erteilte ESTA-Reisegenehmigung ist keine Garantie für eine Einreise, sondern berechtigt Sie lediglich für mehrere Anreisen in die USA innerhalb von zwei Jahren oder – falls Ihr Reisepass vorher abläuft – innerhalb der Gültigkeitsdauer Ihres Reisepasses.

Der Grenzbeamte trifft dann im Gespräch mit Ihnen die Entscheidung, ob Sie einreisen und für wie lange Sie sich in den USA aufhalten dürfen. Hierbei ist offensichtlich einges aus dem Ruder gelaufen, weil durch Ihre "Reisefreudigkeit" ein verdachtsmoment aufkam, welches Sie offenbar nicht widerlegen konnten.



Selbst mit einem erteilten Visum können Sie nunmehr erneut vor der geschilderten Situation stehen, weil Ihnen lediglich die Anreise zu einer Grenze der Vereinigten Staaten garantiert wird. Der Beamte der amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde (U. S. Customs and Border Protection) vor Ort ist leider derjenige, der entscheidet, ob er den Einreisewilligen nach geltendem US-Recht für einreiseberechtigt befindet oder nicht.

Und je nach Inhalt des Protokolls, wird dies bei weiteren Anreisen ein Problem werden.



Frage 2:
"Aber kann ich mit diesem Protokoll ohne Probleme nach Mexico reisen?"


Grundsätzlich ist Ihnen eine Einreise nach Mexico möglich sobald sie die Einreisebestimmungen erfüllen.

Deutsche Staatsangehörige, die als Touristen nach Mexiko reisen, können ohne vorherige Einholung eines Visums einreisen. Sie erhalten bei der Einreise nach Mexiko per Flug oder an anderen Grenzübergangsstellen eine Touristenkarte („FMT"). diese Touristenkarte muss dann bei der Ausreise aus Mexiko vorgelegt werden.

Es ist möglich, dass die an die USA angrenzenden Staaten Zugriff auf die Daten der US Grenzbehörde haben.

Dann könnte man Ihnen unterstellen, eben nicht als Tourist einreisen zu wollen.



Frage 4:
"mir einen Rat geben, wie ich jetzt am besten vorgehe"


Beauftragen Sie unter Schilderung des Sachverhalts eine amerikanische, auf das Einreiserecht spezialisierte, Kanzlei, um diese Entscheidung nicht unwidersprochen in den Akten stehen zu lassen, weil Sie dadurch zukünftig durchaus belastet sind.




Bedenken Sie bitte, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ich stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie gerne auch für eine weitere Interessenwahrnehmung jederzeit zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf mein Profilbild, um meine Kontaktdaten einsehen zu können.




Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2014 | 15:09

Sehr geehrter Herr Fork,

vielen Dank für Ihre Antwort. Können Sie mir eventuell eine amerikanische Kanzlei empfehlen, an die ich mich wenden könnte?

Mich an die US Botschaft in Frankfurt oder Berlin zu wenden, dort meinen Fall zu schildern, macht keinen Sinn?

Und bedeutet "dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann", dass ich die Möglichkeit einer Einreise auch komplett verlieren könnte, wenn ich Einspruch erhebe?



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.09.2014 | 17:09

Nachfrage 1:
"Mich an die US Botschaft in Frankfurt oder Berlin zu wenden, dort meinen Fall zu schildern, macht keinen Sinn?"


Das wäre womöglich ein erster Schritt, um den Sachverhalt aufzuarbeiten.

Natürlich wird die Botschaft in eigener sacher eher befangen sein. Möglicherweise kann das auswärtige Amt Ihnen vermittelnd behilflich sein.



Nachfrage 2:
"Können Sie mir eventuell eine amerikanische Kanzlei empfehlen, an die ich mich wenden könnte?"

Mir ist aus dem Stehgreif leider keine bekannt.

Womöglich kann auch hier das auswärtige Amt mit Rat und Tat zur Seite stehen.



Nachfrage 3:
"dass ich die Möglichkeit einer Einreise auch komplett verlieren könnte, wenn ich Einspruch erhebe?".



Das müsste man zunächst einmal anhand des Protokolls überprüft werden inwieweit hier bis wann bei welcher Stelle Rechtsmittel einzulegen sind.

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man ein wie von Ihnen geschildertes Verhalten widerspruchslos hinnehmen sollte.

Bewertung des Fragestellers 10.09.2014 | 15:12

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